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Abwärtstrend beim ‚Komasaufen‘

Reale Gefahr

In Westfalen-Lippe hält der Abwärtstrend beim ‚Komasaufen‘ weiter an. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NORDWEST.

15.07.2020, 09:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trinken bis zum Filmriss? Nein, sagen immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Westfalen-Lippe. .

Trinken bis zum Filmriss? Nein, sagen immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Westfalen-Lippe. . © AOK/hfr

Danach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 788 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, über sechs Prozent weniger als im Vorjahr (840).

„Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Wir dürfen nicht nachlassen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu motivieren. Alkoholkonsum kann zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Daher sei es wichtig, dass Jugendliche auch und gerade beim Alkohol Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen.

Gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Für AOK-Chef Ackermann ist der Kampf gegen das ‚Komasaufen‘ eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen allein geführt werden kann.

Neben den Eltern können auch Schulen, Sportvereine und Jugendeinrichtungen gemeinsam mit kommunalen Experten der Suchtprävention hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Daher sind auch Kommunen und Politik gefordert, sich in die Suchtprävention noch stärker einzubringen, die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und die Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern.

Positives Beispiel

Als positives Beispiel nannte Ackermann das landesweite Präventionsprojekt ‚HaLT – Hart am Limit‘, eine gemeinsame Initiative von Landes-Gesundheitsministerium, gesetzlichen Krankenkassen und der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW.

Dabei wird Jugendlichen, die wegen Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingeliefert werden, mit einem speziellen Beratungsangebot geholfen. „Die gezielte Ansprache im Krankenhaus ist ein geeigneter und wirkungsvoller Ansatz, um Verhaltensänderungen zu erreichen“, so Ackermann.