Eine städtische Fläche am südlichen Ende des Rauhen Busches in Bork schlägt der Rotary Club Selm für "Urban Planting" vor. © Marie Rademacher
Bork

Urban Planting oder Hundewiese: Was passiert auf Fläche am Rauhen Busch?

Eine städtische Fläche am Rauhen Busch würde der Rotary Club gerne für „Urban Planting“ nutzen. Aber auch eine Hundeauslaufwiese an der Stelle ist im Gespräch.

Die Fläche am südlichen Ende des Rauhen Busches in Bork ist etwa 14000 Quadratmeter groß. Bisher ist dort – eigentlich nichts. Eine große, lang gezogene Wiese, die zur Umgehungsstraße hin von dichten Büschen und Bäumen abgeschlossen ist. Wenn es nach dem Rotary Club Selm geht, dann sollte die Fläche in Zukunft noch grüner werden – und ansprechender. Urban Planting: Das stellt sich der Club dort vor – und ist auch bereit, eine nicht unerhebliche Summe von 9300 Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Was ist überhaupt Urban Planting? Darunter versteht man die gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. Wie einem Schreiben zu entnehmen ist, dass der Rotary Club an den Selmer Bürgermeister geschickt hat und das in den Unterlagen des Hauptausschusses öffentlich gemacht worden ist, plant der Rotary Club die Bepflanzungsinitiative schon seit Anfang 2019.

Ein Problem bei der Fläche könnten die Oberleitungen sein, die über die Wiese gehen.
Ein Problem bei der Fläche könnten die Oberleitungen sein, die über die Wiese gehen. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Allerdings – auch das wird in dem Schreiben von März 2021 deutlich – glaubt der Club, den Bürgermeister bei dem Vorhaben noch nicht ganz auf seiner Seite zu haben. Es heißt darin: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie als neuer Bürgermeister vor diesem Hintergrund Ihre uns gegenüber gleich zu Beginn Ihrer Amtszeit sehr überraschende ablehnende Haltung aufgeben und den Weg frei machten für unser Vorhaben, das zweifelsfrei im Einklang mit allen ambitionierten Zielen der örtlichen Kommunalpolitik für klimafreundliches, nachhaltiges Handeln steht.“

Infos für Politik und geplante Bürgerversammlung

Bürgermeister Thomas Orlowski ging als Vorsitzender des Hauptausschusses dann weniger auf die ihm unterstellte „ablehnende Haltung“ ein, sondern betonte, dass er selbst vor Ort gewesen sei, mit Anwohnerinnern und Anwohnern gesprochen habe. „Ich halte es für wichtig, dass erst mal zwei Sache gegeben sind. Erstens sollte die Politik informiert sein. Zweitens sollten auch die Bürger wissen, was dort passiert“, sagte er.

Deshalb sei es ihm wichtig, eine Bürgerversammlung zu dem Thema zu machen. Im April und Mai sei das wegen der Pandemie noch nicht gegangen. „Avisiert haben wir jetzt aber den 7. Juli um 17 Uhr direkt vor Ort“, kündigte er schon mal an.

Auch Hundewiese an der Stelle in der Diskussion

„Ich sehe das wirklich ergebnisoffen“, betonte er. Es gibt nämlich durchaus noch einen anderen Ansatz, was mit der Fläche passieren könnte. Es könnte dort, so erklärte der Bürgermeister, ja auch eine Auslaufwiese für Hunde entstehen. Eine Idee, die zumindest der Rotary Club nicht so super findet – auch das steht in dem Schreiben. Zwar brauche die Stadt Hundeauslaufwiesen, heißt es dort, das wolle man gar nicht in Frage stellen. „Nur, muss man im Eingangsbereich eines vorzeigbaren Wohnquartiers tatsächlich einer reservierten Freifläche durch Hunde das Wort reden, wenn man gleichzeitig eine auch optisch attraktive Bepflanzung umsetzen kann?“

Dr. Michael Funke, der das Schreiben des Rotary Clubs unterzeichnet hat, weist außerdem darauf hin, dass der Bebauungsplan vor Ort eigentlich gar keine Hundewiese zulasse – der Plan müsste also erst geändert werden. Ein weiteres Problem an der Stelle, das auch Orlowski in der Sitzung erwähnte: Die Fläche ist durch Oberleitungen, aber auch durch Abwasserleitungen im Boden recht besonders, es müsse erst mal grundsätzlich geprüft werden, was da möglich ist.

Genau das wird jetzt auch passieren: Einstimmig hat der Hauptausschuss dafür gestimmt, dass der Vorschlag der Rotarier jetzt von der Verwaltung geprüft wird und dann noch mal in den Fachausschüssen besprochen wird. „Wichtig ist dann aber auch, dass die Rotarier in den Ausschüssen Stellung beziehen können“, regte Stefan Kühnhenrich für die SPD außerdem noch an.

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Marie Rademacher

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