YouTuber ärgert sich über Lasise-Diskussion um JP Performance und kritisiert Anwohner

dzJP Performance

Die Reaktionen auf ein YouTube-Video zur Debatte rund um JP Performance und Lasise sind gemischt. Ein Borker erzählt, was er davon hält und was sich für die Anwohner bislang verändert hat.

Bork

, 12.08.2019, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Diskussion um den Tuner Jean-Pierre Kraemer, alias JP Performance, und das Forschungs- und Technologiezentrum für Ladungssicherheit (LaSiSe) schlägt weiter große Wellen. Nun hat sich ein YouTuber zu Wort gemeldet und seinen Unmut über die ganze Diskussion geäußert. Nach einer Woche, am 12. August, hatte sein Video bereits mehr als 57.000 Aufrufe erreicht.

Er wolle ein paar Dinge sagen, „die mir so ein bisschen sauer aufstoßen“, erklärt der YouTuber „The real Blueberry“ aus Iserlohn zu Beginn seines neunminütigen Videos „JP-Performance ... Stress um die LaSiSe“. „Ich finde es unfair, dass permanent nur über JP geredet wird“, sagt Marcel Henkel, Betreiber des YouTube-Kanals, auf Anfrage unserer Redaktion.

„Wir sind alle alt genug, wir reden miteinander“

„Auch andere dort getestete Fahrzeuge verursachen Lärm und Abgase“, behauptet der 28-Jährige, der in einem Car-Hifi-Geschäft arbeitet. Die Anwohner, die sich über den Krach beklagt haben, kommen bei ihm nicht so gut weg. Spricht er von ihnen, setzt er diese mehrmals in Anführungszeichen. „Ich weiß ja nicht, wer da alles so wohnt, welcher Waldbewohner oder welches Eichhörnchen beim Nüsseknacken gestört wird“, sagt er zudem.

Den Vorwurf, sich über die Anwohner lustig zu machen, weist er aber entschieden zurück. „Anwohner wurden deswegen in Anführungszeichen gesetzt, da es in unmittelbarer Nähe der Lasise nicht ganz so viele Wohnhäuser gibt“, erklärt er.

„Das Video kenne ich nicht“, sagt ein Borker Anwohner, der nicht genannt werden möchte. Die Aussagen daraus würden ihn aber sowieso nicht stören. „Davon fühle ich mich nicht auf den Schlips getreten.“ Am wichtigsten sei ohnehin die direkte Kommunikation mit den Lasise-Verantwortlichen. „Wir sind alle alt genug, wir reden miteinander“, sagt er.

„Es gibt Schlimmeres als gelegentliche Motorengeräusche“

Ob auf dem Lasise-Gelände bereits etwas gegen eine mögliche Lärmbelästigung gemacht worden sei, wisse er allerdings nicht. Geschäftsführer André Bubenzer könne sich dazu aktuell ebenfalls nicht äußern, da er im Urlaub sei, erklärt eine Lasise-Mitarbeiterin. Eine Verbesserung gibt es aber auf jeden Fall bereits: Die Bewohner der Umgebung werden nun über Veranstaltungen am Wochenende im Vorfeld informiert.

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Die Meinungen zu dem viel geklickten Video von Marcel Henkel gehen teilweise weit auseinander. In einigen Kommentaren wird eine ähnliche Meinung wie die des YouTubers vertreten. Andere bitten um Verständnis für die Anwohner und verweisen auf die Lautstärke mancher getunten Fahrzeuge.

Dass nicht jeder seine Meinung vertritt, findet der YouTuber völlig in Ordnung. Die Debatte über den angeblichen Lärm vom Lasise-Gelände hält er dagegen für überzogen. „Meiner Meinung nach gibt es weitaus Schlimmeres als gelegentliche Motorgeräusche und Abgasanlagen, die für einige Minuten zu hören sind“, sagt er. Grundsätzlich plädiere er für ein friedvolles Miteinander: „Wir sollten alle mal wieder lernen, friedlich miteinander zu leben, anstatt uns gegenseitig wegen belanglosen Dingen zu begriegen.“

Nicht alle halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen

Doch einige Anwohner stört der Lärm eben doch. „Sehr berauschend ist das nicht“, sagt eine Frau, die auch nicht genannt werden möchte. Auch am vergangenen Wochenende sei es zwischenzeitlich wieder „extrem laut“ gewesen. Dabei seien sie und ihre Familie aufgrund eines Waldes zwischen ihnen und der Strecke „eigentlich noch am wenigsten betroffen“.

YouTuber ärgert sich über Lasise-Diskussion um JP Performance und kritisiert Anwohner

Manche Anwohner des Lasise-Geländes fühlen sich von den Testfahrten und Veranstaltungen am Wochenende. © Goldstein

Sie störe allerdings auch gar nicht die Lautstärke, die von der Teststrecke komme, am meisten. Ein größeres Ärgernis seien die Geschwindigkeiten der Fahrer auf den öffentlichen Straßen. „Teilweise sind die mit 100 Km/h unterwegs“, sagt sie. Die wenigsten würden sich auf den letzten Metern zum Lasise-Gelände an die vorgeschriebenen 50 Km/h halten.

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