Viele bekannte Straßen im Kurzkrimi von Anne Chaplet

Mord am Hellweg

Blutrot war Burg Botzlar angestrahlt. Denn Blut sollte an diesem Abend in den alten Gemäuern fließen – allerdings zum Glück nur literarisch. Krimiautorin Anne Chaplet las in der Anthropologie "Mord am Hellweg" aus ihrem Kurzkrimi "Countdown in Selm".

SELM

von Von antje Pflips

, 14.11.2010, 18:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
»Countdown in Selm« heißt der Kurzkrimi von Anne Chaplet. Nach der Lesung signierte die Autorin ihre Bücher.

»Countdown in Selm« heißt der Kurzkrimi von Anne Chaplet. Nach der Lesung signierte die Autorin ihre Bücher.

Anne Chaplet wurde von Margit Breiderhoff und Margret Göhler an viele unheimliche und heimliche Stellen in der Stadt geführt, die auch im wirklichen Leben mit Tod und Blut zu tun hatten. Für Chaplet ein Glücksfall: „Das ist toll, wenn etwas an mich herangetragen wird und meine Fantasie beflügelt“. Heraus kam eine Blut triefende Geschichte, eine Geschichte vom Erwachsenwerden, eine Geschichte von einer Vorahnung auf ein ungeheures Verbrechen. Während Chaplet ihre Hauptfigur durch Selm wandern ließ, gab es in einigen Reihen der meist weiblichen Zuhörerinnen verhaltenes Gekicher oder unterdrücktes Prusten.

Vielleicht wohnten sie selber auf einer der Straßen? Am Brink, Brückenstraße, Friedenskirche, Angstkuhle, Möbelbunker, Edeka, Zeche Hermann – alles wohlbekannte Namen und Gebäude, die jetzt in einem Krimi mit Todesfolge in Verbindung gebracht werden. Neben diesem recht neuen Werk las sie noch weitere Passagen aus älteren Werken vor. „Mich interessiert gar nicht die Tat an sich, sondern eher die Psychologie des Menschen“, erzählte sie. „Ich schreibe eher Mädchenkrimis“, fügte sie fast entschuldigend hinzu. Daher passieren „ihre“ Morde eher leise und unauffällig, nicht spektakulär mit hohen Blechschäden oder gar Explosionen. 

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