Überfall in Selm: Hinweisgeber Ashwin Raman wurde offenbar bedroht

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Drei Wochen nach dem brutalen Überfall auf ein älteres Ehepaar in der Selmer Altstadt, meldet sich Ashwin Raman, der damals die Polizei gerufen hatte, zu Wort. Er ist offenbar bedroht worden.

Selm

, 05.12.2019, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Überfall auf ein älteres Ehepaar in der Selmer Altstadt lässt den Filmemacher Ashwin Raman nicht los. „Ich bin erstaunt“, sagt Ashwin Raman im Gespräch mit der Redaktion. Schon vielfach sei er auf den Überfall angesprochen worden. „Immer positiv.“

Zumindest bis vor einer Woche. Da war er gerade auf dem Weg nach Hause, als ein Auto in Höhe des Kreisels B236/Sandforter Weg auf ihn zuraste. „Es ging alles sehr schnell“, sagt Raman. Er weiß nur noch, dass das Auto ein rotes Kennzeichen hatte. Das Modell könnte ein Golf gewesen sein. Im Wagen saßen zwei Männer, der eine mit Basecap und einer großen Skibrille. „Pass auf, wir wissen, wer du bist“, hätten sie ihm zugerufen und seien dann wieder abgebraust.

Ehepaar war anderthalb Stunden gefesselt

Ashwin Raman, der als Filmemacher unter anderem in Afghanistan und dem Irak unterwegs war und in Selm bekannt ist, ist sich sicher, dass die Drohung mit dem Überfall zu tun hat. Zur Erinnerung: Am 14. November klingelten zwei noch unbekannte Männer bei einem älteren Ehepaar an der Straße „Auf der Sagkuhl“, sie gaben sich als Pakteboten aus und drangen so in das Haus ein. Die beiden maskierten Männer fesselten die 63-jährige Frau und den 62-jährigen Mann und entwendeten Schmuck und Bargeld.

Laut Polizei waren die Eheleute rund anderthalb Stunden gefesselt, bevor die 63-Jährige aus dem Fenster um Hilfe rief. Der Selmer Filmemacher Ashwin Raman, der in unmittelbarer Nähe wohnt, hörte damals die Schreie und alarmierte sofort die Polizei. Die Täter waren da allerdings schon über alle Berge.

Überfall in Selm: Hinweisgeber Ashwin Raman wurde offenbar bedroht

Ein Großaufgebot von Rettungskräften eilte nach dem Überfall zur Straße "Auf der Sagkuhl". © Thomas Aschwer

Ashwin Raman hat nach Drohung keine Angst

Ashwin Raman hat die unbekannten Männer nicht angezeigt. Angst hat er jedenfalls nicht, sagt er. „Das sind Feiglinge“, sagt er. „Kommt doch“, habe er ihnen zugerufen, als sie ihm drohten. Über die Männer macht sich Raman keine Gedanken. Über den Überfall selbst allerdings schon.

Dass er der Einzige war, der die Polizei alarmiert hat, beschäftigt ihn. Kurz bevor er auf die Schreie der Frau aufmerksam geworden sei, habe er gesehen, wie ein Mann mit seinem Labrador an der Straße vorbeigegangen sei. Der Hund habe gebellt und die Frau geschrien. Zunächst habe er es nicht als Schreien erkannt. „Ich dachte, es seien Schulkinder, die laut sind“, sagt der Filmemacher.

Seine Ohren seien nicht mehr die besten, aber, als er dann das Fenster geöffnet habe, habe er sie genau gehört, die Schreie seiner Nachbarin.

Polizei nennt keine neuen Details

Auch etwas anderes fragt er sich: „Bis heute rätsele ich darüber, wieso die Leute das gemacht haben“, sagt er. Es sei schließlich ein ganz gewöhnliches Haus gewesen, mit „Bewohnern so wie Sie und ich“, keine offenbar gut betuchten Menschen.

Die Polizei ermittelt indes in dem Fall weiter. Aus Ermittlungstechnischen Gründen könne sie allerdings nach wie vor keine weiteren Informationen zu dem Fall preisgeben, sagt Vera Howanietz von der Pressestelle der Polizei Unna. „Die Staatsanwaltschaft ist allerdings mit im Boot“, sagt sie. Ähnliche Fälle, also Fälle, bei denen sich die Räuber als Paketboten ausgegeben hätten, seien allerdings bislang noch nicht wieder aufgetreten. „Zum Glück nicht“, sagt Vera Howanietz.

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