Unterricht zu Hause: In Selm gibt es jetzt für bedürftige Schüler iPads

dzHomeschooling

Fällt der Unterricht länger aus, bleiben die Schüler zu Hause und bekommen Unterricht aus der Ferne. In Zeiten der Digitalisierung ein Kinderspiel, sollte man meinen. Ist es aber nicht.

Selm

, 17.08.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise hat an den Selmer Schulen neben vielen neuen Erfahrungen wie Hygiene- und Abstandsregeln einen weiteren Begriff in den Alltag gebracht: Homeschooling (Unterricht zuhause). Wochenlang waren die Schulen in Selm wegen der Corona-Krise geschlossen. Der Unterricht hatte aber weiter zu laufen. Also setzten sich die Lehrer hin, tüftelten Unterrichtsmaterialien aus, die sie auf verschiedenen Internetplattformen in Chats oder Video-Treffen mit den Schülern bearbeiteten.

Nun gibt es aber Schüler, die kein Geld haben, um sich ein digitales Endgerät wie ein Tablet oder ein Notebook zu kaufen. Oder in deren Familien dafür kein Geld vorhanden ist. Diese Schüler drohen, abgehängt zu werden. Doch in Selm naht eine Lösung.

Fördermittel für Endgeräte

Die Stadt Selm als Schulträger bekommt Bundes- und Landesmittel für die Ausstattung bedürftiger Schüler mit digitalen Endgeräten, wie Beigeordnete Sylvia Engemann der Redaktion berichtet. „Die Förderrichtlinie ist jetzt da, die die Anschaffung von Endgeräten für Schülerinnen und Schüler vorsieht, die eben zuhause nicht die Situation haben, auf ein Endgerät zurückgreifen zu können.“ Die Förderrichtlinie sehe auch die Ausstattung von Lehrern mit solchen Geräten vor.

Es gebe die Grundsatzentscheidung, dass die Austattung einheitlich sein solle, also Geräte einer einzigen Marke angeschafft werden. „Das ist wichtig, weil wir als Stadt ja den Support sicherstellen sollen.“ Und es erhöhe dabei die Effizienz für die Verwaltung. Es werden iPads angeschafft.

„Nun müssen wir diese Endgeräte zügig bekommen“, sagt die Beigeordnete. Da seien in der öffentlichen Verwaltung Regularien einzuhalten. „Wir können jetzt nicht ins Geschäft gehen und Endgeräte kaufen.“

Gibt es denn schon einen Verteilungsschlüssel? „Wir haben uns darauf verständigt, wie viele Geräte und was wir anschaffen“, erklärt Sylvia Engemann. Wie die Geräte verteilt werden, werden Gespräche mit den Schulleitungen zeigen. „Das kann nur vor Ort sachgerecht geregelt werden“, so die Beigeordnete.

Stadt schafft 530 iPads an

Die Stadt werde 530 iPads anschaffen. 330 für Schüler und 200 für Lehrkräfte. Rund 250.000 Euro stehen der Stadt Selm dafür aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung. Es werden schuleigene Geräte sein, sagt Sylvia Engemann. Sie werden für den Fall, dass man keinen Präsenzunterricht gewährleisten könne, an Schüler und Lehrer ausgeliehen.

Vergaberichtlinien müssen beachtet werden und die Stadt steht mit dem Rechnungsprüfungsamt in Gesprächen. Ist alles geklärt, hofft die Stadtverwaltung, in sechs bis acht Wochen startklar zu sein.

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Dass bedürftige Schüler und Lehrer die Möglichkeit haben, am Lernen und Lehren auf Distanz teilzuhaben, ist nicht nur für eine komplette Schulschließung wichtig. Zum Schuljahresbeginn hatte das NRW-Schulministerium dargelegt, dass auch in Einzelfällen Distanzunterricht angesagt sein könne. Etwa, wenn sich Schüler in Quarantäne befinden oder, im Zweifel nach Vorlage eines ärztlichen Attests, wenn sie wegen Vorerkrankungen zuhause bleiben, weil zu befürchten ist, dass eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Ob auch unter den aktuellen Vorgaben des Ministeriums all die iPads, die die Stadt jetzt bestellt, reichen werden? „Wir müssen dann sehen, wie wir mit der Anzahl der Geräte zurecht kommen“, erklärt die Beigeordnete Sylvia Engemann.

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