330 iPads sollen die Selmer Schulen bekommen. Einen Liefertermin gibt es allerdings noch nicht. © picture alliance/dpa
Digitalisierung

Warten auf Sofortausstattung: iPads für Selmer Schüler sind noch nicht geliefert

Das Land NRW hat im Juli eine Förderung zur digitalen Sofortausstattung erlassen. Selmer Schüler und Lehrer warten allerdings bis jetzt noch auf die bestellten iPads.

Seit August steht fest: Für Schüler in Selm, die – aus welche Gründen auch immer – zu Hause nicht die Möglichkeit haben, einen Computer oder ein Tablet zu nutzen, schafft die Stadt iPads an. Und auch die Lehrer sollen ausgestattet werden. Rund 530 dieser Geräte hat die Stadt bereits bestellt, wie Sylvia Engemann, Beigeordnete der Stadt Selm, im Gespräch mit der Redaktion erzählt. Nur: Geliefert wurden sie leider noch nicht. Die Ausschreibungen seien zwar gelaufen, die Aufträge erteilt. „Aber gibt noch keinen Liefertermin“, so Sylvia Engemann – durchaus bedauernd.

Ihre Vermutung, dass gerade das ganze Land NRW Geräte bei der Firma Apple bestellt hat und es deshalb Lieferprobleme gibt, liegt nahe: Im Juli hatte die Landesregierung die Förderung einer digitalen Sofortausstattung für Schulen erlassen. Davon profitieren sollen Kinder mit „einem besonderen Bedarf“: Also Kinder, deren Eltern beispielsweise nicht so viel Geld haben, um einem Laptop anzuschaffen, oder – so ein anderes Beispiel – deren Eltern selbst im Homeoffice arbeiten und iPad oder Computer für die eigene Arbeit brauchen.

Was ist, wenn Schulen wieder schließen müssen?

Zu 90 Prozent fördert das Land die Kosten für die Schüler-iPads, den Rest trägt die Stadt: ein guter Deal für die Kommunen also. Aus der „Sofortausstattung“ ist allerdings nicht wirklich etwas geworden. Genauso wie Selm warten auch andere Kommunen – beispielsweise die Nachbargemeinde Nordkirchen – weiterhin auf die Lieferung. 330 Geräte sollen Selmer Schülern zur Verfügung gestellt werden.

Gleiches gilt auch für die iPads, die die Lehrer erhalten sollen. Die 197 Geräte, die genau wie die Schüler-iPads alle schulgebunden sind, werden ebenfalls mit der Hilfe einer Landes-Förderung angeschafft. Und sind noch nicht da.

Gerade mit Blick auf die massiv steigenden Coronafallzahlen der vergangenen Wochen: Ist es nicht problematisch, dass die Geräte in Selm noch nicht da sind? Was würde passieren, wenn die Schulen angesichts der zweiten Welle noch mal schließen müssen?

Von einer Schulschließung geht die Beigeordnete der Stadt Selm erst mal nicht aus. Entsprechend hatten es auch die Ministerpräsidenten am Mittwoch (28. Oktober) mit der Bundeskanzlerin besprochen: Im November sollen die Schulen demnach verlässlich offen bleiben.

Vereinzelt, so sagt es Sylvia Engemann, sei an den Schulen auch schon nach den Geräten gefragt worden. Sie können, so erklärt sie außerdem noch mal, natürlich im Falle des Falles von den Schülern für Distanzunterricht genutzt werden. Bleibt es beim „Normalbetrieb“ an den Schulen, sollen sie aber auch in den Unterricht an der Schule vor Ort integriert werden.

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Marie Rademacher

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