Auch am städtischen Gymnasium in Selm soll der 18. Dezember der letzte Schultag in diesem Jahr sein. Für Vorfreude sorgt das nicht unbedingt. © Brede
Schulen und Lockdown

Verschärfter Lockdown: Müssen Schulen in Selm geschlossen bleiben?

Bund und Länder haben sich am Dienstag (5.1.) geeinigt: Der verschärfte Lockdown bis Ende Januar soll kommen - und die Schulen geschlossen werden. Auch in Selm.

Der verschärfte Lockdown bis zum 31. Januar ist beschlossen. Am Dienstag haben Bund und Länder (5.1.) einen Entwurf verfasst, laut dem auch die Schulen geschlossen bleiben sollen. Der Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Selm, Walter Ulrich, mahnt jedoch dazu abzuwarten.

„Ich habe bisher noch keine Informationen von Seiten des Schulministeriums des Landes NRW erhalten“, sagt Ulrich am Dienstagnachmittag. „Der Beschluss für die Schließung der Schulen mag da sein, aber was das im Einzelnen bedeutet, ist noch nicht klar definiert.“ Weder sei festgelegt, wie lange die Schließung gelten soll, noch sei klar, ob das Land NRW sich der Grundlinie des Bundes anschließen will.

Problem: Es gibt keine einheitliche Lösung

Denn das Problem sei, dass Bildungspolitik Sache der Länder ist. „Wenn der Bund sagt, die Schließung der Schulen sei beabsichtigt, heißt das nicht, dass das auf Landesebene zwingend umgesetzt wird“, so Walter. „Ich hoffe aber, dass wir zu einer einheitlichen Lösung kommen.“

Denn was sich Walter nicht für die Schulen wünsche, ist ein „Flickenteppich“: „Ich möchte nicht, dass eine Stadt Dortmund völlig anders handelt als ein Kreis Unna, nur aufgrund unterschiedlicher Inzidenzen.“ Das sei zu schnell überholt, da sich die Fallzahlen von Tag zu Tag ändern. Besser sei ein einheitliches Vorgehen.

Auch Eltern hoffen auf eine klare Linie

Auch Eltern aus Selm hoffen auf eine klare Linie in Sachen Schulschließung. „Die Schulen haben da noch nicht wirklich eine tolle Lösung gefunden. Aktuell geht es darum, dass jede Schule irgendwie zurechtkommt“, sagt Erdal Macit aus Bork, der Lehrer an der Osterfeldschule und der Schule Auf dem Kelm in Lünen ist und nebenbei in Bork die Kneipe Haus Dörlemann betreibt: ein Nebenjob, der zurzeit aber wegen des Lockdowns ruht.

Erdal Macit und seine Frau Figan Ucar-Macit sind froh, dass sie die Betreuung ihrer Kinder gut regeln können. Figan Ucar-Macit ist Sozialarbeiterin, „aber zurzeit bin ich mit den Kindern noch Zuhause. Für uns ist das ein Vorteil.“ Ucar-Macit weiß, dass es ansonsten schwierig werden würde, Betreuung für ihre Kinder zu finden. „Zu den Großeltern können sie nicht, weil die ja Risikogruppe sind.“ Zudem sei es schwierig, die Kinder immer mit allen digitalen Geräten auszustatten, die sie für das Homeschooling benötigen. „Die passende Möglichkeit haben nicht alle Haushalte“, sagt Ucar-Macit.

Erdal Macit hofft, dass der Lockdown samt Schulschließungen hart durchgezogen wird, damit der Inzidenzwert schnell sinkt und die Kinder wieder zur Schule können. „Die Erstklässler haben es jetzt schon sehr schwer. In der Schule lernen sie auch neben dem Unterricht so viel, was ihnen zu Hause entgeht. Außerdem verhalten sich die Kinde zuhause ganz anders.“ Er hofft zudem, dass auch Lehrkräfte schnell geimpft werden.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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