Tod in Garage in Selm: Mord-Prozess gegen Ex-Ehemann beginnt bald

Prozess

Anfang Februar ist eine 54-jährige Selmerin tot in ihrer Garage aufgefunden worden. Ihr Ex-Mann muss sich nun wegen Mordes verantworten. Die Details der Anklageschrift lesen sich grausam.

Selm

, 16.07.2020, 09:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
In einer Garage in der Eichenstraße wurde die Leiche der Frau gefunden.

In einer Garage in der Eichenstraße wurde die Leiche der Frau gefunden. © Marie Rademacher (A)

Ein halbes Jahr. Länger darf eine Person laut Strafprozessordnung nicht in Untersuchungshaft sitzen, bevor ihr der Prozess gemacht wird. So geht nun am Donnerstag, 23. Juli, fast ein halbes Jahr, nachdem Anfang Februar die Leiche einer 54-jährigen Selmerin in ihrer Garage gefunden wurde, der Prozess gegen ihren heute 57-jährigen Ehemann los.

Mit einem Spaten und Messer zur Garage gekommen

Staatsanwältin Sandra Lücke von der Staatsanwaltschaft Dortmund hatte schon recht schnell nach der Tat deutlich gemacht, dass die Anklage auf Mord lauten würde. Das Merkmal der Heimtücke sei eindeutig erfüllt gewesen. Die 54-jährige Frau sei arg- und wehrlos gewesen, als sie auf ihren Partner traf.

Was genau damit gemeint ist, erfährt, wer die Anklageschrift liest. Demnach soll sich der Selmer am frühen Morgen des 7. Februars mit einem Spaten und einem Messer zur Garageneinfahrt des Hauses aufgemacht haben, in dem seine geschiedene Ehefrau lebte.

„Aufzulauern, um sie zu töten“

Laut Anklageschrift, um ihr „aufzulauern und sie später zu töten.“ Als die Frau mit dem Fahrrad an dem Angeklagten vorbeigefahren sein soll, soll er mit dem Spaten ausgeholt und mit großer Kraft auf das Gesicht seiner Exfrau eingeschlagen haben. Nachdem diese zu Boden gestürzt sein soll, soll der Angeklagte sie in die Garage des ehemaligen gemeinsamen Wohnhauses gezogen haben und sie dort mit fünf Messerstichen getötet haben.

Der Sohn der einstigen Eheleute soll am frühen Morgen schließlich die Polizei alarmiert haben. Diese fand in der Garage schließlich die blutüberströmte Leiche der Selmerin. Auch ihr ehemaliger Ehemann soll sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Garage befunden haben. Er war sofort festgenommen und einen Tag später war ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft in der JVA in Dortmund.

Dass der Zeitraum von einem halben Jahr Untersuchungshaft fast ausgereizt worden ist, hängt auch mit dem Coronavirus zusammen: Wegen der Einschränkungen durch das Virus hatten die Gerichte ihren Betrieb auf das zwingend erforderliche Maß heruntergefahren. Gerichtssprecher Thomas Jungkamp war also schon im April davon ausgegangen, dass der Prozess wohl Ende Juli beginnen würde.

Wird der Selmer wegen Mordes verurteilt ist auch schon klar, wie hoch die Strafe sein wird: Sie ist bei Mord zwingend lebenslang. Allerdings kann die Freiheitsstrafe bei guter Führung nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

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