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Landwirt aus Leidenschaft

Philipp Maaßen

Philipp Maaßen bewirtschaftet den Kirchhellener Bauernhof an der Hackfurthstraße in der dritten Generation.

30.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landwirt aus Leidenschaft

© Julian Schaepertoens

Seit Philipp Maaßen sprechen konnte, hatte er nur einen Traum: Landwirt zu werden. So wie einst sein Vater und sein Großvater liebt er sein Leben auf dem Bauernhof. Zwar ohne Tiere, dafür mit einer großen Familie, die ihm den Rücken stärkt, Mitarbeitern, auf die er sich verlassen kann, und jeder Menge Tatendrang.

Schon als sein Großvater Ernst in den 1930er Jahre aus dem Rheinland ins Ruhrgebiet kam, um hier einen Bauernhof zu pachten, gab es das Grundstück an der Hackfurthstraße in Kirchhellen. Nachdem die beiden Pachtbetriebe in Gladbeck mit den Jahren zu klein wurden, wechselte die Familie Maaßen 1982 in das benachbarte Kirchhellen und baute hier den heutigen Bauernhof nach und nach aus.

„Mit Getreide, Kartoffeln, Zwiebeln und einer Bullenmast fing hier alles an“, erinnert sich Philipps Mutter Christel Maaßen. Nach dem Umzug von Gladbeck nach Kirchhellen wurde der Hofladen eröffnet, sodass Kunden ihre Lebensmittel direkt bei der Familie kaufen konnten.

Betriebsübernahme

Als Philipp gerade mal 14 Jahre alt war, verstarb sein Vater Raimund. Noch zu jung, um den Betrieb zu übernehmen, entschied sich die Familie dazu, dass übergangsweise Mutter Christel das Ruder in die Hand nimmt, bis Philipp mit seiner Ausbildung fertig ist. Er und seine beiden Geschwister unterstützten in den nächsten Jahren ihre Mutter dabei, den Betrieb am Laufen zu halten. Nach seinen Ausbildungen zum Schlosser und Landwirt auf verschiedenen Obstbaumbetrieben, kehrte der älteste Sohn 2006 nach Kirchhellen zurück.

Er besuchte die Fachschule und arbeitete auf dem Hof. 2009 konnte Christel Maaßen den Betrieb an ihren Sohn übergeben. In den drei Jahren vor der Betriebsübernahme lernte Philipp auch Alina Schmittgen kennen. Diese machte ihre Ausbildung als Hauswirtschafterin auf dem Hof und beide verliebten sich ineinander. Heute hat das Paar drei Kinder.

Zwiebeln und Kartoffeln

Nachdem Philipp Maaßen als Chef den Bauernhof übernahm, wuchs dieser in den nächsten Jahren. „Wir hatten damals zwei Mitarbeiter. Heute sind es bereits 20“, erinnert sich der Kirchhellener. Der Anbau von Zwiebeln und Kartoffeln wurde ausgedehnt. Von den Bullen verabschiedete sich die Familie. Dafür wurden die Felder für den Anbau von Äpfeln und Pflaumen genutzt.

Ein weiterer Standort mit einer großen Kartoffellagerhalle kam hinzu. 2011 wurde der Zwiebelschälbetrieb gebaut. Und der Standort am Liesenfeldhof in Bottrop-Boy wurde 2015 umstrukturiert und ein Hühnermobil erweiterte das Portfolio. Die letzte große Veränderung passierte Anfang 2019: Da übernahm Philipp Maaßen den benachbarten Holzhof.

Viel ist geschehen in den vergangenen Jahren. Voller Tatendrang lebt Philipp Maaßen heute seinen Kindheitstraum. Diese Begeisterung für die Landwirtschaft hat längst schon die vierte Generation angesteckt. Der sechsjährige Jannes fährt öfters mit seinem Vater in die Felder und beobachtet, wie Kartoffeln und Zwiebeln wachsen. Und wie einst bei seinem Vater wächst in ihm ein Traum: Landwirt zu werden.