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Eine Sache des Herzens

Kilian Schützengilde Schermbeck von 1602 e.V.

Schermbeck. „Das Jahr 2020 haben wir uns anders vorgestellt“, sagt Ralf Daunheimer. Der Präsident der Kilian Schützengilde Schermbeck informiert, wie der Verein mit der Situation umgeht.

10.07.2020, 13:39 Uhr / Lesedauer: 4 min
Dominik Woeste und Lenja Niesen (Mitte) sind das Königspaar der Kiliangilde Schermbeck. Während ihrer einjährigen Regentschaft wurden sie von den Thronpaaren Scotty La Rocca (USA)/Katrin Schulz (l.) und Lars Niesen/Lena Nowotny (r.) unterstützt.

Dominik Woeste und Lenja Niesen (Mitte) sind das Königspaar der Kiliangilde Schermbeck. Während ihrer einjährigen Regentschaft wurden sie von den Thronpaaren Scotty La Rocca (USA)/Katrin Schulz (l.) und Lars Niesen/Lena Nowotny (r.) unterstützt. © Helmut Scheffler

Das Schützenfest der Kilian Schützengilde Schermbeck von 1602 e.V. findet nicht. Präsident Ralf Daunheimer hat ein Grußwort verfasst:

Präsident Ralf Daunheimer

Präsident Ralf Daunheimer © Helmut Scheffler

Das Jahr 2020 haben wir uns alle anders vorgestellt und wir bedauern es zutiefst, dass unser geliebtes Schützenfest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, wie wir es kennen.

Trotzdem bedeutet dies nicht, den Kopf hängenlassen zu müssen. Kilian ist eine Sache des Herzens, denn Kilian findet nicht nur an der Theke oder der Vogelrute statt.

Denn Kilian bedeutet Heimat, Tradition, Gemeinschaft und Zusammenhalt, auch wenn der Besuch des Festzeltes einmal nicht möglich ist.

Es sind Eure Solidarität und Eure Begeisterung, die unser Kilianfest lebendig halten. Also hängt Eure Kiliansfahnen raus und kommt zur Eintragung am Samstag (11. Juli) zwischen 15 und 19 Uhr zur Brücke zwischen Ehrenmal und unterer Mühle.

Unsere Regenten, König Dominik Woeste und Königin Lenja Niesen, unser Goldpaar Heinz Verwaayen und Ludgera Krass und unsere Silberkönigin Sabine Nuyken stehen fürs nächste Jahr bereit und können es kaum erwarten, wieder vereint Kilian feiern zu können.

Selbstverständlich holen wir sämtliche Ehrungen im nächsten Jahr im gebührenden Rahmen nach.

Bis dahin, wir sehen uns. Bleibt gesund!

Ralf Daunheimer, Präsident Kilian Schützengilde Schermbeck von 1602 e.V.

Auch wenn das Schützenfest in diesem Jahr nicht stattfinden kann, sind trotzdem die Jubiläumskönigspaare zu erwähnen:

Achim Voß wurde vor 25 Jahren König der Schermbecker Kilianer. Stefan Köster, Bernd Verwaayen und Achim Voß lieferten sich einen spannenden Wettkampf, den Voß um 14.55 Uhr mit einem präzisen Schuss beendete. Zur Mitregentin erkor er sich Sabine Nuyken.

Achim Voß wurde vor 25 Jahren König der Schermbecker Kilianer. Stefan Köster, Bernd Verwaayen und Achim Voß lieferten sich einen spannenden Wettkampf, den Voß um 14.55 Uhr mit einem präzisen Schuss beendete. Zur Mitregentin erkor er sich Sabine Nuyken. © privat

Heinz Verwaayen und Ludgera Krass regierten vor 50 Jahren im Königreich der Schermbecker Kilianer. Damals fiel der Vogelrumpf gleich zwei Mal. Beim ersten Mal holte Gerd Grewing den Rest aus luftiger Höhe. Als König des Jahres 1968 durfte er aber nicht erneut König werden. Also wurde der Rumpf wieder aufgehängt. Endgültig wurde er dann um 14.40 Uhr von Heiz Verwaayen erledigt.

Heinz Verwaayen und Ludgera Krass regierten vor 50 Jahren im Königreich der Schermbecker Kilianer. Damals fiel der Vogelrumpf gleich zwei Mal. Beim ersten Mal holte Gerd Grewing den Rest aus luftiger Höhe. Als König des Jahres 1968 durfte er aber nicht erneut König werden. Also wurde der Rumpf wieder aufgehängt. Endgültig wurde er dann um 14.40 Uhr von Heiz Verwaayen erledigt. © privat

Am Samstag (11. Juli) würden Dominik Woeste und Lenja Niesen eigentlich ihre Regentschaft beenden und die Amtskette und die Krone an das nachfolgende Königspaar übergeben. Wegen des Coronavirus haben die Schermbecker Kilianer in diesem Jahr auf ihr traditionelles Schützenfest verzichtet. So bleibt das Königspaar ein weiteres Jahr im Amt. Helmut Scheffler stellte dem Königspaar ein paar Fragen.

Am 13. Juli 2019 holten Sie den Vogel von der Stange. Hatten Sie sich vorgenommen, neuer Regent im Königreich Schermbeck zu werden?

Dominik Woeste: Ja, wir hatten vor Regenten von Schermbeck zu werden. Dass es sofort geklappt hat, war mega klasse, aber auch überraschend.

Wie sind Sie in das Schermbecker Schützenwesen hineingewachsen?

Dominik Woeste: Hineingewachsen in die Gilde bin ich durch die Familie. Mein Opa Bernhard Redeker war schon Offizier sowie mein Onkel Markus Redeker, der derzeitig Hauptmann der Gilde ist, genauso wie Michael Redeker, der jahrelang als Fahnenbegleitoffizier gedient hat. Mein Patenonkel Günther Beck war jahrelang Präsident der Gilde und ist jetzt Ehrenpräsident. Wie Sie also sehen, bin ich voll und ganz in die Gilde miteingebunden. Seit mehreren Jahren bekleide ich das Amt des Fahnenbegleitoffiziers. Dieses mache ich sehr gerne.

Wann und wie haben Sie erfahren, dass Sie Königin werden?

Lenja Niesen: Domi hatte mich schon in jungen Jahren gefragt, wir haben aber immer auf den richtigen Moment gewartet. Königspaar ist man in der Regel nur einmal und dann soll es auch ein unvergessliches Erlebnis werden. Am Tag des Königsschießens waren wir dann doch sehr aufgeregt. Man weiß ja auch nie, ob es klappt. Ich wollte gerade Getränke holen, da fast noch der komplette Vogel hing, und auf einmal höre ich lautes Gejubel. Das waren schon ein paar sehr spannende Sekunden, bis ich dann Domis Mutter, die ja selbst noch Königin war, und die Freude in ihrem Gesicht sah. Da war alles klar.

Bis zur Inthronisation hatten Sie nur wenige Stunden Zeit. Da war schnelles Handeln angesagt, oder?

Dominik Woeste: Wir beide, Lenja und ich, planen schon seit etlichen Jahren, dass wir einmal König und Königin der Kiliangilde Schermbeck werden. Bevor wir das Amt bekleiden konnten, musste sich natürlich ein Hofstaat finden. Dieser bestand vorher schon aus Katrin Schulz, Lars Niesen und Lena Nowotny. Weitere Überlegungen bestanden dann noch aus Jens Hecheltjen und Eva Hüser. Da wir dann allerdings eine ungerade Zahl waren, hatten wir die tolle Idee, Scotty aus den USA an Bord zu holen. Somit waren wir dann auch vollzählig. Man kann also sagen, dass wir einen internationalen Thron haben. Da wir das geplant hatten, das Amt zu übernehmen, war kein schnelles Handeln nötig. Und der Vogel ist ja schon sehr früh gefallen.

Lenja Niesen: Das Einzige, was dann noch spontan vorbereitet werden musste, war das gute Aussehen. Zum Glück haben meine Mädels sofort das Ruder übernommen und für mich einen Friseurtermin gemacht und mir Kleider, Schuhe und Handtaschen zur Auswahl gestellt. Ohne gute Unterstützung kann es sonst in der begrenzten Zeit sehr stressig werden. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank dafür!

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie nach den Eindrücken von Ihrer Inthronisation, vom Umzug und vom Festball gefragt werden?

Dominik Woeste: Es war einfach ein tolles Erlebnis. Man hat ganz andere Eindrücke. Es ist einfach schön, den Zuschauern zujubeln zu können und zu sehen, wie viel Spaß sie daran haben. Das sind unvergessliche Eindrücke, die man dadurch bekommt. Das schönste an der Regentschaft ist die Gemeinsamkeit aller Schützenmitglieder in der Gilde und derjenigen, die gerne mit uns feiern.

Welche Verpflichtungen mussten Sie seit Beginn Ihrer Regentschaft übernehmen?

Dominik Woeste: Ja, Verpflichtungen. Wenn man in einer Gilde die Regentschaft übernimmt, muss man sich im Klaren sein, dass man an allen Veranstaltungen der Gilde teilnehmen muss. König und Königin sind das Aushängeschild der Gilde, sie repräsentieren die Gilde. Wir kommen diesen Verpflichtungen aber sehr gerne nach und sehen sie eher als Privileg an.

Lenja Niesen: Vor COVID-19 durften wir zum Schützenfest nach Uefte, was ein Mega-Spaß und ein besonderes Highlight im Jahr 2019 war. Dann hatten wir das Oktoberfest und auch noch eine Weihnachtsfeier, die ein denkwürdiger Abschluss für 2019 war. Das Jahr 2020 fing dann mit der Après-Ski-Party im Februar sehr erfolgreich an und kurz darauf durfte ich beim Schlopi-Rennen zusammen mit den anderen Königinnen die Jury bilden und die Siegerwagen aussuchen. Das hat auch sehr viel Spaß gemacht. Das sind die Verpflichtungen, die wir als Königspaar bis jetzt übernehmen durften. Die Schützenfeste in Damm, Bricht und Erle holen wir dann nächstes Jahr nach, genauso wie unser eigenes Fest.

In diesem Jahr wird es wegen des Coronavirus kein neues Königspaar geben. Freuen Sie sich über die Verlängerung Ihrer Regentschaft?

Dominik Woeste: Natürlich freuen wir uns, ein weiteres Jahr das Königspaar der Gilde sein zu dürfen. Es ist zwar sehr schade, dass das Fest nicht in traditioneller Form stattfinden kann, aber so freuen wir uns umso mehr aufs nächste Jahr, wenn wir alle wieder zusammenkommen können.

Ihre Antwort signalisiert eine große Begeisterung. Wenn Sie einen Werbeflyer für das Schermbecker Schützenwesen erstellen sollten, was würden Sie unbedingt hineinschreiben?

Dominik Woeste: Wir würden betonen, dass sich das Schermbecker Schützenwesen durch ein besonderes Gemeinschaftsgefühl auszeichnet. Wir sind verbunden durch die Tradition und das Feiern. Also quasi die perfekte Balance, um sich jedes Jahr neu zu versammeln und gemeinsam im Dorf vier außergewöhnliche Tage zu verbringen. In einem Satz gesagt: Das ist einfach eine coole Truppe!

Wenn Sie die Schermbecker Schützen mit zwei bis drei Sätzen zum Königsschuss ermuntern müssten, was würden Sie ihnen nahelegen?

Dominik Woeste: Dass sie solche Eindrücke nur als König haben werden. Dass es eine schöne Zeit ist, die man mit vielen tollen Menschen verbringen darf. Dass kein König in der Kilian-Schützengilde Schermbeck allein ist.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie am Ende Ihrer eigentlichen Amtszeit sagen möchten?

Lenja Niesen: Wir können uns für die tolle Zeit, die wir bis jetzt erlebt haben, schon mal bei allen bedanken. Es wird noch einiges folgen, aber bis dahin schon danke an die Kiliangilde Schermbeck und alle Mitglieder im „Königreich am Mühlenteich“.

Mehr Informationen über die Kilian Schützengilde Schermbeck von 1602 e.V. gibt es auf der Homepage. https://www.kilian-schuetzengilde.de/home/