Wein aus Cappenberg: Riesling kommt dieses Jahr aus der Region

dzWeinberg

Im vierten Jahr stehen nun 1000 Riesling-Pflanzen in Cappenberg. Im vergangenen Jahr haben es ihre Früchte nicht in die Flasche geschafft - das soll dieses Jahr anders sein.

Cappenberg

, 17.10.2020, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die klimatischen Veränderungen und der damit verbundene Anstieg der Durchschnittstemperatur haben den Weinanbau nach Cappenberg zurückgebracht.

Wo schon vor Jahrhunderten die Mönche des Klosters ihre Rebstöcke gesetzt und die Trauben geerntet haben, stehen jetzt im vierten Jahr 1000 Riesling-Pflanzen in einem Anbau, die jetzt ihre zweite Lese erfuhren.

Weingut hat neuen Leiter

Dafür verantwortlich zeichnet sich der neue Betriebsleiter des gräflichen Weingutes in Lorch Marc Leitis (29). Er hatte seinen Dienst am ersten September aufgenommen und war somit gleich in die Erntezeit im Rheingau gekommen. „Zum Glück hatte ich dort einen so erfahrenen Weinfachmann wie Kurt Gabelmann an meiner Seite, der sich in Lorch bestens auskennt“, berichtet er.

Die Lese in Lorch ist abgeschlossen, man ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mit der Menge nicht so ganz, dafür aber mit der Qualität umso mehr. Um die 4000 Liter Rebensaft pro Hektar stehen im Buch.

Dieses Jahr soll es die Ernte in die Flasche schaffen

In Cappenberg seien die Reben noch sehr jung - deshalb gebe es noch nicht so viele Trauben. Im vergangenen Jahr hat die erste Ernte es nicht bis in die Flasche geschafft. Aber in diesem Jahr soll Wein aus den Trauben werden.

Ein Teil der Ausbeute.

Ein Teil der Ausbeute. © Günther Goldstein

Der kleine Weinberg in Cappenberg am Westhang unterhalb des Freiherr-vom-Stein-Denkmals liegt am Tag der Lese unter einer grauen Wolkendecke. Zusammen mit zwei Helfern geht die Arbeit vonstatten. Dabei sind Carola Raffel und ihr Bruder Carsten aus Cappenberg. Jeder von ihnen arbeitet sich in einer Reihe von oben nach unten voran, schneidet die Trauben ab und legt sie in die Eimer. Diese werden dann in dem großen Becken entleert, das oben in dem bereitstehenden Transporter wartet.

Vom Ausbau bis zur Flasche

Carola Raffel (47) hat 2019 eine Ausbildung zur Winzerin im Weingut Graf Kanitz in Lorch begonnen. „Das beinhaltet so alles, was man rund um den Weinbau wissen muss, vom Weinberg über den Ausbau bis zur verkaufsfertigen Flasche.“ Damit bereitet sie sich auf ihre neue Aufgabe vor, die dann im nächsten Jahr zum Tragen kommen soll.

Carola Raffel bei der Weinlese.

Carola Raffel bei der Weinlese. © Günther Goldstein

Geplant ist nämlich ein Weinkeller in dem ehemaligen Eiskeller der einstigen Brauerei Cappenberg am Brauereiknapp. Außerdem soll der Weinverkauf in der gräflichen Verwaltung ausgebaut werden - dort soll eine Vinothek entstehen.

100 Liter Riesling aus Cappeberg

„Mit der Ernte 2020 sind wir zufrieden. Die Trauben sind reif, der Zuckergehalt stimmt, und wir rechnen so mit rund 100 Litern Cappenberger Riesling“, sagt Carola Raffel. Der Versuch, den alten Weinberg wieder zu aktivieren, kann wohl als gelungen angesehen werden. Das macht Mut, vielleicht sogar über eine Erweiterung der Fläche nachzudenken.

Die Zeit wird es zeigen. Fest steht aber, dass Cappenberg eine Renaissance in Sachen Weinbau erleben wird.

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