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Stadtbild soll nachhaltig verändert werden

Region Zukunft

In Zusammenarbeit mit Fachbüros und den zuständigen behördlichen Stellen startet die Stadt Werne eine aufwendige Modernisierungsphase.

29.10.2019, 10:40 Uhr / Lesedauer: 3 min
Stadtbild soll nachhaltig verändert werden

Viele Neuerungen geplant: Die Stadt Werne setzt auf Modernisierung. © Neubauer

Die Stadt Werne verfolgt mit dem Projekt „Werne neu verknüpft“ das Ziel, den an die westliche Innenstadt grenzenden Raum entlang der Horne und der Münsterstraße besser in die zukünftige Stadtentwicklung einzubinden. Das Projekt entstand aus den ursprünglich eigenständigen Regionale- 2016-Projekten „EnergieStadt Werne“ und „Werner Wasser im Wandel“.

Um Synergieeffekte zu nutzen, hat die Stadt Werne beide Projekte miteinander verknüpft. Bei der Entwicklung des Projekts haben sich die vier Bausteine Gewässer, Verkehr, Städtebau und Energie konkretisiert. Im Zusammenspiel dieser Bausteine soll ein Prototyp für die innovative Umgestaltung von Fließgewässern in ihrer städtebaulichen Umgebung entstehen.

Der grundlegende Rahmen

In den letzten Monaten wurden in Zusammenarbeit mit Fachbüros und den zuständigen behördlichen Stellen die grundlegenden Rahmenbedingungen geklärt.

Projektbaustein Gewässer: Die Horne soll im Bereich der Innenstadt Wernes naturnah gestaltet und für die Bürger wieder erlebbar gemacht werden. Zu möglichen Maßnahmen an der Horne zählen zum Beispiel Aufweitungen des Gewässers in Bereichen, in denen benachbarte Flächen zur Verfügung stehen. Zukünftig kann man als Stadtbewohner entlang der Horne promenieren. Sitzgelegenheiten laden zum Ausruhen und Erleben von Wasser und Natur mitten in der Stadt ein.

Stadtbild soll nachhaltig verändert werden

Zwischen Becklohhof westlich der Münsterstraße und Burgstraße auf der östlichen Seite soll der Kreisverkehr entstehen. Im Zuge dessen wird die Fußgängerbrücke abgerissen. © (A) Felgenträger

Infopunkte an exponierten Standorten informieren die Besucher über die neuen ökologischen Qualitäten einer naturnah umgestalteten Horne, die ein sehr wichtiger Beitrag zu einer lebenswerten Stadt darstellen soll.

Projektbaustein Verkehr: Der Bau der Ortsumgehung L 518n hat die großen innerstädtischen Kreuzungsbereiche der Münsterstraße deutlich von Verkehr entlastet. Die nun überdimensionierten Flächen mit ihrer massiven Trennwirkung können somit für eine städtebauliche Aufwertung und Neugestaltung des Verkehrsraums genutzt werden.

Eine mögliche Lösung ist die Einrichtung von Kreisverkehren mit erheblichen Nutzungsvorteilen für alle Verkehrsteilnehmer und einer verbesserten Gestaltqualität. Weiter bieten sich der Rückbau der Fußgängerbrücke und die Öffnung des Kreuzungsbereichs Becklohhof/Burgstraße für Fußgänger und Radfahrer an.

Projektbaustein Städtebau: Mit der Umgestaltung der Horne entstehen attraktive Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer an der Horne. Im Süden der Innenstadt entsteht der Neubau des Natursolebads, dessen Eingang sich zum zukünftigen Uferweg der Horne öffnen wird.

Der Uferabschnitt zwischen „Hornemühle“ und Burgstraße bietet Platz für eine Naturerfahrung am Wasser. Der Moormannteich präsentiert sich zukünftig als grüner Stadtplatz, der auch als Erholungs- und Veranstaltungsort dient. Das Uferareal nördlich der Feuerwehr als grünes Tor zur Stadt wird zusätzlich neue Spielflächen für Kinder anbieten.

Projektbaustein Energie: Die Stadt Werne möchte bei der Energiewende eine Vorreiterrolle einnehmen. Beiderseits der Horne und der Münsterstraße liegen öffentliche und private Einrichtungen, die Energie in Form von Wärme und Strom benötigen. Um diese Energie möglichst effektiv zu nutzen, sollen Energieerzeugung und -verbrauch über ein neues Verteilernetz und den Einsatz verschiedener Erzeugersysteme zusammengeführt werden.

Das Nahwärmenetz kann darüber hinaus zu jeder Zeit sukzessive erweitert werden.

Nach dem Aus für die von Politik und Verwaltung favorisierte „Energiestadt Werne“ fusionierte dieses Regionale-Projekt 2014 mit Wernes zweiter Option, „Wasser im Wandel“, zum Projekt „Werne neu verknüpft“.

Ein Jahr später meldete die Verwaltung das Projekt offiziell bei der Regionale-Jury an, außerdem stellte sie den notwendigen Antrag zur Städtebauförderung. Im Dezember 2016 erhielt „Werne neu verknüpft“ den B-Stempel, nach dem unter anderem das Gebiet für die Städtebauförderung bis zum Stadtsee erweitert worden war. Wichtiger Meilenstein war die Bestätigung von Kreis und Land, dass die Bundesstraße B54 umgewidmet werden kann. Die Umsetzung der Projekte ist auf 10 bis 15 Jahre angelegt.

Kosten für alle Projekte

Eine exakte Vorhersage der Kosten für alle Projekte ist nicht möglich. Die Verwaltung hat eine überschlägige Rechnung vorgelegt. „Nur wenn alle Einzelmaßnahmen mittel- bis langfristig umgesetzt werden, wird der grob ermittelte Kostenrahmen inklusive zehn Prozent Aufschlag für Unvorhergesehenes erreicht“, erklärte Patrick Frescher vom Amt für Stadtentwicklung. Baustein Gewässer: rund 4,4 Millionen Euro; Baustein Verkehr: rund 6,8 Millionen Euro; Baustein Städtebau: rund 4,3 Millionen Euro; Baustein Energie: rund 1 Million Euro; Planungskosten: rund 2,4 Millionen Euro; Gesamtsumme inklusive Wettbewerbskosten und Bürgerbeteiligung: rund 19,5 Millionen Euro.