Nicht mehr auf Gegner der Nachbarstädte Dortmund, Bochum und Herne treffen bald die heimischen Tischtennisspieler. © Volker Engel
Tischtennis

Castrop-Rauxeler Clubs gehen gegen Verbandspläne auf die Barrikaden

Die Tischtennisvereine DJK Roland Rauxel und Post SV bäumen sich gegen eine geplante Verbandsreform auf. Die Natur ist ein Grund. Vor allem aber die Gefährdung des Spielbetriebs.

Widerstand regt sich gegen die Reformpläne des Westfälischen Tischtennisverbands (WTTV). Die DJK Roland Rauxel und der Post SV wenden sich offen gegen die angedachte Neustrukturierung. Wie berichtet, sollen bislang 5 Bezirke und 35 Kreise 13 neuen Gebiets-Einheiten weichen. Diese sollen ab 2023 den offiziellen Grenzen behördlicher Verwaltung hinsichtlich der Regierungsbezirke folgen.

Castrop-Rauxel wird Münster zugeordnet

Während die Stadt Castrop-Rauxel und der Kreis Recklinghausen zum Regierungsbezirk Münster zählen, gehören die DJK Roland Rauxel und der Post SV dem Tischtennisbezirk Arnsberg beziehungsweise dem Kreis Dortmund/Unna an. Damit soll 2023 Schluss sein, so sehen es zumindest die derzeitigen WTTV-Planungen vor. Dann würden die beiden Castrop-Rauxeler Vereine im Regierungsbezirk Münster antreten – mit weitreichenden Folgen.

Christian Chroscinski, Vorsitzender der DJK Roland Rauxel, wehrt sich gegen die WTTV-Pläne zur Neustrukturierung. Er fürchtet unnötige Fahrtwege. © Volker Engel © Volker Engel

„Diese Reform löst keinerlei Probleme“, sagt der Roland-Vorsitzende Christian Chroscinski im Gespräch mit unserer Redaktion. „Warum die so geplant ist, ist uns im Verein ein Rätsel. Für uns ist das mehr als unglücklich.“

Die günstige Lage Castrop-Rauxels – zwischen Dortmund, Bochum und Herne – ermöglicht kurze Fahrtwege zu den Auswärtsspielen. Und auch kurze Wege zu Heimspielen und Training für die Spieler aus den Nachbarstädten.

Die neue, geplante Gebietseinheit des WTTV für Castrop-Rauxel umfasst die Verwaltungskreise Recklinghausen und Borken sowie die Städte Bottrop und Gelsenkirchen (der übrige Regierungsbezirk Münster mit der gleichnamigen Stadt sowie den Kreisen Coesfeld und Steinfurt soll in einer zweiten WTTV-Gebietseinheit aufgehen). Ziel ist es, die sportlichen Bereiche hinsichtlich ihrer Vereinszahl homogener zu machen.

So sollen künftig die Gebiete des WTTV, gemäß der Regierungsbezirke aufgeteilt werden. Unsere Vergrößerung zeigt lediglich die künftig möglichen Bereiche von DJK Roland Rauxel und Post SV. Den Regierungsbezirk Münster hat der WTTV in zwei Einheiten unterteilt. © WTTV © WTTV

Bisherige Kreisliga- und Kreisklassenspiele fänden dann innerhalb des ganzen Kreises Recklinghausen statt, fürchten die hiesigen Vereine. Durch die Lage Castrop-Rauxels am süd-östlichen Rand des Kreisgebiets entstünden erheblich längere Fahrtwege – beispielsweise nach Dorsten oder Haltern.

Fast 40 Kilometer bis nach Haltern oder 50 Kilometer nach Dorsten

Von der Sporthalle an der Bahnhofstraße sind es für die DJK Roland Rauxel II 39,2 Kilometer zu TuS Halterns Spielstätte – sollten beide Bezirksligisten ab 2023 in einer Staffel zusammentreffen. Der Post SV II (1. Kreisklasse) müsste vielleicht zum TTV Hervest Dorsten III, das wären sogar 47,7 Kilometer.

Die einzelnen Spielklassen-Staffeln sind bislang durchaus auf kurze Wege gebaut. Deren Verlust fürchten die heimischen Vereine offenbar, sollte die Reform 2023 – in ihrer aktuellen Form – in Kraft treten.

„Mehr Fahrerei bedeutet im Zweifelsfall weniger Bereitschaft einzelner Spieler am Mannschaftsspielbetrieb teilzunehmen“, sagt Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des Post SV aus Obercastrop. „Was mit der neuen Aufteilung besser werden soll, habe ich noch nicht verstanden. Das ist ja nur eine Grenzverschiebung.“

Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des Post SV, zweifelt an den Verbandsplänen. Er hofft auf eine Ausnahmegenehmigung, damit sein Verein auch 2023 auf bekannte Gegner trifft. © Volker Engel © Volker Engel

Christian Chroscinski stimmt dem Lokalrivalen zu. In einem Brief an den WTTV schreibt er: „Die Fahrten für alle Vereinsmitglieder werden weiter und länger werden. Dies ist nicht nur aus Umweltgründen abzulehnen. Über die Autobahnen A2, A42 und A45 gelangen wir in kürzester Zeit zu unseren Spielen. Dies ist für alle Spieler, die arbeiten müssen, durchaus relevant und oft entscheidend dafür, dass unsere Spieler überhaupt noch am Meisterschaftsspielbetrieb teilnehmen.“

Beide Vereine lehnen die geplante Strukturreform des WTTV ab. Sie sei unausgegoren und ziele an der Problematik, die rückläufige Entwicklung bei Vereins- und Mannschaftszahlen zu stoppen, schlicht vorbei.

Darüber hinaus sind in den letzten rund 15 Jahren – seit der letzten Reform – Freundschaften mit auswärtigen Mannschaften und Vereinen gewachsen. „Wir spielen bereits seit Ewigkeiten in diesem Bereich, unsere geknüpften und gepflegten Bekanntschaften wollen nicht einfach aufgeben“, so Wolfgang Schmidt. Er hofft, dass die beiden Castrop-Rauxeler Vereine durch eine Ausnahmegenehmigung in ihrem angestammten, sportlichen Habitat bleiben dürfen.

Keine Auswirkung auf Frauen-Verbandsliga und Männer-Landesliga

Der Post SV ist mit je einer Mannschaft im Bezirk Arnsberg sowie im Kreis Dortmund/Unna vertreten. Die Damen-Verbandsliga bleibt von den WTTV-Plänen unberührt. Roland Rauxel stellt zwei Teams im Bezirk und drei im Kreis. Die Landesliga-Herren betrifft die Strukturreform nicht. Diese soll 2023 umgesetzt werden, zuvor muss sie allerdings noch beschlossen werden.

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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