Wo es viele Altkennzeichen gibt - und wo keine

Nummernschilder in NRW

WIT, WAT, CAS und LÜN - sie alle feiern ihr Comeback auf den Nummernschildern. Auch AH und LH und BE und MO sind zurück. Wir blicken auf die Entwicklung von 2012 bis 2015. Wir zeigen, welche der 24 Altkennzeichen in Nordrhein-Westfalen bisher am häufigsten vergeben wurden. Und wo es keine Rückkehr geben wird.

SELM

, 17.03.2015, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

KK ist als letztes dazugekommen. KK steht für Kempen-Krefeld, einen Altkreis am Niederrhein, der von 1929 bis 1974 existierte. Dann ging er auf im Kreis Viersen. Doch dort entschieden die Politiker im Dezember 2014: Auch KK soll auf die Kennzeichen zurückkehren.

Seit 2. März 2015 gibt der Kreis Viersen neben dem VIE auch das KK aus. Und macht so einen Trend mit, der im November 2012 gestartet war. Das Ziel in vielen Regionen in NRW: das Heimatgefühl zu stärken.

CAS, GLA, WIT, DIN und BÜR

So konnten Castrop-Rauxeler wieder CAS wählen, Gladbecker wieder GLA, Wittener WIT und Dinslakener DIN.

Viele Kreise in NRW zogen nach. Andere entschieden sich bewusst gegen die Altkennzeichen - etwa der Märkische Kreis, der Hochsauerlandkreis und der Kreis Gütersloh.

Eine besondere Situation gab es in Paderborn. Nachdem der Kreistag eine Rückkehr zu BÜR wie Büren abgelehnt hatte, bildete sich eine Bürgerinitiative. Mit Erfolg: Im zweiten Anlauf nahm das BÜR die Hürde Kreistag.

LH in Coesfeld und LH in Unna

Noch komplizierter wird es, wenn der Altkreis nach der kommunalen Gebietsreform 1975 auf mehrere neue Kreise aufgeteilt wurde. Etwa beim Altkreis Lüdinghausen, dessen größte Teile heute zum Kreis Coesfeld gehören, von dem einzelne Städte aber im Kreis Unna landeten.

Wer im Kreis Coesfeld wohnt, kann sich seit 16. Mai 2014 wieder für LH entscheiden. Wer aber in Werne oder Selm lebt - also in den Städten, die früher LH hatten und heute UN - muss sich noch gedulden. Vermutlich bis Sommer 2015.

Denn damit die Kennzeichen-Vergabe-Systeme in den beiden Kreisen synchron laufen, muss der Kreis Unna eine neue Software kaufen - für einen fünfstelligen Euro-Betrag. Ansonsten könnte es passieren, dass zwei Autos mit - sagen wir mal - "LH-N 2015" herumfahren. Eins in Lüdinghausen und eins in Selm.

Der Kreis Unna will das Geld für die neue Software ausgeben, allerdings fällt das in die Kategorie "freiwillige Ausgabe". Deshalb geht es erst weiter, wenn die Bezirksregierung in Arnsberg dem Kreis Unna den Haushalt 2015 genehmigt hat. In Unna schätzt man, dass das bis April, Mai oder Juni dauern könne.

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Übersicht: Die Altkennzeichen in NRW

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Die meisten Autos mit Altkennzeichen fahren in Moers

Wie viele Autos mit Altkennzeichen fahren denn nun durch NRW? Eine komplette Übersicht erstellte das Land zuletzt im Sommer 2014. Seinerzeit die Antwort: 239.807 Fahrzeuge. Eine Antwort, die Verkehrsminister Michael Groschek erfreute: "Die Altkennzeichen laufen wie geschnitten Brot", urteilte er, "auch das ist Heimat vor der Haustür, wenn das Kennzeichen am eigenen Auto zeigt, wo man zu Hause ist."

Das stärkste Bedürfnis nach "Heimat vor der Haustür" gibt es den Zahlen nach in und um Moers. Denn das MO wurde bisher mit Abstand am häufigsten vergeben. Weit abgeschlagen, aber auf den Plätzen zwei und drei: DIN für Dinslaken und LP für Lippstadt.

Übrigens: Kempen-Krefelds KK dürfte in dieser Statistik bald richtig durchstarten. 7387 KK-Wunschkennzeichen wurden dort in nur drei Wochen vorbestellt. Tendenz dort wie in vielen anderen Orten in NRW: stark steigend.

 

Was die Kennzeichen bedeuten

  • AH: Ahaus
  • BE: Beckum
  • BF: Burgsteinfurt
  • BLB: Bad Berleburg
  • BOH: Bocholt
  • BÜR: Büren (neu, noch nicht in der Statistik)
  • CAS: Castrop-Rauxel
  • DIN: Dinslaken
  • ERK: Erkelenz
  • GEL: Geldern
  • GK: Geilenkirchen
  • GLA: Gladbeck
  • JÜL: Jülich
  • KK: Kempen-Krefeld (neu, noch nicht in der Statistik)
  • LH: Lüdinghausen
  • LP: Lippstadt
  • LÜN: Lünen
  • MO: Moers
  • MON: Monschau
  • SLE: Schleiden
  • TE: Tecklenburg
  • WAN: Wanne-Eickel
  • WAT: Wattenscheid
  • WIT: Witten
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