Im Testspiel im August 2020 ist der SuS Merklinde (rote Hemden) auf einen Spieler von SW Meckinghoven, der wenige Monate zuvor noch für einen Castrop-Rauxeler Club kickte. © Hermann Klingsieck
Fußball

Anstatt Westfalenliga mit Wacker: Fußballer steckt in der Nachbarstadt im Kreisliga-A-Abstiegskampf

Fußball und Darts sind seine Hobbys. Um zu treffen, brauchen Fußballer ein feines Füßchen - für eine andere Sportart ein sicheres Händchen. Ein in Castrop-Rauxel geborener 22-Jähriger verfügt über beides.

Fußball spielt er beim A-Kreisligisten Schwarz-Weiß Meckinghoven im Fußballkreis Recklinghausen – Darts bei den Castrop-Rauxeler Dartzwergen 2 in der Bezirksliga. Wobei sich die Geister scheiden, ob Darts überhaupt Sport ist.

Fußballer holt sich Ausgleich beim Pfeile-Werfen

Roy Breilmann sagt: „Darts ist Sport und für mich ein guter Ausgleich zum Fußball.“ In einem Pressebericht stand einst: Roy Breilmann freut er sich erst, wenn auch sein dritter Wurf von dreien ein guter Wurf ist.

Seine sportliche Liebe gehört dem Fußball. Inzwischen in Datteln wohnend hat Roy Breilmann im Jugendfußball mehrer Vereine kennengelernt: Spvg Schwerin, SG Castrop, VfB Waltrop, TuS Hordel. „Als B-Jugendlicher bin ich von Hordel zu Schwerin zurück, habe dort sofort in der U19 gespielt und wir sind aufgestiegen“, erklärt Breilmann.

Als A-Jugendlicher folgte der Wechsel zu Wacker Obercastrop. „Wacker ist mein Lieblingsverein. Es freut mich total, wie gut die Obercastroper sich als Aufsteiger in der Westfalenliga präsentieren.“ Im Profi-Fußball schwärmt er vom BVB: „Die Dortmunder haben einen Superkader. Wenn diese Jungs zusammenbleiben, werden sie Bayern München als Deutscher Meister ablösen.“

Roy Breilmann (M.) gelangen für den SV Wacker Obercastrop I und II einige Tore. © Volker Engel © Volker Engel

Als A-Junior kickte Roy Breilmann im Obercastroper Herrenteam – gehörte zur Bezirksliga-Mannschaft, die in die Landesliga aufstieg. Und auch in der Landesliga bestritt er einige Spiele, zählte aber nicht zu den Stammspielern. Es folgte ein halbes Jahr beim VfB Habinghorst. „Die Fahrerei wurde mir wegen der Berufsausbildung zuviel, was Trainer Marc Olschewski akzeptiert hat.“

Um sich intensiver auf seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker konzentrieren zu können, legte der Fußballer sogar eine neunmonatige Pause ein, ehe er in dieser Saison bei SW Meckinghoven anheuerte. „Ich wohne mit meiner Freundin direkt am Meckinghovener Sportplatz.“

Bei Facebook begrüßte der A-Kreisligist ihn nahezu euphorisch: Wir freuen uns, dass dieser schnelle, technisch begabte Fußballer mit Bezirks- und Landesliga-.Erfahrung zu uns stößt. Breilmann versprach: „Einfache Tore kann ich nicht, dafür aber die schwierigen.“

In der Saison 2017/18 gelangen Roy Breilmann (r.) 24 Tore für den SV Wacker Obercastrop II in der Kreisliga B. © Jens Lukas © Jens Lukas

Einen Tabellenplatz im oberen Tabellen-Drittel wollte er mit Meckinghoven erreichen, Daraus wurde nichts. Beim politischen Corona-Lockdown am 1. November mit dem Aus für den Amateurfußball zierte SW Meckenhoven das Tabellenende mit drei Punkten aus sieben Spielen. Allein das Auftakt-Match beim FC Leusberg wurde 2:1 gewonnen.

Vier der sechs Meckinghovener Saison-Tore hat Roy Breilmann geschossen. Drei davon beim 3:4 gegen SuS Bertlich. Am 3. Spieltag erfolgte sein persönlicher „Lockdown“. Im Derby bei Borussia Ahsen (1:3) schoss er das 1:0, sah später dann die Rote Karte. „Da war ich bei einem Foulspiel etwas übermotiviert“, lacht der Fußballer. Die Konsequenz: Sperre und kein Spiel mehr bis zum Corona-Lockdown.

Breilmann hat jetzt einen harten Hund als Trainer

Inzwischen musste bei SW Meckinghoven im Oktober Trainer Olaf Senking (Breilmann: „Ein Super-Trainer“) gehen, der es laut Roy Breilmann „nicht geschafft hat, aus guten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen“. Mit David Krück gibt es einen neuen Trainer, dem Ruf „harter Hund“ vorauseilt.

Dass ab Januar wieder Fußball gespielt werden darf, glaubt Roy Breilmann nicht. Zu dem Wie einer Saison-Wertung sagt er: „Das geht fair nur, wenn alle eine Halbserie gespielt haben.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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