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Ein vielseitiger Beruf

Ausbildung zum Elektroniker

Von der kleinen Reparatur bis zur Arbeit in einem Neubau – der Beruf des Elektronikers bietet nahezu jeden Tag neue Herausforderungen und ein spannendes Arbeitsleben.

09.07.2020, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu den vielfältigen Aufgaben von Niklas Selsen gehört auch die Wartung und Reparatur der Schwerter Straßenlaternen. Foto: Starb

Zu den vielfältigen Aufgaben von Niklas Selsen gehört auch die Wartung und Reparatur der Schwerter Straßenlaternen. Foto: Starb © Starb

Einige erstaunte Gesichter sind zu sehen, als in der Schwerter Innenstadt plötzlich die Straßenlaternen leuchten – und das in den Morgenstunden. Verantwortlich dafür ist Niklas Selsen, der an diesem Morgen der Meldung einer defekten Laterne auf den Grund geht. Der Betrieb übernimmt diese Wartungsarbeiten für die Stadt, entsprechend gekonnt geht Niklas zu Werke. Erst gibt es den kleinen Halt am Sicherungskasten für die vielen Laternen. Als diese dann leuchten, geht es in die Seitenstraße, aus der der Schaden gemeldet wurde. Niklas kennt die Stelle bereits, die besagte Laterne befindet sich direkt gegenüber einer Einfahrt und wird immer wieder von Autos angefahren.

„Mich hat dabei immer gereizt, was man alles können muss.“
Niklas Selsen

Auch diesmal liegt der Verdacht nahe, doch große Schäden sind nicht zu sehen. Ein Dreh mit dem Spezialschlüssel, schon liegt das elektronische Herzstück der Laterne offen und Niklas kann der Störung auf die Spur gehen. Mit dem Spannungsprüfer ist das Problem dann schnell erkannt und behoben.

Die Arbeit ist damit jedoch noch nicht erledigt, zur Sicherheit wird auch der Laternenkopf selbst in Augenschein genommen. Dazu geht es mit dem Steiger in luftige Höhen, weitere Probleme finden sich jedoch nicht mehr.

Für Niklas ist ein solcher Einsatz längst schon Routine und seine Erfahrung hilft dabei, das Problem schon im Vorfeld schnell zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Die Erfahrung hat er sich in den vergangenen Jahren angeeignet, der Beruf des Elektronikers hat ihn dabei so sehr in den Bann gezogen, dass er letztendlich die Prüfung zum Elektrotechnikermeister ablegte. „Ich bin ein gutes Beispiel dafür, was man im Handwerk alles erreichen kann“, sagt der 28-Jährige.

Die Erinnerungen an die eigene Ausbildung sind bei Niklas aber noch frisch, war diese Zeit für ihn doch so prägend, dass er in diesem Beruf weiterkommen wollte. „Ich wollte in die Fußstapfen meines Großvaters treten, allerdings nicht im Familienbetrieb lernen. Also habe ich mir eine Ausbildungsstelle in Dortmund gesucht und dort dann ziemlich schnell Gefallen an der Ausbildung gefunden“, berichtet er von den Anfängen.

Im Laufe der Ausbildung wurde das positive Bild „seines“ Berufes dann immer mehr gefestigt. „Man hat so viele Bereiche, in denen man arbeitet. Von kleinen Reparaturen bis zu kompletten Neubauten. Mich hat dabei immer gereizt, was man alles können muss. In diesem Beruf kann man sich richtig breit aufstellen, wenn man das Interesse dazu hat.“

Dieses Interesse hatte und hat Niklas, obwohl die Arbeit mitunter auch recht anstrengend war. „Ich habe natürlich viel Stemmarbeiten gemacht, damit wir später die Kabel verlegen konnten. Das war dann auch schon mal ein langer Tag und eine harte Arbeit. Aber dafür hatte ich mir an diesen Tagen dann das Fitnessstudio gespart“, erinnert er sich.

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Traumberufe: Elektroniker

Und natürlich standen noch weitere Aufgaben an, die noch immer zum Alltag der Auszubildenden gehören. „Man arbeitet mit einem Monteur zusammen und je nachdem, was an Aufgaben ansteht, beginnt man morgens damit, die nötigen Materialien einzuladen. An den Baustellen gibt es dann viele vorbereitende Arbeiten“, berichtet Niklas.

Für diese Arbeiten ist Teamfähigkeit gefragt. „Ich habe in der Ausbildung mit einem Kollegen in einem großen Mietshaus gearbeitet. Wir haben so gut zusammengearbeitet, dass wir mit den einzelnen Wohnungen immer schon am frühen Nachmittag fertig waren. Das hat einfach gepasst,“ berichtet der 28-Jährige.

Und auch heute noch ist Niklas von seiner Berufswahl überzeugt, obwohl mittlerweile viele organisatorische Tätigkeiten zu seinen Aufgaben gehören. „Handwerker sind generell eine gefragte Spezies, da ist die Branche egal. Und man sieht nach jedem Tag den Erfolg der eigenen Arbeit. Das, was man mit den eigenen Händen gemacht hat.“

Das Handwerk in Zahlen und Fakten

  • In Deutschland gibt es allein über 50.00 Handwerksunternehmen in den E-Handwerken, die im Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke organisiert sind. Dazu zählen Fachbetriebe für Energie- und Gebäudetechnik, aber auch Unternehmen, die ihren Schwerpunkt auf die Informations- oder Systemelektronik gelegt haben.
  • In diesen Unternehmen sind über 510.000 Arbeitnehmer beschäftigt.
  • Im April waren unter ihnen auch 44.746 Auszubildende.
  • Gleich 90 Mitgliedsbetriebe gehören zur Innung für Elektrotechnik Unna.
  • Zu den Beschäftigten gehören auch 152 Auszubildende, 52 von ihnen befinden sich noch in ihrem ersten Lehrjahr.
  • Die Ausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre.
  • Die monatliche Vergütung liegt im Bereich Innung für Elektrotechnik Unna bei maximal 745 Euro zu Beginn der Ausbildung. Im zweiten Lehrjahr steigt diese Vergütung auf maximal 795 Euro und dritten Lehrjahr auf maximal 845 Euro. Für das abschließende Halbjahr steigt der Betrag noch einmal auf maximal 895 Euro.
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