Das Dortmunder Landgericht will voraussichtlich am 14. Januar das Urteil verkünden. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Vater aus Selm bietet Tochter nach Vergewaltigungen Schmerzensgeld an

Nach einer Serie von sexuellen Übergriffen auf seine Tochter hat der angeklagte Familienvater aus Selm dem Kind Schmerzensgeld angeboten. Der Mann hofft auf eine möglichst milde Strafe.

Im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht hat der 55-jährige Selmer mindestens acht Übergriffe auf seine Tochter zugegeben. Er habe sich im Jahr 2017 in einer psychischen Ausnahmesituation befunden und regelmäßig viel Alkohol getrunken, hieß es in der Erklärung.

Weder die psychische Verfassung des Angeklagten im Tatzeitraum noch der Alkohol führen jedoch dazu, dass die Richter von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgehen werden. „Dafür liegen die Voraussetzungen einfach nicht vor“, erklärte der Sachverständige Malik Mbamba am Montag.

Die Hoffnungen des Selmers, über eine verminderte Schuldfähigkeit zu einer milderen Strafe zu gelangen, dürften sich also nicht erfüllen. Ein anderes Ass hat der Angeklagte allerdings noch im Ärmel.

Über seinen Verteidiger bot er seiner inzwischen 17-jährigen Tochter am Montag die Zahlung von insgesamt 20.000 Euro Schmerzensgeld an. Alle drei Monate wolle er ihr 2500 Euro auf ihr Konto überweisen, hieß es.

Die Anwältin der Jugendlichen reagierte auf die Offerte jedoch reserviert. Angesichts der prekären Einkommenssituation des Selmers habe sie große Zweifel, dass dieser in der Lage sei, das Geld auch wirklich aufzubringen.

Auch die Zahlung von Schmerzensgeld könnte von den Richtern strafmildernd gewertet werden.

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