Anzeige

Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter

Frust und Konflikte

Manchmal ist es eine Frage der Zeit, dass sich Frust und Konflikte im Pflegealltag entladen. Wenn Pflegende eine Pause brauchen, hilft die Pflegeversicherung.

12.05.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter. Zum Beispiel, dass der Wille des Pflegebedürftigen ignoriert wird, aber auch herausforderndes Verhalten gegenüber dem Pflegenden. AOK/hfr.

Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter. Zum Beispiel, dass der Wille des Pflegebedürftigen ignoriert wird, aber auch herausforderndes Verhalten gegenüber dem Pflegenden. AOK/hfr. © AOK Nord West

Ein Familienmitglied zu pflegen, kostet viel körperliche und noch mehr seelische Kraft. Viele pflegende Angehörige reiben sich beim Spagat zwischen Pflege, Beruf, Haushalt und Familie auf und vernachlässigen dabei eigene Bedürfnisse.

Meist ist es eine Frage der Zeit, wann sie mit ihren Kräften und ihrer Geduld am Ende sind. Dann kann schon eine Kleinigkeit genügen, und der unterdrückte Frust eskaliert und entlädt sich gegenüber dem Pflegebedürftigen. Gewalt in der Pflege kann sich durch Anschreien, Demütigungen und Beleidigungen äußern, aber auch dadurch, dass dem Pflegebedürftigen notwendige Hilfen vorenthalten werden, sein Wille ignoriert und seine Privat- und Intimsphäre missachtet wird. Oft steckt Überlastung dahinter.

Es können sich aber auch schwierige Beziehungskonstellationen zuspitzen oder lange verdrängte familiäre Konflikte aufbrechen.

Warnsignale erkennen

Warnsignale für Überlastung sind beispielsweise chronische Müdigkeit, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit, Gereiztheit, Schuldgefühle und -zuweisungen, Schlafstörungen sowie Kopf- und Rückenschmerzen. Doch auch Pflegende sind nicht selten mit herausforderndem Verhalten von Pflegebedürftigen konfrontiert. Für Angehörige, die sich stark in der Pflege engagieren, ist es sehr belastend, wenn Pflegebedürftige ihnen gegenüber ungehalten werden oder sogar körperliche Gewalt anwenden.

So schwer es ist: Wichtig ist es dann, dies nicht persönlich zu nehmen. Hilfreich kann es sein, sich über die vorliegenden Erkrankungen zu informieren. Auch die Teilnahme an einem Pflegekurs kann helfen, Verständnis zu entwickeln, sich besser in den Kranken hineinzudenken und mit angespannten Situationen gelassener umzugehen. Hilfreich ist es darüber hinaus, sich Auszeiten von der Pflege zu nehmen. Die Pflegeversicherung bietet pflegenden Angehörigen die Möglichkeit dazu.

Versorgt von einer Ersatzperson

So tragen die gesetzlichen Pflegekassen beispielsweise die Kosten für eine notwendige Verhinderungspflege, bei der der Pflegebedürftige zu Hause von einer Ersatzperson versorgt wird. In bestimmten Fällen kann die zu pflegende Person auch vorübergehend in einem Pflegeheim untergebracht werden. Diese ‚Kurzzeitpflege‘ ist für die Überbrückung kurzfristiger Notsituationen gedacht.

Dazu gehört unter anderem auch der Urlaub des Pflegenden. Über die konkreten Möglichkeiten sollten sich pflegende Angehörige von der Pflegekasse beraten lassen.

Als Mehrleistung zur persönlichen AOK-Pflegeberatung bietet die AOK ihren Versicherten jetzt auch eine telefonische Pflege-Hotline an. Die Pflege-Experten der AOK NORDWEST stehen den Hilfesuchenden während der üblichen Öffnungszeiten unter der kostenlosen Nummer 0800/2655-185029 gern zur Verfügung.

Weitere Infos gibt es im Pflegeportal der AOK unter www.aok.de/nw, Rubrik Gesundheit