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Ein farbenfrohes Leben

Bernhard und Jan Stegerhoff

Seit 1854 gibt es den Malerbetrieb Stegerhoff in Erle – heute sind Vater Bernhard und Sohn Jan Stegerhoff diejenigen, die Farbe in die Häuser ihrer Kunden bringen.

30.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein farbenfrohes Leben

© Julian Schaepertoens

„Du kannst machen, was du willst. Hauptsache du wirst glücklich“, habe Bernhard Stegerhoffs Vater damals zu ihm gesagt. In jungen Jahren entschied sich der Erler in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und auch Malermeister zu werden. Heute ist er selbst Vater. Und mit Sohn Jan ist bereits die fünfte Generation im Betrieb verankert.

1854 gründete Franz Stegerhoff den Malerbetrieb in Erle. Seitdem hat sich viel getan. Allein schon in den vergangenen Jahrzehnten, in denen Bernhard Stegerhoff die Firma leitet. „Der Beruf hat sich stark gewandelt. Die Farben sind viel ökologischer geworden. Die Menschen achten mehr auf Nachhaltigkeit. Lösungsmittel sind in den Farben kaum noch vorhanden“, erklärt Bernhard Stegerhoff. „Und auch die Kundenwünsche sind viel individueller geworden.“

Ein neuer Zeitgeist

In den 1980er Jahren, als Bernhard Stegerhoff seine Meistprüfung ablegte, war der Zeitgeist noch ein anderer. Mit gerade Mal 20 Jahren war er der jüngste Malermeister in Nordrhein-Westfalen. Sein Vater, damals schon 67 Jahre alt, wollte sich zur Ruhe setzen und deswegen übernahm Sohn Bernhard recht früh das Geschäft. „Das Schöne an dem Beruf als Maler ist, dass man am Abend sieht, was man geschafft hat“, erzählt der 55-jährige Familienvater. Diese Begeisterung für den Beruf hat er heute immer noch – und mittlerweile an seinen Sohn Jan weitergegeben.

Taschengeld aufbessern

Dieser entschied sich ebenfalls recht früh – wie sein Vater – für eine Malerausbildung. „In den Sommerferien wollte ich damals mein Taschengeld aufbessern“, erzählt er. Was liegt da näher, als im Betrieb seines Vaters auszuhelfen? „Da habe ich gemerkt, dass es mir liegt und ich auch Maler werden will.“ Also begann er die Ausbildung im Betrieb. Allerdings nicht direkt bei seinem Vater. Dieser hat 2006 einen Malerbetrieb in Bottrop übernommen und kümmerte sich zu der Zeit vor allem um die Arbeit dort. In Erle war es Wolfgang van der Linde, der sich federführend um die Ausbildung von Jan Stegerhoff kümmerte. „Der Vater Meister und der Sohn Lehrling: Das geht nicht gut“, wusste Bernhard Stegerhoff schon damals.

Dreijährige Ausbildung

Nach der dreijährigen Ausbildung zog es Jan erst mal in die große weite Welt. In seinen Gesellenjahren arbeitete er in verschiedenen Städten in Deutschland. 2018 erhielt er seinen Meisterbrief. Als er nach Erle zurückkehrte, stellte sein Vater ihm eine Frage. „Ich habe ihn quasi an die Wand gestellt. Wenn er jetzt hier im Betrieb anfängt, dann muss er auch bleiben“, erinnert sich der Malermeister. Doch Jans Entscheidung ist sicher. Er will sich hier in Erle niederlassen und den Betrieb irgendwann übernehmen.

Heute ist Sohn Jan zuständig für die Niederlassung in Bottrop und Vater Bernhard kümmert sich um die Arbeiten in Erle. Ein erfahrenes Team aus 15 Mitarbeitern unterstützt sie. „Es ist schwer, Nachwuchskräfte zu bekommen“, weiß Jan Stegerhoff. Darum legt der Betrieb viel Wert auf eine fundierte Ausbildung. „Wir haben viele Maler, die über die Jahrzehnte einen Schatz an Wissen angehäuft haben. Es wäre schade, wenn dieses Wissen irgendwann verfällt, weil es nicht weitergegeben wird.“