Der Rat der Stadt Selm hat jetzt über die geplante Bebauung an der Baltimora entschieden. © Sylvia vom Hofe (A)
Baltimora

Umstrittene Wohnbebauung am Ende der Baltimora: Rat hat Entscheidung gefällt

Um die geplante Bebauung am Ende der Baltimora in Cappenberg hat es in der jüngeren Vergangenheit kontroverse Diskussionen gegeben. Jetzt ist eine Entscheidung gefallen.

Der Rat der Stadt Selm hat per Bebauungsplanänderung mehrheitlich am Donnerstag, 24. Juni, den Weg frei gemacht für ein Bauvorhaben am Ende der Baltimora in Cappenberg. Auf einem rund 420 Quadratmeter großen Grundstück am Waldrand soll ein Wohnhaus entstehen. Möglich gemacht hat das eine Änderung im Forstrecht. War bis dato eine Bebauung wegen des Schutzabstandes von 35 Metern zu dem in der Nähe befindlichen Wald nicht möglich, wurde der Schutzabstand von 35 Meter auf 30 Meter reduziert. Laut Verwaltung könne ein kleines Baufeld somit ausgewiesen werden.

Dem direkten Nachbarn gefällt das ganz und gar nicht. Er hatte schon während der öffentlichen Auslegung der Pläne Protest eingelegt und das ausführlich begründet.

Kritik auch in der Ratssitzung

Und auch aus Teilen der Politik hat es in der entscheidenden Ratssitzung heftige Kritik am Vorgehen der Stadt gegeben.

Für die Familienpartei erklärte Ralf Piekenbrock unter anderem, dass bei der planerischen Abwägung weder Umweltschutz noch die Ausführungen des betroffenen Nachbarn ausreichend berücksichtigt worden seien. Dem betroffenen Anwohner im Fachausschuss kein Rederecht eingeräumt zu haben, sei unsäglich. Und: Der Eingriff in die Natur durch die Wohnbebauung stehe in keinem Verhältnis zur „begrenzten Schaffung von Wohnraum“.

Dr. Hubert Seier erklärte, die UWG werde dem Vorhaben nicht zustimmen. Auch er sei verärgert gewesen, dass dem Betroffenen kein Rederecht eingeräumt worden sei.

Die FDP kritisierte in Person von Klaus Schmidtmann, dass die Fläche zum Baugebiet erklärt werden soll: „Es geht ein Stück Natur verloren.“ Wenn man das ernst nehme, hätte man seiner Meinung nach die ganze Baltimora „nicht zubauen dürfen“.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte schon Argumente während der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen 2020 gegen die Ausweisung als Baugebiet dargelegt. In der Ratssitzung erklärte dann folgerichtig Marion Küpper, die Grünen würden gegen die Verwaltungsvorlage stimmen. „Es löst ja keine Wohnungsbauprobleme.“

Bauvorhaben mehrheitlich auf den Weg gebracht

Diese Haltung spiegelte sich bei diesen Fraktionen auch im Abstimmungsverhalten wider. Ihre Argumente änderten letztendlich nichts daran, dass der Rat das Bauvorhaben mehrheitlich politisch durch die Bebauungsplanänderung auf den Weg gebracht hat.

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Arndt Brede

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