Am Sonntag, 2. Januar 2011, flog um 18.30 Uhr ein Trainer durch die Luft. Dafür sorgten die Fußballer des SV Yeni Genclik nach dem Endspiel der Castrop-Rauxeler Hallenstadtmeisterschaft 2010. © Jens Lukas
Fußball-Hallenstadtmeisterschaft

2011 war kurios: In der Halle wurden zweimal Stadtmeister-Titel ausgespielt

Vor zehn Jahren kam es zu einer kuriosen Konstellation: Während der zwölf Monate von 2011 gab es zwei Hallenstadtmeisterschaften, den Titelkampf 2010 und den 2011. Mit jeder Menge Anekdoten und Bildern.

Am Sonntag, 2. Januar 2011, flog um 18.30 Uhr ein Trainer durch die Luft. Dafür sorgten die Fußballer des SV Yeni Genclik nach dem Endspiel der Castrop-Rauxeler Hallenstadtmeisterschaft 2010. Nach ihrem 11:9 (6:6)-Endspielsieg nach Neunmeterschießen gegen die Spvg Schwerin ließen sie Coach Helmut Schulz hochleben. Das Kuriose war: Noch im selben Jahr – nur elf Monate – später gab es schon wieder eine Hallenstadtmeisterschaft. Jene für 2011.

Die Yeni-Kicker aus der Kreisliga A entthronten mit ihrem Sieg den Titelverteidiger Schwerin und setzten sich nach 2005 zum zweiten Mal die Stadtmeister-Krone auf. Sie hatten gegen die Spvg bereits 6:2 geführt, kassierten dann aber noch vier Treffer.

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Hallenstadtmeisterschaft 2010 im Januar 2011

Es gab zwei Überraschungs-Teams bei dem Turnier. Eintracht Ickern aus der Kreisliga B erreichte das Halbfinale und bot dort Schwerin beim 0:3 Paroli. Die Eintrachtler wurden durch ein 3:6 gegen den TuS Henrichenburg (damals Kreisliga A) Vierte. Ein Erfolg, den auch die zahlreichen Ickern-Fans verdient hatten.

Und da war auch noch die SG Adler Rauxel aus der Kreisliga C. Der krasse Außenseiter schaffte überraschend den Sprung in die Zwischenrunde der besten Acht. Das schaffte das von Marc Ferchland betreute Team durch einen zweiten Platz in der Vorrunden-Gruppe B – hinter dem VfB Habinghorst, aber vor den SF Habinghorst und dem VfR Rauxel. In der Zwischenrunde reichte es dann immerhin noch zu einem 1:0-Sieg gegen Arminia Ickern.

SG Adler Rauxel und Yeni Genclik verschwanden von der Bildfläche

Rückblickend bleibt festzuhalten, dass zwei Mannschaften aufhorchen ließen, deren Vereine sich wenig später auflösten. Yeni Genclik ging zunächst in die SG Eintracht Ickern/Yeni auf und verschwand dann von der Bildfläche. Dieses Schicksal ereilte auch Adler Rauxel.

Im Dezember 2011 war der Titelverteidiger SV Yeni Genclik der Gastgeber und ließ sich beim wahren Titelkampf für 2011 wahrlich nicht lumpen. Der bekannte Fernseh-Koch Nelson Müller war vor und in der Gesamtschul-Halle zu Gast. Er begutachtete dabei nicht nur die Köstlichkeiten, die die Yeni-Helfer den Zuschauern servierten. Disc-Jockey und Moderator Klaus Cieslak unterhielt die Leute zeitgleich auf den Rängen.

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Hallenstadtmeisterschaft 2011 im Dezember 2011

Nicht zu schlagen auf dem Parkett war der damalige Bezirksligist Wacker Obercastrop. Im Endspiel schlug die Mannschaft von Trainer Uwe Esser den FC Frohlinde (damals Kreisliga A) mit 5:2. „Erst als das 5:2 fiel, habe ich an den Erfolg geglaubt, denn in der Halle ist alles möglich“, erklärte Esser. Auffällig war bei dieser Auflage das „Favoriten-Sterben“. Von den vier Bezirksligisten überstand nur Obercastrop die Zwischenrunde.

Stromausfall stoppte Kicker nicht

Auch ein teilweiser Stromausfall in der WBG-Halle brachte die Organisatoren des SV Yeni nicht aus dem Konzept. Die Deckenbeleuchtung funktionierte vorübergehend zwar nur in reduzierte Form – und Hallensprecher Cieslak musste auf seine Durchsagen verzichten. Doch der Spielbetrieb lief ohne Unterbrechung weiter.

Die Zwischenrunden-Partie zwischen dem SV Yeni und Wacker Obercastrop endete zwar torlos, doch wäre Yeni-Torwart Dennis Gaßner bei zwei Fernschüssen beinahe das „goldene Tor“ gelungen. Zunächst zwang er sein Gegenüber Marcel Lindner zu einer Glanzparade, scheiterte später dann noch an der Latte.

Die Organisatoren waren stets bemüht, Hallensprecher Klaus Cieslak mit Getränken zu versorgen. „Der Klaus ist hier der Einzige, der eine Kaffee-Flatrate hat“, witzelte Mitorganisator Erol Bal, „ich muss meinen selbst bezahlen“.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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