„Wohnen am Auenpark“: Stadt will Bauprojekt weiterverkaufen

dzGroßes Bauprojekt

Eines der größten Bauprojekte der nächsten Jahre in Selm ist „Wohnen am Auenpark“. Ursprünglich wollte die Stadt das Grundstück selbst erschließen und vermarkten. Jetzt soll es aber verkauft werden.

Selm

, 01.07.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Jahren hat sich Selm massiv verändert. Mit „Wohnen am Auenpark“ steht ein weiteres großes Bauprojekt in den Startlöchern. Wie ist der Stand beim Projekt? Das klären wir in Fragen und Antworten.

? Was genau ist eigentlich nochmal beim Bauprojekt „Wohnen am Auenpark“ geplant?

Auf einer Fläche von 71.200 Quadratmeter sollen dort sechs freistehende Einfamilienhäuser entstehen, 56 Doppelhaushälften, 66 Reihenhäuser und 82 Eigentumswohnungen, wie Andreas Häcker von der Firma Wilma erläuterte.

? Wilma? Was hat die Firma mit dem Projekt „Wohnen am Auenpark“ zu tun?

Sie möchten die Fläche kaufen und anschließend erschließen und vermarkten. Die aktuelle Eigentümerin ist die SES GmbH. Die Abkürzung steht für Stadtentwicklung Selm, sie ist also eine städtische Firma. „Ursprünglich war beabsichtigt, dieses künftige Wohngebiet in Eigenregie der SES GmbH zu erschließen und anschließend im Verbund mit der Immobilienabteilung der Sparkasse Lünen zu vermarkten“, heißt es dazu von der Stadtverwaltung in der Vorlage zur Ratssitzung am 25. Juni. In der Ratssitzung stellte sich die Firma jetzt erstmals öffentlich in Selm vor, im nicht öffentlichen Teil der Sitzung hat der Rat den Bürgermeister ermächtigt, einen entsprechenden Kaufvertrag zu unterzeichnen, wie Sprecher Norbert Zolda mitteilt. Eine Unterzeichnung sei noch nicht erfolgt. Zu Vertragsdetails - also den Kaufpreis - möchte sich die Stadt nicht äußern.

? Und wieso hat sich die Stadt entschieden, das Gelände nun nicht selbst zu erschließen und zu vermarkten?

„Die grundsätzliche Verkaufsbereitschaft der SES ergibt sich aus zwei Gründen“, so Zolda. „Zum einen lässt die personelle Situation von Stadt und Gesellschaft - bedingt durch die Vielzahl der aktuellen Bebauungsplanverfahren - die zeitnahe Umsetzung dieses Mammutprojektes nicht zu; zum anderen war vor zwei Jahren beim Kauf der Flächen nicht absehbar, dass es einen Interessenten für die Entwicklung der gesamten Fläche gibt.“

? Was gibt es über die Firma Wilma zu wissen?

Sie kommt ursprünglich aus den Niederlanden, wie Andreas Häcker berichtet. 1939 wurde sie dort von den Familien Willemsen und Maas (der Name ist eine Zusammensetzung aus den beiden Nachnamen) gegründet, seit 1977 ist sie auch in Deutschland ansässig. Hier hat sie drei Niederlassungen: in Stuttgart, Frankfurt und Ratingen. Die Firma ist als Bauträger und Projektentwickler aktiv. In einer ähnlichen Größenordnung wie im Auenpark realisiert Wilma gerade zum Beispiel das Bauprojekt „Wohnpark Emscherquelle“ an der ehemaligen Kaserne in Holzwickede. „Wir wissen, was wir tun“, so Häcker in Bezug auf die Erfahrung des Unternehmens.

? Bei dem Bauprojekt entstehen ziemlich viele Häuser. Das hört sich ziemlich grau an, oder?

Zumindest soll es viel Dachbegrünung geben. Flachdächer, flachgeneigte Dächer, Garagen und Carports sollen laut Häcker allesamt eine Dachbegrünung erhalten. Zudem sind auf dem Gelände auch Ladesäulen für E-Autos vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass hier ein sehr schönes Quartier entstehen wird“, so Häcker in der Ratssitzung.

? Und wie ist der Zeitplan?

Wilma hofft, dass eine Vertragsunterzeichnung im späten Juli, beziehungsweise August möglich sei. Dann könnten die Planungen beginnen, so Häcker. Die Firma möchte im ersten Quartal 2021 mit dem Vertrieb des ersten Bauabschnitts beginnen. Der Beginn der Erschließung soll dann im 2. Quartal 2021 starten. „Die voraussichtliche Gesamtfertigstellung wäre dann im Jahr 2027“, so Häcker.

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