Zu Besuch bei Ochs und Esel

Krippenwanderung

CAPPENBERG Mit oder ohne Moos, aus Holz, Gips oder Ton - bei jedem sieht sie anders aus: die Weihnachtskrippe. Oft sind die kleinen oder großen Kunstwerke nur Familie und Wohnzimmmergästen vorbehalten, bevor sie wieder in den Karton zurückwandern bis zur nächsten Weihnachtszeit. Der Pfarrgemeinderat der St. Johannes-Gemeinde in Cappenberg lädt daher seit drei Jahren zur Krippenwanderung ein.

von Von Stefanie Brüning

, 04.01.2010, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Krippenwanderung durch die St. Johannes Gemeinde: Hermann-Josef Träger zeigt den jungen Gästen seine selbstgeschnitzte Krippe.

Krippenwanderung durch die St. Johannes Gemeinde: Hermann-Josef Träger zeigt den jungen Gästen seine selbstgeschnitzte Krippe.

Vor Tagen war es wieder soweit, und das erste Wohnzimmer gehört in diesem Jahr Familie Funke. Schnell zündet Gudrun Funke die Kerzen neben dem Weihnachtsbaum an, und führt die vier Kindern und sieben Erwachsenen, die sich nach der kurzen Wanderung durch den kalten Regen über die warme Weihnachtsstimmung freuen, zu ihrer Krippe. Es folgt eine Geschichte und ein Weihnachtslied-Quiz: „Was ist die Aufforderung zur Vergrößerung des Haupteingangs?“ – „Macht hoch die Tür!“. „Die Periodische Niederkunft?“ – „Alle Jahre wieder!“.

Ihre Krippe aus Ton ist noch ein Andenken an die Studentenzeit und schon rund 25 Jahre alt. „Seitdem haben wir noch keine gefunden, die uns beiden gefällt“, erzählt sie. Die nächste Krippe steht bei Familie Träger. Zwischen zwei Zimmern hängt ein glitzernder Himmel mit Lametta-Fäden und Engelsfiguren - handgefertigt, wie auch die übrigen Krippenfiguren. Seine erste Figur schnitzte Hermann-Josef Träger 1945 im Alter von zwölf Jahren aus altem Kisten-Holz. Im Laufe der Jahre sollten es immer mehr werden, so manche verschenkte und verkaufte er auch.

Zur eigenen Krippe kamen ebenfalls immer neue Figuren hinzu. Das Holz stammt mal von einem gefällten Baum, mal von einem Treppengeländer, wie zum Beispiel der Kopf des Ochsen, wie Hermann-Josef Träger zum Vergnügen der Besucher erzählt. Zu seiner Krippe gehören neben der klassischen heiligen Familie auch unübliche Figuren, wie zum Beispiel ein Löwe: „Er ist ein Symbol für Jesus“, erklärt er. Für die Gesichter einiger Figuren lässt er sich zum Beispiel von Fotos inspirieren. 

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