Marc Kruska, hier beim Tor-Jubel im Trikot von Energie Cottbus im Zweitliga-Spiel beim SC Paderborn, stand 2010 vor dem Abflug nach Spanien. © picture alliance / dpa
Sportgeschichte

2010 stand Marc Kruska zum zweiten Mal vor dem Sprung in die Primera Division

Der Castrop-Rauxeler Fußballprofi Marc Kruska ist vorallem durch seine Bundesliga-Zeit bei Borussia Dortmund bekanntgeworden. Nicht so bekannt ist, dass er gleich zweimal vor einem Wechsel nach Spanien stand.

Seit Mitte Juli 2019 ist Marc Kruska wieder zuhause – nach einer 20 Jahre langen Fußballer-Laufbahn. Auch als Profi in großen Stadien. Im Sommer 1999 hatte Marc Kruska den VfR Rauxel verlassen und schloss sich den C-Junioren von Borussia Dortmund an.

Marc Kruska bestritt 472 Spiele als Profi

Das war der Anfang einer Karriere mit 472 Spielen als Profi. Für Dortmund, den FC Brügge, Energie Cottbus, FSV Frankfurt, den SC Paderborn, Werder Bremen II sowie den Luxemburg-Meister F91 Düdelingen. Als Kruska der Kapitän der U21-Nationalmannschaft war, klopfte Real Madrid wegen eines Vereinswechsels an. Im Sommer 2010, Marc Kruska spielte mit Energie Cottbus in der 2. Liga, buhlte ein anderer spanischer Club um den Castrop-Rauxeler: Racing Santander aus der Primera Division.

Der damals 23-jährige Kruska sagte vor zehn Jahren: „Es ist schön zu spüren, dass da ein gewisses Interesse in der Branche vorhanden ist.“ Außerdem gehöre die Primera División zu den besten Ligen der Welt. Immerhin ist es die Liga des neuen Weltmeisters und Europameisters, betont der Castrop-Rauxeler damals.

Und dennoch habe er sich nach kurzer Bedenkzeit dafür entschieden, den Spaniern eine Absage zu erteilen. „Ich möchte in Cottbus bleiben und bei Energie noch mehr Verantwortung übernehmen. Ich will noch besser in eine Führungsrolle im Mittelfeld reinwachsen“, betonte Kruska und ergänzte: „Wir haben hier den Umbruch gerade erst begonnen. Deshalb macht es keinen Sinn, den Verein zu wechseln.“

Pele Wollitz machte seinen Job vom Kruska-Transfer abhängig

Kruskas Trainer Claus-Dieter Wollitz verknüpfte 2010 sogar seinen Job mit dem Verbleib des Leistungsträgers: „Wenn er verkauft wird, dann höre ich als Trainer hier auf.“ Cottbus-Präsident Ulrich Lepsch bestätigte das Interesse des Tabellen-16 der Saison 2009/10, sagte aber klipp und klar: „Das ist für uns absolut kein Thema. Kruska ist unverkäuflich, weil er bei unserem Neuaufbau eine wichtige Rolle einnimmt.“

Im Hintergrund war aber auch zu hören: Schwach geworden wäre der FC Energie wohl nur, wenn Santander bereit gewesen wäre, eine gigantische Ablösesumme im Bereich von 5 Millionen Euro anstelle des damaligen Marktwertes von Kruska von 1,25 Millionen Euro zu überweisen.

Energies Trainer Claus-Dieter Wollitz (r) beschwerte sich im Oktober 2011 sich nach dem Spiel bei seinem Kapitän Marc-Andre Kruska. Energie Cottbus verlor das Heimspiel gegen den FC St. Pauli mit 1:4. © dpa © dpa

Dass Santander um Marc Kruska warb, ist kein Zufall. Santander-Coach Miguel Angel Portugal hatte Kruska schon im Sommer 2008 auf seiner Liste. Damals stand Portugal in Diensten von Real Madrid.

Die „Königlichen“ lockten Kruska mit dem Angebot, sich zunächst im Madrider Amateurteam zu präsentieren, um dann den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen oder weitertransferiert zu werden. Kruska war das Real-Angebot wohl zu unsicher. Anstatt zu Madrid wechselte er im Januar 2009 von Borussia Dortmund zum belgischen Spitzenclub FC Brügge.

Den Großteil seiner 472 Profi-Spiele bestritt Marc Kruska (am Ball) in der 2. Bundesliga – wie hier am 3. Dezember 2012 im Stadion der Freundschaft in Cottbus für den FC Energie gegen Hertha BSC Berlin. © dpa © dpa

2010 machte zeitgleich zu Marc Kruska ein weiterer Castrop-Rauxeler Schlagzeilen im Profi-Fußball: Baris Özbek. Der Ex-Schweriner war vom Zweitligisten RW Essen zu Galatasaray Istanbul gewechselt. Sein Team bezog ein zweiwöchiges Trainingslager im niederländischen Horst aan de Maas bei Venlo – und absolvierte Testspiele in Deutschland. Wie gegen den Lokalrivalen Fenerbahce im Mönchengladbacher Borussia-Park.

Özbek war Kruskas Mitspieler im deutschen U21-Team. Die beiden hatten großen Anteil an der Qualifikation zur EM 2009, bei der sie aber fehlten. Stattdessen wurden u.a. Manuel Neuer, Mats Hummels und Toni Kroos Europameister – und 2014 Weltmeister.

Nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn schloss sich Marc Kruska 2019 zunächst dem Landesligisten FC Frohlinde an. Seit Sommer 2020 liegt sein Spielerpass in der Mappe des VfB Habinghorst (Kreisliga A).

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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