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Weitsprung-Star Malaika Mihambo läuft gegen die Sprint-Spezialistinnen

Sportlerin des Jahres in Dortmund

Sie ist momentan wohl das Gesicht des deutschen Frauen-Sports. Weitsprung-Star Malaika Mihambo ist „Deutschlands Sportlerin des Jahres 2019“ und das Covergirl des PSD Bank Indoor Meetings.

09.01.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weitsprung-Star Malaika Mihambo läuft gegen die Sprint-Spezialistinnen

Malaika Mihambo freut sich über ihren Sieg bei der Deutschen Hallenmeisterschaft im Weitsprung 2018 in der Helmut-Körnig Halle. Beim PSD Bank Indoor Meeting startet sie in diesem Jahr im Sprint. © picture alliance / Bernd Thissen

Die Welt- und Europameisterin tritt am 9. Februar gegen erfolgreiche Sprint-Spezialistinnen über 60 Meter an und wird in diesem Aufeinandertreffen zeigen, dass sie nicht ohne Grund, als schnellste Weitspringerin der Welt gehandelt wird. Weltmeisterin. Europameisterin. Deutschlands Sportlerin des Jahres. Weitspringerin Malaika Mihambo ist spätestens seit diesem Sommer ein Name, den Sport-Deutschland kennt. Die 25-Jährige von der LG Kurpfalz sprang sich 2019 mit gleich mehreren Sieben Meter-Sprüngen ins Rampenlicht. Ihr weitester Sprung gelang ihr zum Saisonhöhepunkt. 7,30 Meter – der zweitweiteste Sprung, der je für eine deutsche Weitspringerin gemessen wurde, er war bei der Weltmeisterschaft in Doha Gold wert.

Malaika Mihambo, deren Vorname in Swahili „Engel“ bedeutet, ist eine Sportlerin, die die Leichtathletik in ihrer Gesamtheit präsentieren kann. Die ihr Glamour verleiht. Ausdruck. Ein Gesicht, das in diesem Jahr auch schon in der Deutschen „Vogue“ abgebildet war. Eine Frau, die aktuell beliebter Gast in diversen Quiz- oder Talksendungen ist. Eben auch, weil sie weit mehr ist als Sportlerin. Weil sie eine Geschichte hat, eine fesselnde Persönlichkeit, die sie nicht auf dem Silbertablett vor sich herträgt, sondern nur unterschwellig offenbart.

Malaika Mihambo, deren Mutter Deutsche ist und deren Vater aus Sansibar stammt, ist gewiss kein Lautsprecher, sondern eher eine stille Athletin. Eine Athletin, die dennoch so selbstbewusst und eloquent über ihr Talent reden kann, ohne auch nur einen Moment den Eindruck von Arroganz zu erwecken. Eine intelligente Frau mit enormer Tiefe, die nur auf Nachfrage von ihrem Leben neben dem Sport erzählt. Von ihrem sozialen Engagement in einer Schule. Von ihrem wöchentlichen Klavierunterricht. Von ihren Reisen, ganz alleine, etwa nach Indien. Reisen, die auch ein stückweit Reisen zu sich selber sind. Die ihr mentale Stärke lehren. Und sie neben der Frau Malaika Mihambo auch zu der Athletin Malaika Mihambo machten, die sie heute, am Ende dieser beeindruckenden Saison ist: Weltmeisterin. 7,30-Meter-Springerin. Eine Weitspringerin von Weltformat.

WM-Norm über 100 Meter

Doch diese Frau, die seit ihrem elften Lebensjahr von Ralf Weber trainiert wird, der sie auch nach Dortmund begleiten wird, kann nicht nur weit springen. Im vergangenen Sommer knackte sie neben der WM-Norm im Weitsprung eben auch die Norm über 100 Meter für die Weltmeisterschaften und holte die Bronzemedaille über diese kurze Sprintstrecke bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin. Nur die Asse Tatjana Pinto (LC Paderborn) und die Ex-Dortmunderin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) waren schneller als die 25-Jährige. Eine Zeit lang flirtete Malaika Mihambo auch gar mit der Möglichkeit eines WM-Doppelstarts, entschied sich kurzfristig dann aber doch aufgrund der klimatischen Bedingungen in Doha für den Einzelstart im Weitsprung. Der Rest ist Geschichte.

In Dortmund wird Malaika Mihambo nun über die kürzeste Hallenstrecke der Leichtathletik, die 60 Meter, ihr Vermögen zeigen. Aus nationaler Perspektive bekommt sie es hier vor allem mit Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) und Laura Müller (LC Rehlingen) zu tun – zwei Sprint-Spezialistinnen, die seit Jahren zur Elite des deutschen Sprints zählen. Haase gewann bereits mehrere Medaillen mit der DLV-Sprintstaffel, zuletzt war es 2018 Bronze bei der EM in Berlin; Müller lief bei der Heim-EM 2018 auf den achten Platz über 200 Meter. Harte Konkurrenz ist auch von den Niederländerinnen um Naomi Sedney und Marije van Hunenstijn zu erwarten, die EM-Silber in Berlin geholt haben. Mit Daryll Neita kommt zudem eine hochdekorierte Britin nach Dortmund, die mit der Staffel im Sommer Silber bei der WM holen konnte und 2020 in Tokio eine Olympische Bronzemedaille zu verteidigen hat.

Tickets für das PSD Bank Indoor Meeting Dortmund sind unter www.ticketmaster.de, an allen an das TM-System angeschlossenen Vorverkaufsstellen sowie bei Laufsport bunert in Dortmund ab 10 Euro erhältlich. Weitere Informationen zur Veranstaltung unter www.psdbank-indoormeeting.de