Sandy Durchholz aus Recklinghausen verkauft unverpackte Lebensmittel sowie Seife und andere, nachhaltig produzierte Lebensmittel auf den Borker Markt. © Marie Rademacher
Wochenmarkt

Unverpackt-Wagen und Oliven: Zwei neue Stände auf dem Markt in Bork

Der Borker Wochenmarkt ist wieder ein bisschen größer geworden. Zwei neue Stände sind dazugekommen: ein Unverpackt-Wagen und ein Stand mit Oliven und Feinkostspezialitäten.

Donnerstag, 14.30 Uhr: Im Dorf in Bork ist Markt. Und der ist auch am 18. Februar wieder richtig gut besucht: Vor dem Stand mit Fleisch- und Wurstwaren hat sich eine lange Schlange gebildet, beim Gemüse herrscht emsiger Betrieb. Und auch Sandy Durchholz hat gerade etwas über die Theke ihres Unverpackt-Wagens gegeben. Der Stand der 23-Jährigen aus Recklinghausen ist neu in Bork: Seit einigen Wochen gibt es hier Donnerstagsnachmittags Müsli, Reis, Nudeln – und das alles verpackungsfrei. „Mit gutem Gewissen“ steht auf dem Flyer, der an ihrem Stand liegt. Der Unverpackt-Wagen – das ist für sie mehr als ein Geschäftsmodell, wie sie im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

Im Oktober 2019, so sagt sie, hat die gelernte Bürokauffrau in Recklinghausen ihren Unverpackt-Laden geöffnet. Die Fridays-For-Future-Bewegung sei Auslöser dafür gewesen, dass sie „die Welt ein kleines Stückchen besser machen“ wollte, wie es auf ihrem Flyer heißt.

„Bis jetzt ist das der netteste Markt“

Seit ungefähr sechs Monaten gibt es zusätzlich zu dem Geschäft in Recklinghausen den Unverpackt-Wagen, mit dem Sandy Durchholz zu mehreren Märkten fährt – nach Herten, Datteln oder nach Oer-Erkenschwick. Und seit ein paar Wochen eben auch nach Bork. „Das hier“, sagt sie mit Blick in den Borker Ortskern, „ist bis jetzt der netteste Markt. Die Menschen sind total offen“, erklärt sie. Vor allem, dass so viele unterschiedliche Generationen auf den Markt kommen, gefalle ihr am Nachmittags-Modell in Bork. „Ich finde es schön, dass hier auch viele Familien sind“, sagt sie. Den Unverpackt- und Nachhaltigkeitsgedanken weiterzutragen, sei ihr besonders wichtig, erzählt sie.

An ihrem Stand kann man selbst Behältnisse – ob nun Tupperdosen, Gläser oder Tüten – mitbringen, sie füllt die Waren dann vor Ort direkt in der gewünschten Menge ab. „Indem du nicht mehr zu viel einkaufst, wirfst du ganz automatisch weniger Lebensmittel weg. Durch den Einkauf mit eigenen Behältnissen sparst du außerdem einiges an Verpackungsmaterialien, ergo: weniger Müll. Das ist gut für die Umwelt und somit auch gut für dich“, erklärt Sandy Durchholz auf den Flyer ihres Standes.

Alamin Rmadan und sein Vater bieten an ihrem Stand auf dem Borker Markt Oliven und Feinkostspezialitäten an.
Alamin Rmadan und sein Vater bieten an ihrem Stand auf dem Borker Markt Oliven und Feinkostspezialitäten an. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Neben Lebensmitteln gibt es bei ihr auch Seifen – demnächst wahrscheinlich sogar aus eigener Produktion – und andere Hygieneprodukte aus nachhaltiger Produktion wie Zahnbürsten oder Rasierer.

„Schön, dass Sie wieder da sind“

Eine gute Ergänzung für das Angebot auf dem Borker Markt, sei das, sagt der Marktmeister Franz-Josef Raubuch, der sich freut, nicht nur einen, sondern gleich zwei neue Stände auf dem Borker Markt zu haben.

Oliven und Feinkostspezialitäten gibt es seit einigen Wochen nämlich auch wieder in Bork: Alamin Rmadan und sein Vater verkaufen sie. Sie sind keine Unbekannten in der Stadt: Am Edeka in Selm steht ihr Stand immer freitags und samstags. „Bestimmt schon seit 20 Jahren“, sagt Alamin Rmadan.

Auf den Wochenmärkten in Nordkirchen, in Drensteinfurt, in Lüdinghausen, Ascheberg und Coesfeld sind sie auch. In Bork hat er zwar erst dreimal verkauft. Das Fazit ist aber schon ziemlich positiv. „Es ist super schön. Tatsächlich“, sagt er und nickt zufrieden. Der Wochenmarkt im Ortskern sei „ein kleiner Geheimtipp“, sagt er.

Kurz vorher hatte ihn eine ältere Kundin mit Rollator wie folgt begrüßt: „Schön, dass Sie wieder da sind!“

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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher

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