Waffelino-Prozess: Zeuge wird wohl nicht aussagen

Waffelino-Prozess

Der Prozess um den Brand im Selmer Café "Waffelino" soll noch im Mai zu Ende gehen. Der letzte Versuch, einen Zeugen im Ausland zu erreichen, scheint gescheitert zu sein.

Selm

, 29.04.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Waffelino-Prozess: Zeuge wird wohl nicht aussagen

Hamza K. beteuert weiterhin seine Unschuld. © Martin von Braunschweig

Der Zeuge soll sich derzeit in Rumänien aufhalten und verspürt anscheinend keine große Lust, für eine Aussage nach Deutschland zu kommen. Der Vorsitzende Richter Peter Windgätter konnte zuletzt wenigstens mit der Mutter des Mannes telefonieren. Diese habe ihm mitgeteilt, dass ihr Sohn nicht nach Deutschland reisen und sich auch nicht in Rumänien vernehmen lassen werde, teilte der Richter den Prozessbeteiligten am Montag mit.

Dass der Zeuge viel Erhellendes zur Aufklärung des Falles hätte beitragen können, wäre aber ohnehin nicht zu erwarten gewesen. Am nächsten Verhandlungstag soll nun darüber entschieden werden, ob seine polizeiliche Vernehmung verlesen werden kann. Anschließend könnten die Plädoyers gehalten werden. Mit einem Urteil wäre dann am 27. Mai zu rechnen.

Anklagevorwurf bleibt bestehen

Die Staatsanwaltschaft ist weiterhin davon überzeugt, dass der Angeklagte Hamza K. im September 2017 sein eigenes Café angezündet hat, um die Versicherungssumme zu kassieren. Da sich zum Zeitpunkt des Feuers 19 Personen in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Kreisstraße aufhielten, wirft die Anklage Hamza K. 19-fachen versuchten Mord vor.

Der Angeklagte beteuert dagegen seit Prozessbeginn seine Unschuld. Er hat als mögliche Täter die Mitglieder einer libanesischen Großfamilie ins Gespräch gebracht, mit der er seit längerem Streit hat.

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