Wie geht es weiter mit der Ortsentwicklung in Bork? Wie ist der Stand der Planungen und liegt vielleicht sogar etwas auf Eis? Das klären wir in Fragen und Antworten.

Bork

, 09.01.2020, 08:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Pläne für Bork klangen groß. Der Komplettabriss der Häuser am Kirchring - zugunsten eines neuen, zentralen Platzes in Bork. Ein „grünes Band“ als Verbindung zwischen Weiher- und Hauptstraße - auch das mit großer Aufenthaltsqualität. Die Umsetzung dieser beiden Planungen, die auch im Integrierten Handlungskonzept (IHK) für Bork formuliert sind, lässt jedoch auf sich warten.

„Schlichtweg chaotisch“ beschreibt die Borker CDU die Situation neben der umgebauten Gaststätte Alt Bork sogar. Das von der Stadt erworbene Haus darauf - zuletzt war dort die katholische Bücherei untergebracht - ist zwar 2018 abgerissen worden. Die Lücke - eben jene möglich Verbindung von Haupt- und Weiherstraße - klafft aber alles andere als grün und wird derzeit noch vor allem als Parkraum genutzt. Das sei nicht akzeptabel sagt Ortsunionsvorsitzender Herbert Krursel in einer Pressemitteilung vom Ende des vergangenen Jahres.

Wie er fragen sich viele Borker: Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Liegen die Pläne auf Eis? Oder wie ist der Zeitplan? Alle wichtigen Fragen dazu beantworten wir hier:

? Noch mal kurz zum Verständnis: Was genau ist eigentlich ein Integriertes Handlungskonzept (IHK)?

Das ist eine Art Strategiepapier, das beschreibt, wie sich der Ortsteil Bork verändern soll. Vorab hat es dazu drei Bürgerversammlungen gegeben, bei denen die Wünsche der Borker aufgenommen wurden. Im Oktober hat das von der Stadt beauftragte Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung aus Dortmund ein Papier veröffentlicht, in dem 28 Maßnahmen zur Verbesserung des Ortsteils aufgeführt sind. Einige davon sind schon umgesetzt - so zum Beispiel eben das Nahversorgungszentrum mit Lidl und Rossmann am Kreisverkehr Nettberger Straße. Andere sind aber eben noch nicht umgesetzt - wie die Umgestaltung des Kirchrings. In Bork hat sich außerdem auch die Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB) gegründet, die die Ortsentwicklung aktiv begleitet. Auch Sprecher Norbert Wesselmann sagt auf Anfrage der Redaktion, dass er nicht weiß, wie genau es jetzt am Kirchring weitergeht.

? Am Kirchring in Bork sollte sich einiges tun. Die Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB) hatte vorgeschlagen, die Häuser dort abzureißen, damit ein neuer zentraler Platz im Ort entstehen kann. Die Stadt war auch schon aktiv geworden und hat teilweise die betreffenden Häuser gekauft. Wie ist der Stand der Dinge?

Die Stadt hat am Kirchring bis auf ein Haus alle Häuser erworben. Das erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion. „Da die gesamte Häuserzeile nicht erworben ist, ist die Überplanung des Bereiches noch nicht abgeschlossen. Daher kann keine Antwort gegeben werden, ob überhaupt und wann die Häuser am Kirchring abgerissen werden“, sagt er weiter.

Viel Eile, das letzte Haus zu erwerben, hat die Stadt offensichtlich nicht: Das dafür eigentlich im Haushalt für 2021 vorgesehene Geld ist jetzt doch schon an anderen Stellen verplant. Es soll in den Umbau des Amtshauses fließen. Außerdem sieht die Stadt vor, damit das Haus Dörlemann in Bork zu erwerben. Und auch den Ankauf von einer Parkfläche am Selmer Bahnhof will die Stadt mit dem eigentlich für den Kirchring vorgesehenen Geld stemmen.

? Wie sieht es an der Hauptstraße zwischen Alt Bork und dem ehemaligen Schlecker-Geschäft aus?

Auch hier hören sich die Antworten der Stadt nicht so an, als würde sich dort in naher Zukunft etwas verändern. „Die Umgestaltung des Platzes beziehungsweise die Herrichtung des Weges ist im Gesamtzusammenhang mit der Ortskernumgestaltung zu sehen. Bis jetzt wurde, um später Entwicklungsmöglichkeiten zu haben, ein Haus gekauft, was anschließend abgerissen wurde“, teilt Malte Woesmann mit. Das abgerissene Haus mit der Nummer 23, in dem zuletzt die Pfarrbücherei vorübergehend untergebracht war, ist im September 2018 abgerissen worden. Auch wegen des Umbaus der ehemaligen Gaststätte Alt Bork.Die Aussage, dass es dort nun „schlichtweg chaotisch“ sei, kommentiert Malte Woesmann allerdings nicht.

? Woran liegt es denn, dass das alles nicht gerade schnell geht?

Dass es nicht schnell geht, sei immer erwartbar gewesen, sagt die Stadt. „Klar war im Vorfeld, dass die Umgestaltung Zeit in Anspruch nehmen wird“, so Malte Woesmann. Das bringt er mit der Höhe der zu erwartenden Kosten in Zusammenhang. „Zur Umsetzung verschiedener Bausteine dieses IHK Bork sind Fördermittel in Höhe von über 10 Millionen Euro beantragt werden. Diese sind noch nicht bewilligt worden“, erklärt er. Insgesamt, so sagt er weiter, liegen die prognostizierten Gesamtprojektkosten bei knapp 20 Millionen Euro - die Stadt wird etwa die Hälfte davon selbst investieren, will für den Rest eben aber Fördermittel bekommen. „Weitere private Investitionen in einem zweistelligen Millionenbereich sind des Weiteren für den Ortsteil Bork zu erwarten oder teilweise bereits realisiert“, so die Stadt.

? Ist es bedenklich, dass das mit der Planung so lange dauert? Oder war das abzusehen?

Die Stadtverwaltung dazu: „Es ist auch bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen worden, dass die Ortsteilentwicklung nur nach und nach und nicht parallel vorangetrieben werden kann. Nach Fertigstellung der „Aktiven Mitte Selm“ steht die Ortsteilentwicklung Bork an. Auch die Umsetzung der Aktiven Mitte Selm wird nach Beendigung über zehn Jahre von der Planung bis zur Realisierung gedauert haben.“

? Gibt es denn noch mal Infos für die Borker?

Ja. Malte Woesmann kündigt an, dass es Anfang dieses Jahres - also bald - eine weitere Bürgerversammlung geben soll.

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