Die Trinkhalle Skusa/Kiwall ist derzeit geschlossen. © Arndt Brede
Kiosk in Bork

Trinkhalle Skusa geschlossen – das Ende des Kläppchens ist das aber nicht

So mancher bleibt wie angewurzelt im Ortskern Bork stehen. Es fehlt was: Getränkekisten, die dort sonst stehen, sind weggeräumt. Die Trinkhalle Skusa/Kiwall ist zu. Aber es gibt gute Nachrichten.

Die Trinkhalle Skusa/Kiwall im Borker Ortskern gehört zum Ortsbild wie andere Einrichtungen, die schon lange dort sind. Mehr als 50 Jahre gibt es die Trinkhalle schon. Kläppchen wird sie liebevoll genannt. Büdchen, Bude, Kiosk auch. Das kleine Geschäft an der Hauptstraße erfüllt mehrere Funktionen. Es ist Versorgungspunkt mitten im Dorf. Mal eben ein Abstecher zum Kläppchen gehört zum Alltag der Borker, aber auch der Pendler, die Bork nur passieren. Es ist Anziehungspunkt, etwa bei Feiern der Schützenkompanien. Und es ist Treffpunkt. Für Borker. Für Radler auf der Römer-Lippe-Route.

Ein gewohntes Bild im Borker Alltag: Getränkekisten stehen vor dem Kiosk an der Hauptstraße.
Ein gewohntes Bild im Borker Alltag: Getränkekisten stehen vor dem Kiosk an der Hauptstraße. © Johanna Keck (Archiv) © Johanna Keck (Archiv)

Generationen von Kindern habe sich dort ihre Süßigkeiten gekauft, für ein paar Pfennige, später für ein paar Cent. Nun ist es geschlossen, das Kläppchen. Die Betreiber haben auf Facebook gepostet, dass sie sich „schweren Herzens entschlossen“ haben, aufzuhören. „Wir dürfen zurückblicken auf viele tolle Jahre mit schönen Festen und tollen Veranstaltungen, bei denen nette Kontakte und schöne Freundschaften entstanden sind. So nehmen wir viele schöne Erinnerungen mit und bleiben Ihnen hoffentlich auch in guter Erinnerung.“ Mit diesen Zeilen wenden sich die Betreiber an ihre Kunden.

Nachfolgeregelung

Ein weiterer Satz lässt aufhorchen: „Aber keine Sorge, es geht weiter.“ Und die Betreiber werden noch etwas konkreter: „Wir haben unser Geschäft inklusive Wohnhaus verkauft und hoffen, dass Sie unserem neuen Nachfolger das gleiche Vertrauen entgegenbringen, wie Sie es bei uns getan haben.“

Der Zettel gibt Hinweise auf die Geschäftsübergabe.
Der Zettel gibt Hinweise auf die Geschäftsübergabe. © Arndt Brede © Arndt Brede

Auf einem Schild an den heruntergelassenen Jalousien steht ein Hinweis zum weiteren zeitlichen Ablauf der Übergabe des Kiosks an einen Nachfolger: „Montag und Dienstag geschlossen wegen Geschäftsübergabe“, stand dort am Montag, 1. Februar, zu lesen. Ob tatsächlich schon am Mittwoch die Geschäftsneueröffnung passiert, wie es der Zettelhinweis vermuten lässt? „Ja“, sagt Sandra Kiwall. Sie hat den Kiosk, den ihre Eltern einst aufgebaut hatten, seit 2013 geführt. Der neue Betreiber, Yasokumar Muneeswarakandan, stamme aus Sri Lanka. Führen werde den Kiosk seine Frau Jeyamathy Yasokumar. „Das Geschäft wird Trinkhalle Jana heißen, nach dem Spitznamen von Frau Yasokumar“, berichtet Sandra Kiwall.

Es sei geplant, dass das Geschäft weiterlaufe wie bisher, auch mit den vier Angestellten. Nur im ersten Monat wird das Lottogeschäft nicht laufen können, weil der neue Betreiber die Voraussetzung dazu noch nicht habe.

Warum sie das Geschäft aufgebe, begründet Sandra Kiwall so: „Der Hauptgrund, warum wir das ganze Gebäude verkauft haben, ist, weil die Räumlichkeiten hinten – das Wohnhaus meiner Eltern – nicht mehr bewohnt wurden. Die stehen komplett leer, weil man das Wohnhaus nicht vom Geschäft trennen kann.“ Sie selber und ihre Eltern wohnen nicht dort.

Als dann Sandra Kiwall krank wurde, sei der Entschluss gereift, das ganze Gebäude zu verkaufen und dann das Geschäft aufzugeben und an jemanden zu übergeben. Dieser „Jemand“ ist eben Yasokumar Muneeswarakandan mit Ehefrau Jeyamathy Yasokumar. Sie haben Erfahrungen in dem Metier des Kioskbetreibens. Sie führen einen begehbaren Kiosk in Dortmund.

Sandra Kiwall führte Kiosk seit 2013

Sandra Kiwall hatte 2013 den Kiosk von ihren Eltern übernommen, nachdem die ihn mehr als 40 Jahre geführt hatten. 2009 hatten Sandra Kiwalls Eltern den Kiosk abgegeben. Zwischenzeitlich hatten zwei Pächter den Kiosk geführt, ehe Sandra Kiwall in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten war. „Ich bin ja hier groß geworden, deshalb hängt mein Herz auch an dem Laden“, hat Sandra Kiwall der Redaktion zur Eröffnung 2013 verraten. Schon als kleines Kind habe sie im Laden gestanden und ihren Eltern zugesehen. Nach und nach hat sie ihn dann umstrukturiert und dafür gesorgt, dass der Kiosk Anlaufstelle in Bork blieb. Auch bis in die späteren Abendstunden hinein.

Sandra Kiwall führte den Kiosk an der Hauptstraße in Bork seit 2013.
Sandra Kiwall führte den Kiosk an der Hauptstraße in Bork seit 2013. © Thomas Aschwer (Archiv) © Thomas Aschwer (Archiv)

Wie reagieren Borker auf die zumindest zeitweise Schließung der Trinkhalle im Ortskern? „Es wird ja weitergehen“, sagt Heinz-Willi Quante, Borker Bezirksbeamter und Vorsitzender der Bürgerschützengilde Bork. „Aber wenn es geschlossen bliebe, würde mir was fehlen.“ Mitten im Dorf, sei der Kiosk „wunderbar gelegen“. Die Trinkhalle sei immer ein Sammelpunkt im Ort gewesen. „Es belebt den ohnehin schon sehr leblosen Borker Ortskern.“ Kompanien hätten dort bei Veranstaltungen wie Fahrradtouren ihren Abschluss gehabt. Er gehe fest davon aus, dass das auch unter dem neuen Betreiber so weitergehen werde.

„Es scheint ja weiter zu gehen“, sagt eine Borkerin, die vor dem Kläppchen stehen bleibt, mit Blick auf den Zettel an den geschlossenen Jalousien. „Es ginge gar nicht, wenn es geschlossen bliebe. Es ist ein Treffpunkt und gehört zu Bork dazu.“

Über den Autor
Redaktion Selm
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Arndt Brede

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