Bocholter Jugendliche haben bislang in Aalten ein privates Fußballtraining erhalten.
Juniorenfußball

Zum Fußballspielen ins Nachbarland: Ärger um Jugend-Training in Aalten

Bocholter Jugendspieler nehmen offenbar an privatem Training in den Niederlanden teil. Die DJK Lowick wehrt sich gegen Behauptungen, als Verein an dem Angebot beteiligt zu sein.

Markus Schürbüscher, zweiter Vorsitzender der DJK SF 97/30 Lowick, hat Behauptungen widersprochen, wonach der Verein derzeit heimlich Fußballtraining für seine Jugend-Mannschaften anbieten würde.

Diese Gerüchte hatte es in mehreren Bocholter Fußballvereinen gegeben. Trotz der Ausgangssperre von 21 Uhr bis 4.30 Uhr dürfen in den Niederlanden Heranwachsende bis 17 Jahre draußen weiterhin in Gruppen trainieren und sich sogar mit Mannschaften des eigenen Vereins messen. „Wir haben von der Sache gehört und sind ihr nachgegangen. Es hat aber keine einzige Mannschaft der DJK SF 97/30 Lowick dort trainiert. Das ist eine private Sache“, sagt Schürbüscher.

Denn Reymond Verboom betreibt bereits seit einiger Zeit privates Fußballtraining auf der Anlage von AD’69 Aalten. Bei der DJK SF 97/30 Lowick ist der Niederländer seit Januar 2018 auf Honorarbasis als Techniktrainer tätig. „Laut der Coronaschutzverordnung darf seine Fußballschule weiterlaufen, aber da haben wir als Verein nichts mit zu tun“, so Schürbüscher. Zum Gerücht, dass Jugendtrainer aus Lowick in Aalten dabei gewesen seien, sagt der Zweite Vorsitzende: „Wir haben schon im ersten Lockdown entgegengewirkt, als Trainer mit ihrer Mannschaft um die Mosse laufen wollten.“

Verboom bestätigte unserer Zeitung, dass keine Lowicker Mannschaft bei ihm trainiert habe. „Es ist ein privates Fußballtraining, zu dem auch Spieler von Olympia, Mussum, VfL Rhede, 1. FC Bocholt und von weiter her kommen“, so Verboom. Da die niederländische Einreiseverordnung derjenigen in Nordrhein-Westfalen sehr ähnlich ist, gibt es von der An- und Abreise her keine Probleme. Denn grenzüberschreitende Kurzaufenthalte sind bis zu 24 Stunden ohne Testpflicht erlaubt. Das Training in Aalten zahlen die Teilnehmer privat.

Verboom bestreitet Abwerbeversuche

Dem Vorwurf, wonach Verboom bei ihm trainierende Spieler für die DJK SF 97/30 Lowick abwerben würde, tritt er im Gespräch mit unserer Zeitung entschieden entgegen. „Es kommt natürlich vor, dass Eltern mich fragen, was das Beste für ihren Nachwuchs ist. Aber ich habe niemals gesagt, dass sie nach Lowick gehen sollen. Ich bin da nur Techniktrainer“, so Verboom. Am wichtigsten sei, dass die Kinder Spaß beim Training hätten. „Ich weiß auch, dass in der C-Jugend Lowick und der VfL Rhede als Niederrheinligisten am höchsten spielen. Aber ich könnte noch nicht einmal sagen, wie das in der nächsten Saison aussieht. Damit befasse ich mich gar nicht“, sagt Verboom.

Der 1. FC Bocholt hatte die DJK SF 97/30 Lowick über Verbooms Trainingsangebot auch für deutsche Jugendliche informiert und später auch den Fußballverband Niederrhein (FVN) eingestaltet. Das bestätigte FC-Jugendleiter Niko Laukötter gegenüber dem BBV. „Man kann die Corona-Schutzverordnung doch nicht einfach so aushebeln“, sagte er. Der FVN äußerte sich bis Freitagabend noch nicht zu diesem Thema.

Offenbar hat sich das Training deutscher Jugendspieler auf dem Gelände des AD‘69 Aalten nun aber auch erledigt. „Nach unseren Corona-Maßnahmen darf eine Amateurfußballmannschaft aus Deutschland in den Niederlanden keinen Sport treiben. Sowohl Herrn Verboom als auch den Vorstand des A‘69 habe ich aufgefordert, dies sofort zu beenden. Dies wird sowohl von der Polizei als auch von unseren städtischen Inspektoren überprüft“, teilte Wilhard Knipscheer, Berater für öffentliche Ordnung und Sicherheit der Stadt Aalten, auf Anfrage mit.

Und Bürgermeister Anton Stapelkamp ergänzt. „Wir wussten es nicht. Es ist nicht erlaubt. Nur junge Leute, die Mitglieder sind, können Sport treiben, keine Außenseiter. Der Trainer berichtete dies und auch der Verein, der es in seinen Räumlichkeiten erlaubte. Schade, aber das sind die Regeln“, so Stapelkamp.

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