Anzeige

Generationenwechsel eingeleitet

Annika, Marvin und Jörg Radüchel

Die Geschwister Annika und Marvin Radüchel führen nun gemeinsam mit Vater Jörg Radüchel das Fördertechnik- und Stahlbauunternehmen MARA.

30.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Generationenwechsel eingeleitet

© Julian Schaepertoens

Hätte man die Geschwister Annika und Marvin Radüchel vor zehn Jahren gefragt, ob sie irgendwann in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wollen, hätten beide es sich damals nicht vorstellen können. Doch meistens kommt es anders im Leben und heute leiten die beiden Geschwister zusammen mit Vater Jörg das Fördertechnik- und Stahlbauunternehmen MARA in Raesfeld-Erle.

Marvin Radüchel wollte eigentlich in einem ganz anderen Bereich Fuß fassen. Seine Begeisterung für Sport führte zu einer kaufmännischen Ausbildung in einem Sportgeschäft. Und Annika Radüchel musste durch eine schwere Krankheit nach der 8. Klasse die Schule abbrechen, um sich erstmal auf ihre Genesung zu konzentrieren. „Im handwerklichen Bereich tätig zu sein konnte ich mir gar nicht vorstellen“, so Marvin Radüchel. Und seine Schwester erzählt: „Ich wollte erst wieder gesund werden und meinen Schulabschluss nachholen.“

Als Mutter Manuela, damals noch kaufmännische Geschäftsführerin von MARA, in ihrem Bereich Unterstützung gesucht hat, half Marvin aus – und die kaufmännische Arbeit gefiel dem 28-Jährigen so gut, dass eine zweite Ausbildung im Betrieb als Industriekaufmann die Folge war. Und auch Annika Radüchel begann nach ihrer Genesung eine Ausbildung im elterlichen Betrieb und holte dabei ihren Schulabschluss nach.

Stolz auf den Nachwuchs

Die Eltern sind stolz auf ihren Nachwuchs. Mit ruhigen Gewissen konnte sich Mutter Manuela aus dem Betrieb zurückziehen, um demnächst ein Café zu eröffnen. Heute leitet das Dreiergespann aus Vater, Sohn und Tochter das Unternehmen, welches bereits vor 25 Jahren gegründet wurde. Jörg Radüchel war früher als Bergmann auf Fürst Leopold in Dorsten tätig. Als nach und nach die Zechen schließen mussten, entschied sich der heute 54-Jährige, zusammen mit seinem Vater Manfred für die Selbstständigkeit. Auch Frau Manuela war von Anfang an dabei. Die erste Halle in Schermbeck wurde im Jahr 1994 bezogen.

Seitdem ist die Firma auf die Entwicklung und den Bau von Fördertechniken spezialisiert. Diese Fördersysteme basieren auf eigenentwickelten und in der Praxis bewährten Komponenten, die individuell auf Kundenwunsch konfiguriert werden. Von der Erstinstallation im Anlagenbau bis zur Wartung und Pflege von Eigen- und Fremdinstallationen – das Schöne sei es, vom ersten bis zum letzten Tag im gesamten Team etwas zu schaffen, so Jörg Radüchel. „Kein Projekt gleicht dem anderen und man wird jeden Tag neu gefordert.“

Zertifizierung

Nach zwölf Jahren wurde die Halle in Schermbeck zu klein. Es folgte der Umzug ins Erler Industriegebiet. Die Projekte wurden immer größer und umfangreicher. Weltweit ist das Unternehmen tätig. 2011 öffnete sich der asiatische Markt für sie und eine Entsorgungsanlage ging erstmals nach China. Das Team wuchs weiter, 2015 bildete die Firma zum ersten Mal einen Metallbauer für Konstruktionstechnik aus. Im selben Jahr erhielt MARA eine Zertifizierung für Qualitätssicherung. Heute sind 17 Personen im Unternehmen tätig.

Und auch die nächste Generation, vertreten durch Annika und Marvin, möchte nun eigene Spuren hinterlassen. „Wir wollen auf jeden Fall die Digitalisierung nach vorne bringen und uns breiter aufstellen“, erläutert Marvin Radüchel seine Ideen für die Zukunft. Jörg und Manuela Radüchel können beruhigt sein, dass ihre Kinder genauso mit Ideenreichtum und Tatendrang an die Sache gehen. Die Nachfolge ist geregelt und das Unternehmen steht auf stabilen Beinen. Was kann man sich da als Unternehmerpaar mehr wünschen?