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Zukunft denken, Zukunft gestalten

Region Zukunft

Eine kleine Geschichte über die Zukunft am Beispiel des Metallrohrs: RSA cutting systems und das Tube Innovation Network in Schwerte-Westhofen.

29.10.2019, 10:39 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zukunft denken, Zukunft gestalten

LS150 lautet der Name des Sägeeinsatzes in der Rohrfertigung. Solche Sägen gibt es nicht im Baumarkt. In Westhofen werden sie hergestellt. © RSA

Es ist keine Frage, aber es gibt hierzulande wohl keine Partei, die diesen Spruch nicht auf ein Wahlplakat in ganz großen Lettern drucken würde. „Zukunft denken, Zukunft gestalten“ – das klingt nach den ganz großen Visionen, nach Fortschritt, nach Revolution. In einem auf die Zukunft ausgerichteten, nachhaltigen Denken, da hat ein Gegenstand wie ein Metallrohr, mit dem man öfter konfrontiert wird, als man glaubt, irgendwie keinen Platz. Und dass, obwohl sich in ihm Umbrüche widerspiegeln, die die Zukunft mit sich bringen und die sich vor der eigenen Haustür ereignen, zum Beispiel in Schwerte-Westhofen.

In Westhofen daheim

Das Unternehmen RSA cutting systems ist seit Juni 2012 in Schwerte-Westhofen daheim. RSA hat hier, unweit des Westhofener Kreuzes, einen für die Logistik idealen Standort gefunden, um seine Produkte anzufertigen und auszuliefern, Produkte wie Hochleistungssägen für den Metallrohrschnitt. „Unsere Sägen werden in der Automobilbranche und dem Stahlhandel sowie im Möbel- als auch im Gerüstbau eingesetzt“, erklärt Thomas Berg, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Wenn also in einem Röhrenwerk eine Maschine zur Herstellung von Rohren aufgestellt wird, stammt das Sägemodul vielleicht aus Schwerte-Westhofen.

Überall zu finden

Okay, Rohrherstellung? Das klingt erst einmal nicht sonderlich aufregend. Trotz ihrer Omnipräsenz sind Metallrohre auf den ersten Blick Gegenstände von so außergewöhnlicher Gewöhnlichkeit, dass sie selten bis nie so etwas wie ein öffentliches Interesse erzeugen. „Aber schauen Sie einmal, wo man überall Metallrohre findet“, schmunzelt Susanne Gerhardus, Assistentin der Geschäftsleitung. Wo Häuser gebaut oder restauriert werden, stehen Gerüste. Woraus bestehen Baugerüste? Aus Rohren. Gas strömt in die Heizung durchs Heizungsrohr, Schmutz gelangt durch das Rohr in den Staubsauger.

Ein mittelständisches Unternehmen wie die RSA in Schwerte beschäftigt für die Fertigung seiner sehr speziellen modularen Komponenten für die Rohrherstellung zurzeit 115 Mitarbeiter in Bereichen wie der Entwicklung, der Programmierung, der Montage und dem Kundenservice – plus Buchhaltung, Vertrieb, Versand und Lager.

Zukunft denken, Zukunft gestalten

Thomas Berg ist geschäftsführender Gesellschafter von RSA cutting systems und Gründer des Tube Innovation Networks. © Christian Lukas

Was aber hat der Aspekt Zukunft mit der Arbeit von RSA zu tun? „Unser Unternehmen hat früher in erster Linie für Automobilzulieferer gearbeitet; ich schätze rund 80 Prozent unserer Produkte gingen in die Automobilproduktion“, erläutert Thomas Berg. Deshalb heiße es nun, um Ecken zu denken. Der automobile Antriebsenergiespender der Zukunft scheint die Batterie zu sein. Der klassische Benzinmotor soll demnach über kurz oder lang von den Straßen verschwinden. Was sich in jedem durch fossile Kraftstoffe angetriebenen Motor findet: eine Kraftstoffeinspritzung. Hauptbestandteile solcher Einspritzungen sind: Rohre! Das heißt, dass im Automobilbau in Zukunft sehr viel weniger Rohre verwendet werden als heute. Was wiederum bedeutet, dass für Rohrhersteller und deren Zulieferer Märkte wegbrechen. RSA erschließt deshalb neue Märkte jenseits des Automobils, bevor das Thema E-Mobilität in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen ist. Stark sei man heute als Zulieferer in der Logistik und allgemein dem Maschinenbau, so das Unternehmen.

Und dann ist da das von RSA gegründete Tube Innovation Network. „Die Idee geht auf eine Messe in Shanghai 2014 zurück, die für uns schlichtweg ein Flop gewesen ist“, erzählt Thomas Berg offen. Dabei war RSA nicht das einzige Unternehmen, das höchst unzufrieden mit dem Messeverlauf war, wie er in Gesprächen mit weiteren Ausstellern feststellen konnte. Das führte zu der Erkenntnis: „Wir brauchen Partner, die ebenfalls auf einzelne Bereiche der Rohrherstellung spezialisiert und in den gleichen Märkten vertreten sind. Wir bündeln unsere Kräfte und treten als eine Einheit auf, die alle Leistungen rund um den Rohrherstellungsprozess abdecken kann.“

Konsequentes Networking

In der Wirtschaft wird immer wieder über Networking gesprochen. Doch in der Realität bleibe das oft eine Idee – man habe ja seine Kontakte zu Zulieferern oder gar Mitbewerbern, erörtert Berg. Nicht ganz, wie er findet, denn konsequentes Networking heiße auch, die Partner an Produktionsprozessen teilhaben zu lassen, neue Ideen gemeinsam zu entwickeln sowie sich über die Entwicklungen im Markt, Bedürfnisse der Abnehmer sowie gegebenenfalls politische Barrieren auszutauschen und beratend zu unterstützen.

Im Fall des Tube Innovation Networks sieht es so aus, dass alle beteiligten Betriebe, elf an der Zahl, einen Teil des Herstellungsprozesses abdecken, ohne dabei in direkter Konkurrenz zu stehen. Neue Entwicklungen laufen in einem Teamprozess ab, Wissen wird ergänzt.

Außerdem trete man gemeinsam stärker am Markt auf, wie Berg erklärt: „Seit Februar 2015 laden wir potenzielle Kunden regelmäßig zu Hausmessen ein, auf denen wir einerseits unsere Firmen präsentieren, andererseits aber als Verbund auftreten, der zusammen innovative Lösungen in den Bereichen Schweißnahtvorbereitung, Profilieren, Laserbearbeitung, Richten, Prüfen, Inline-Messen, Sägen, Biegen, Messen, Lagerlogistik und Kühlschmierstoffe anbietet.“

Zukunft gestalten bedeute nicht zwingend, die Welt zu verändern. Zukunft gestalten bedeute eben auch, sich von der Zukunft nicht überrennen zu lassen, sondern auf die Veränderungen, die da kommen werden, vorbereitet zu sein. Das gelte für die großen Bühnen ebenso, wie für mittelständische Betriebe.

www.rsa.de