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Zeichen der Solidarität

Bürgerschützenverein Rhade e.V.

Rhade. „Jeder sollte sich stets bewusst sein, dass die Gesundheit unserer Mitbürger an allererster Stelle steht“, sagen Siegfried Höller und Heiner Frerick von den Rhader Schützen.

24.07.2020, 19:44 Uhr / Lesedauer: 5 min
Der Thron bleibt weiter bestehen: Vorsitzender Siegfried Höller, Oberst Heiner Frerick, Nicole Hinsken, Thomas Hinsken, Königin Melanie Hinsken, König Tobias Hemker, Melanie Nathrath, Patrick Hinsken, Pfarrer Jürgen Zahn, Pfarrer Franz-Gerd Stenneken, Bürgermeister Tobias Stockhoff und Major Christoph Höller.

Der Thron bleibt weiter bestehen: Vorsitzender Siegfried Höller, Oberst Heiner Frerick, Nicole Hinsken, Thomas Hinsken, Königin Melanie Hinsken, König Tobias Hemker, Melanie Nathrath, Patrick Hinsken, Pfarrer Jürgen Zahn, Pfarrer Franz-Gerd Stenneken, Bürgermeister Tobias Stockhoff und Major Christoph Höller. © privat

Das Schützenfest des Bürgerschützenvereins Rhade findet nicht statt. Ein Grußwort von Siegfried Höller (Vorsitzender) und Heiner Frerick (Oberst):

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schützen und Freunde unseres Rhader Schützenfestes, noch zu Jahresbeginn für jeden von uns kaum vorstellbar, haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie unser bisher gewohntes Leben doch deutlich verändert.

Wir alle dürfen uns zwar sehr glücklich schätzen, dank eines funktionierenden Gesundheits- und Sozialwesens, hier in unserer schönen Heimat weitestgehend unbehelligt leben und arbeiten zu können. Wenn aber befristeter Lockdown, Abstand halten und bedauerlicherweise auch die Absage unseres geliebten Schützenfestes die geeigneten Mittel sind, um Schlimmeres zu verhindern, dann sollten wir uns gegenseitig – auch bei der Einhaltung ungeliebter Abstands- und Hygieneregeln – unterstützen. Zum Zeichen dieser Solidarität rufen wir deshalb alle Rhader auf, am Wochenende vom 25. bis 27. Juli ihre Häuser zu schmücken und die Fahnen zu hissen. Der Abendgottesdienst am Samstag (25. Juli) um 18.30 Uhr in St. Urbanus wird bei gutem Wetter im Freien auf dem Kirchplatz gefeiert. Eine kleine Abordnung aus Vorstand und Offizieren wird unsere amtierende Throngemeinschaft um König Tobias Hemker und Melanie Hinsken begleiten. Zum Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Schützen wird im Anschluss an den Gottesdienst eine kleine Abordnung die Kranzniederlegung am Ehrenmal vornehmen.

Für alle anschließenden und im weiteren Verlauf des Wochenendes sicherlich geplanten und ungeplanten Treffen von Freunden, Nachbarn und Bekannten wünschen wir gleichermaßen viel Freude wie Verantwortungsbewusstsein: Wählt den Kreis so klein wie möglich und haltet Abstand so groß wie nötig! Jeder sollte sich stets bewusst sein, dass die Gesundheit unserer Mitbürger an allererster Stelle steht.

Allen Rhader Bürgerinnen und Bürgern und Ihnen allen wünschen wir weiterhin gute Gesundheit, genießen Sie einen schönen und erholsamen Sommer und freuen Sie sich schon jetzt mit uns darauf, wenn es im kommenden Jahr wieder heißt: „Auf zum Schützenfest in Rhade!“

Mit freundlichem Schützengruß, Siegfried Höller (Vorsitzender) und Heiner Frerick (Oberst)

Auch wenn das Schützenfest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, sind trotzdem die Jubiläumskönigspaare zu erwähnen:

Throngemeinschaft 1970: Königin Elisabeth Kroll (damals Mechlinski), König Franz-Josef Loick; ferner Hermine Elvermann, Ursula Loick, Alfons Möllmann sowie Bernhard Mechlinski.

Throngemeinschaft 1970: Königin Elisabeth Kroll (damals Mechlinski), König Franz-Josef Loick; ferner Hermine Elvermann, Ursula Loick, Alfons Möllmann sowie Bernhard Mechlinski. © privat

Throngemeinschaft 1970: Königin Elisabeth Kroll (damals Mechlinski), König Franz-Josef Loick; ferner Hermine Elvermann, Ursula Loick, Alfons Möllmann sowie Bernhard Mechlinski.

Throngemeinschaft 1970: Königin Elisabeth Kroll (damals Mechlinski), König Franz-Josef Loick; ferner Hermine Elvermann, Ursula Loick, Alfons Möllmann sowie Bernhard Mechlinski. © privat

Throngemeinschaft 1995: Maria Weidner, Bernhard Hadder, Königin Agnes Hadder, König Tony Hemker, Regina Hemker und Reinhard Weidner.

Throngemeinschaft 1995: Maria Weidner, Bernhard Hadder, Königin Agnes Hadder, König Tony Hemker, Regina Hemker und Reinhard Weidner. © privat

Throngemeinschaft 1995: Maria Weidner, Bernhard Hadder, Königin Agnes Hadder, König Tony Hemker, Regina Hemker und Reinhard Weidner.

Throngemeinschaft 1995: Maria Weidner, Bernhard Hadder, Königin Agnes Hadder, König Tony Hemker, Regina Hemker und Reinhard Weidner. © privat

Mit dem 352. Schuss wurde Tobias Hemker im letzten Jahr König des Bürgerschützenvereins Rhade. Zur Königin wählte er Melanie Hinsken. Über das damalige Schützenfest und die verlängerte Amtszeit sprach Redakteurin Lydia Klehn-Dressler mit dem Königspaar.

Tobias Hemker ist König des Bürgerschützenvereins. Zur Königin wählte er Melanie Hinsken.

Tobias Hemker ist König des Bürgerschützenvereins. Zur Königin wählte er Melanie Hinsken. © Archiv

War der Schuss auf den Vogel seinerzeit von langer Hand geplant?

Tobias Hemker: Tatsächlich war es lange geplant. Ich wollte unbedingt einmal Schützenkönig werden. Ich habe viele Rhader Königspaare bewundert – und habe mir gesagt: „Da möchtest Du auch mal stehen.“ Für den Königsschuss bot sich das Jahr 2019 besonders gut an, da mein Vater bereits 1995 den Vogel in Rhade abgeschossen hat und somit im Jahr 2020 Silberkönig ist. Er ist natürlich besonders stolz, dass in seinem Silberkönigsjahr einer seiner beiden Söhne als amtierender König in der Kutsche sitzt/gesessen hätte.

Viele Könige sind, wenn der Vogel gefallen ist, von den vielen Eindrücken zunächst überwältigt und realisieren erst später, was passiert ist. Wie war das bei Ihnen?

Tobias Hemker: Ich hatte es ja lange geplant, und die Throngemeinschaft stand bereits seit 2017 fest. Als langjähriger Offizier im Schützenverein Rhade waren mir die Abläufe nach dem Königsschuss bekannt. Und demnach war ich auch gut vorbereitet. Aber wenn man den Vogel nach dem entscheidenden Schuss dann tatsächlich fallen sieht und die Menge jubelt, werden die Knie doch weich.

Erinnern Sie sich noch an die erste Amtshandlung?

Tobias Hemker: Selbstverständlich, als Erstes haben wir auf der Paradewiese den Alt-Schützenkönig Rolf mit einem Orden geehrt. Im Anschluss sind wir dann am jubelnden Schützenvolk vorbeigelaufen.

Wie haben Sie das Schützenfest danach als neues Königspaar wahrgenommen?

Tobias Hemker: Man kommt nach dem Königsschuss nach Hause, Nachbarn und Freunde haben den Kranz bereits aufgehängt und die Königswache stand auch parat. Auf dem Dorf greift eben immer noch ein Zahnrad ins andere. Wir waren überwältigt, der Mittelpunkt der grandiosen Stimmung im Zelt und auf dem Thron zu sein. Auf dem Platz zu sitzen, zu dem man jahrelang aufgeschaut hat.

Melanie Hinsken: Nach den ersten Minuten, die wie in Trance vergangen sind, konnte man sich direkt in seiner neuen Rolle wohlfühlen. Vorstand und Offiziere des Schützenvereins betreuen einen von A-Z super gut. Man hat zu jeder Zeit helfende Hände in seiner Nähe und fühlt sich in dieser tollen großen Gemeinschaft nie allein gelassen.

Wie lief die Zusammenarbeit zwischen König und Königin?

Tobias Hemker: Da die Freundschaft zwischen uns schon jahrelang besteht, waren wir uns von Anfang an einig, dass wir das Schützenfest als Königspaar rocken werden. Als ich meine spätere Königin morgens an der Vogelstange sah, wusste ich, sie hat nicht zu viel versprochen und wir ziehen das Ding gemeinsam durch.

Im Rückblick gesehen: Was hat Ihnen während der bisherigen Regentschaft am meisten Freude bereitet?

Tobias Hemker: Alle unterjährigen Veranstaltungen – sei es das Gänseschießen, das Bataillonsschießen oder die Mottoparty – haben uns allen sehr viel Spaß gemacht. Dem Ganzen buchstäblich „die Krone aufgesetzt“, hat jedoch nach wie vor der Krönungsball am Montagabend, mit dem alles anfing.

Hatten Sie sich für Ihre Amtszeit besondere Ziele gesetzt?

Tobias Hemker: Wir möchten so viele schöne Momente wie nur möglich mitnehmen und auch außerhalb des Schützenfestes eine tolle Zeit mit der Throngemeinschaft erleben.

Wie haben Sie die Entscheidung, das Schützenfest 2020 nicht stattfinden zu lassen, aufgenommen? Und was halten Sie von Ihrer verlängerten Amtszeit?

Tobias Hemker: Als feierwütige Throngemeinschaft sind wir natürlich traurig, dass wie in allen anderen Dörfern in diesem Jahr kein Schützenfest in Rhade gefeiert wird. Aufgrund der aktuellen Situation rund um Corona ist diese Entscheidung aber natürlich richtig. Denn wir alle wollen weder ein Schützenfest mit Mundschutz, noch ein Schützenfest, dem die Leute aus Sicherheitsgründen fernbleiben. Die Gesundheit aller Rhader sowie allen Gästen des Schützenfestes geht vor.

Melanie Hinsken: Für uns als Throngemeinschaft war klar, dass wir diese verlängerte Amtszeit gemeinsam durchziehen. Und wir freuen uns nun über noch ein weiteres Jahr.

Haben Sie mitbekommen, ob das Schützenvolk sehr enttäuscht ist?

Tobias Hemker: Als König und Königin wird man natürlich des Öfteren zu der Situation angesprochen und blickt dabei auch in enttäuschte Gesichter. Gleichzeitig zeigt jeder aber auch Verständnis für die Entscheidung. Und alle gehen davon aus, dass das Schützenfest im Jahr 2021 unverändert voller Stimmung und Euphorie fortgesetzt wird.

Wie hatten Sie sich eigentlich auf das Schützenfest vorbereitet?

Tobias Hemker: Lustigerweise habe ich genau einen Tag bevor der „Lockdown“ im März beschlossen wurde, die fertig gravierte Königsplakette mit den Jahreszahlen 2019/2020 abgeholt. Diese wird nun wohl noch um ein Jahr ergänzt werden müssen. Die Einladungen hatten wir ebenfalls bereits entworfen, zum Glück aber noch nicht drucken lassen.

Melanie Hinsken: Meine Ehrendamen und ich waren gerade in der aufregenden Phase der Kleiderauswahl, als man plötzlich nicht mehr shoppen durfte. Da zeichnete sich langsam aber sicher ab, dass in diesem Jahr alles anders wird – und unser geliebtes Schützenfest wohl auf der Kippe stand.

Im Prinzip wird durch die Corona-Krise Ihre Amtszeit ja auch zu etwas Besonderem: Sie gehen vermutlich als Königspaar in die Chronik ein, das länger als üblich im Amt blieb. Wie finden Sie das?

Tobias Hemker: Dass unsere Regentschaft länger als ein Jahr andauert und auf ewig so in den Büchern stehen wird, ist natürlich die einzige Besonderheit, die man der ganzen Situation abgewinnen kann. Auf die Titel „Corona-König“ und „Queen-Corona“, wie wir beide inzwischen spaßeshalber von den Arbeitskollegen gerufen werden, hätten wir trotzdem gerne verzichtet, wenn wir in diesem Jahr ein Knaller-Schützenfest mit super Stimmung und tollen Gästen ganz ohne Corona gefeiert hätten.

Kommen trotz Corona-Krise in der nächsten Zeit durch die verlängerte Amtszeit Pflichten auf Sie zu?

Tobias Hemker: Wir hoffen, dass die jährlich stattfindenden Termine ab Ende des Jahres wieder fortgesetzt werden dürfen und die tolle Schleife somit weitergeht. Wir sind ja in einigen Terminen nun schon etwas geübt.

Wie sehr freuen Sie sich jetzt schon auf das nachgeholte Schützenfest?

Tobias Hemker: Da wir uns dieses Jahr schon unfassbar auf das Schützenfest gefreut haben, währt diese Freude nun umso länger. Wir hoffen und wünschen uns, dass das Rhader Schützenvolk auch im nächsten Jahr wieder so toll an unserer Seite steht und es noch mal so richtig mit uns krachen lässt. Die Schützenfestmomente 2021 sollen für uns alle unvergesslich werden.

Mehr Informationen über den Bürgerschützenverein Rhade e.V. gibt es auf der Homepage. http://www.buergerschuetzenverein-rhade.de/Startseite/