Tempo 30 und niedriger Straßenquerschnitt: Die Stadt Selm nennt diese beiden Punkte, die gegen einen Zebrastreifen vor der Ludgerischule sprechen. © Arndt Brede
Schulwegsicherheit

Zebrastreifen an der Ludgerischule? Stadt Selm bezieht klare Stellung

Wie stehen die Chancen, dass in der Diskussion um bessere Schulwegsicherheit auf der Südkirchener Straße ein Zebrastreifen installiert wird? Die Stadt prüft das, hat aber schon eine Meinung dazu.

Die CDU-Ratsfraktion hatte einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung gestellt, um Gefahren abzustellen. „Die Elternpflegschaft hat an die CDU-Fraktion herangetragen, dass die Schülerinnen und Schüler der Ludgerischule auf ihrem täglichen Schulweg vielen Gefahren ausgesetzt sind“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU-Fraktion. Dass es rund um den Bereich der Südkirchener Straße einige Problemstellen gibt, sei schon länger bekannt.

Die CDU-Fraktion macht im Prüfauftrag an die Verwaltung unter anderem diesen Vorschlag, wie die Situation für die Schulkinder verbessert werden kann: „Eine Idee wäre beispielsweise, auf der Südkirchener Straße einen Zebrastreifen einzurichten, um den Schülerinnen und Schülern das Überqueren der Straße bei erhöhtem Verkehrsaufkommen am Morgen sicher zu ermöglichen“, erklärt Fraktionschef Herbert Mengelkamp. Die Leiterin der Ludgerischule, Stephanie Brockhaus, würde einen Zebrastreifen begrüßen, wie sie der Redaktion auf Anfrage mitgeteilt hat.

Nun ist also der Prüfauftrag der CDU an die Verwaltung gestellt worden. Wie ist das eigentlich in Coronazeiten mit Homeoffice? Kann die Verwaltung das prüfen? Oder holt sie sich für so etwas externen Sachverstand? Wenn ja, von wem?

Stadtsprecher Malte Woesmann hat auf die entsprechenden Fragen der Redaktion geantwortet und dabei daran erinnert, dass das Thema nicht neu sei: „Die Verwaltung kann dies natürlich prüfen. Home-Office bedeutet nicht zwingend, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur am heimischen Schreibtisch sitzen. Auch Ortstermine sind möglich.“

Stadt: Fußgängerüberweg kein Allheilmittel

Bezogen auf die Südkirchener Straße sei die Möglichkeit eines Zebrastreifens bereits in der Vergangenheit geprüft worden. „Allerdings wurde der Gedanke mit Blick auf den geringen Straßenquerschnitt aufgegeben“, heißt es weiter in der Antwort des Stadtsprechers. Und: „Im Übrigen ist aus Verwaltungssicht ein Fußgängerüberweg kein sicherheitstechnisches Allheilmittel, weil er oftmals eine Sicherheit vortäuscht, die nicht gegeben sein muss. So sind schwere Unfälle auch an Fußgängerüberwegen möglich. Zudem empfiehlt das Regelwerk in Tempo-30-Zonen mit geringem Straßenquerschnitt auf Zebrastreifen zu verzichten, da das Temponiveau gering ist und ein Zebrastreifen eventuell eine Sicherheit suggeriert, die nicht vorhanden ist.“

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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