Über elf Meter hoch: Warum die neue Kletterwand am St.-Josef-Kirchturm einzigartig ist

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Seit Sonntag darf offiziell am St.-Josef-Kirchturm geklettert werden. Auch für Andreas Meierle, der die Kletterwand gebaut hat, war es ein besonderes und „mutiges Projekt“.

Selm

, 29.09.2019, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 100 Stunden Arbeit stecken in der neugestalteten Außenfassade des St.-Josef-Kirchturms - genauer gesagt an der neuen Kletterwand, die am Sonntag, 29. September offiziell eingeweiht wurde. Andreas Meierle, Konstrukteur der Kletterwand, erklärte, was das Projekt so besonders für ihn macht und was ihm beim Bau Probleme bereitet hatte.

Trotz des schlechten Wetters kamen über 40 Besucher, um bei der Einweihung dabei zu sein und um als einer der ersten den Kirchturm zu erklimmen. „Der Segen Gottes ist schon bei uns“, scherzte Pfarrer Claus Themann über den starken Regen.

Viele Spender ermöglichten die Kletterwand

Auch der zwölfjährigen Luzie machte der Regen nichts aus. Sie war eine der ersten, die es bis zum oberen Ende der Kletterwand schafften. „Das war spannend und hat richtig Spaß gemacht“, sagte sie hinterher. Der Blick aus über 11 Metern Höhe sei „sehr cool“ gewesen.

Schon bevor die St.-Josef-Kirche im November 2016 abgerissen wurde, erzählte Claus Themann, habe es „erste Ideen für eine Kletterwand“ gegeben. Danach musste allerdings erst mal lange Zeit gesammelt werden, bis genug Geld zusammengekommen war, um das Projekt zu realiseren.

Die ersten 5000 Euro erhielt die Gemeinde durch ein Vereinsvoting der Volksbank Selm im vergangenen Jahr. In der Folge kamen noch viele weitere Spender hinzu. Themann dankte vor allem dem Lions Club, dem Düt und Dat, der Dr. Carl Dörken Stiftung sowie der DKM Darlehenskasse Münster und der Jugendstiftung Weitblick.

Im deutschsprachigen Raum ein einmaliges Projekt

„Wir werden insgesamt bei etwa 26.000 Euro sein“, erklärte der Pfarrer. Im Frühjahr sei die benötigte Summe gesammelt worden. Danach wurde mit Andreas Meierle zusammen die Kletterwand geplant. Der 58-Jährige, der seit 25 Jahren in Münster lebt, ist in ganz Deutschland unterwegs, um Kletterwände zu bauen.

Die Wand am St.-Josef-Kirchturm sei allerdings auch für ihn ein ungewöhnliches Projekt gewesen. Von Beginn an „fand ich das Projekt spannend“, erzählte er. Im deutschsprachigen Raum gebe es keine katholische Gemeinde mit einer Kletterwand an einem Kirchturm, erklärte Meierle.

Über elf Meter hoch: Warum die neue Kletterwand am St.-Josef-Kirchturm einzigartig ist

Am oberen Ende der Kletterwand bilden gelbe Griffe das Wort "Gott". Wer es bis dorthin schafft, kann sich über einen tollen Ausblick freuen. © Pascal Albert

Bis zu 11,70 Meter können an dem Turn nun hochgeklettert werden. Insgesamt 395 Griffe geben allen Kletterern Halt. „An der Wand können wir vielleicht Gottes Kraft spüren, Ideen für den nächsten Handgriff erhalten und von Gott gehalten sein“, erklärte Claus Themann die Idee dahinter.

Zwischensicherungen sorgten für Probleme

Die Wand vermittle „die Kernaspekte des Glaubens“. Dazu gehöre „die Idee, wo man als nächstes hin greifen soll, als Wegweisung Gottes“. Zudem gehe es um die „Absicherung durch den Glauben, dass man sich sicher fühlt und weiß, dass man gehalten wird“.

Für Andreas Meierle war es derweil eine Herausforderung, die Kletterwand zu bauen. Denn der Kirchturm sei „schon etwas älter“, wodurch es gar nicht so einfach gewesen sei, die Zwischensicherungen zu verankern. „Das war die Hauptproblematik“, erklärte er.

„Plötzlich sind da bunte Griffe dran“

Eine Kletterwand an einen Kirchturm zu bauen sei für ihn aber auch generell „ein mutiges Projekt“ gewesen. Denn „es ist nach wie vor ein Kirchturm, die Menschen verbinden etwas damit“, sagte er. Und „plötzlich sind da bunte Griffe dran und es ist in gewisser Weise ein Spielgerät“.

Ein Spielgerät, welches von nun an jeder nutzen kann - zumindest die ersten drei Meter. Denn an denen könne auch ohne Sicherung hochgeklettert werden, erklärte Pfarrer Claus Themann. Höher dürfe allerdings nur mit einer Seilabsicherung geklettert werden.

Und um dabei zu helfen und die Sicherheit der Kletterer zu gewährleisten, haben sich 13 Ehrenamtlich ausbilden lassen. Im kommenden Jahr soll es zudem noch eine weitere Schulung für Interessierte geben.

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