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Auf die Dosis kommt es an

Arzneimittel für Kinder

Das Kind ist krank und braucht Medikamente? Eltern sollten jetzt nicht einfach eigene Tabletten halbiert oder geviertelt verabreichen oder Tropfen mal eben geringer dosieren.

06.11.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf die Dosis kommt es an

Wenn Kinder krank sind, benötigen sie geeignete Medikamente, die richtig dosiert und verabreicht werden. © AOK/hfr.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Stoffwechsel und das Immunsystem arbeiten anders als bei Erwachsenen. Die Gefahr einer falschen Dosierung, verbunden mit vermehrten Nebenwirkungen ist daher groß, wenn Arzneimittel für Erwachsene eigenmächtig an Kinder verabreicht werden“, sagt Dr. Andrea Wienecke, Apothekerin bei der AOK NORDWEST. Eltern sollten deshalb immer ihren Arzt oder Apotheker fragen, bevor sie ihren Kindern Arzneimittel geben.

Um die Sicherheit der Medikamente für Kinder zu verbessern, gibt es seit 2007 eine EU-Verordnung für Kinderarzneimittel. Danach muss die Eignung eines neuen Medikaments auch für Kinder und Jugendliche durch Studien nachgewiesen werden. Spezielle Arzneimittel für Kinder gibt es beispielsweise im Bereich der Erkältungsmittel, zur Prophylaxe gegen Karies und gegen Rachitis. Diese Arzneimittel sind zum Teil extra gekennzeichnet, etwa durch einen Aufdruck: „Für Säuglinge“ oder „Für Schulkinder“.

Doch das grundsätzliche Problem bleibt, so Wienecke: „Die meisten Arzneimittel sind für Erwachsene konzipiert und bisher nicht speziell für Kinder geprüft und zugelassen. Da es häufig keine Alternativen gibt, werden Kinder also oft mit Medikamenten behandelt, die gar nicht ausreichend für sie getestet sind.“ Bei der Verordnung von Medikamenten bleibt den Ärzten daher oft nur der Griff zur Medizin für Erwachsene. Kinder- und Jugendärzte passen die Dosierung dabei auf der Grundlage von Erfahrungswerten an. Doch nicht immer halten sich die Eltern an die vom Arzt verschriebene Menge: Eine gemeinsame Studie der Uniklinik Erlangen und des Robert Koch-Instituts hat ergeben, dass mehr als jedes zehnte Kind zu Hause falsch behandelt wird.

In zehn bis 15 Prozent der Fälle gaben Eltern das Medikament in einer zu niedrigen Dosierung – vermutlich im Glauben, ihr Kind damit weniger zu schädigen. Das ist jedoch gefährlich, weil durch die geringere Dosis die Wirkung des Medikaments ausbleiben kann. Neben der richtigen Dosierung kommt es auch auf Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme an. Manche Medikamente müssen vor den Mahlzeiten genommen werden, um ihre Wirkung optimal zu entfalten, andere während oder nach dem Essen – am besten mit viel Wasser.

Kinder werden häufiger krank, weil sich die Organe und das Immunsystem noch entwickeln (müssen). Ob immer Medikamente nötig sind, sollten Eltern im Einzelfall mit dem Arzt besprechen. Gerade Husten, Schnupfen, leichtes Fieber oder milder Durchfall können oft mit einfachen Hausmitteln behandelt werden. Medikamente sollten bei Kleinkindern jedenfalls immer nur auf ärztlichen Rat und Verordnung gegeben werden.

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