Tagsüber kommt schnelle medizinische Hilfe von der Ludgeristraße

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Selm ist zu groß, als dass ein Rettungswagen alle Örtlichkeiten bei einem Notfall schnell erreichen könnte. Neben dem Standort Bork gibt es daher nun in Selm einen zweiten - übergangsweise.

Selm

, 14.11.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um rechtzeitig helfen zu können, darf die Ausrück- und Anfahrtszeit eines Rettungswagens nicht zu lang sein. Fachleute haben ausgerechnet, dass Retter maximal acht Minuten benötigen dürfen, um zu einer Unfall- oder Notfallstelle zu gelangen. Eine Analyse des Kreises Unna vor einiger Zeit ergab, dass diese Zeit in Selm nicht einzuhalten ist. Deshalb soll an der Kreisstraße eine komplett neue Rettungswache entstehen - doch bis die in Betrieb gehen kann, musste eine Übergangslösung gefunden werden.

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Zweiter Standort für Rettungswagen gefunden

Die gibt es inzwischen, und vor allem für den Ortsteil Selm gäbe es nun eine deutliche Verbesserung, teilte die Stadt Selm mit. Nicht nur, dass es seit 1. Oktober einen zweiten Rettungswagen für Selm gibt, der ist tagsüber nun auch übergangsweise an einem zweiten Standort stationiert: am DRK-Heim an der Ludgeristraße.

Tagsüber bedeutet, dass das Fahrzeug von 7 bis 19 Uhr von dort aus zu Not- und Unfällen ausrückt. Besetzt wird der Rettungsdienst durch eine Kooperation von Deutschem Roten Kreuz und der Feuerwehr der Stadt Lünen. „Ich freue mich, dass wir durch die guten Gespräche mit allen Beteiligten es geschafft haben, im Ortsteil Selm die Einsatzzeiten zu verbessern“, erklärt Bürgermeister Thomas Orlowski. Der zweite Rettungswagen soll vor allem „die Versorgung im nördlichen Teil der Stadt verbessern“, erklärt Ordnungsdezernent Stephan Schwager.

DRK-Heim ist eine gute Interimslösung

Erfreut zeigt sich auch Matthias Stiller, Vorstand des DRK Lünen: „Wir freuen uns, dass diese gute Kooperation so lange besteht“, so Stiller. Mit dem zweiten Standort sei allen Partnern geholfen. Denn dort, so bestätigt Dennis Hertel vom Rettungsdienst, könne man sich durchaus wohlfühlen. Natürlich sei es keine richtige Rettungswache, aber die Räume des Selmer DRK seien für den Übergang gut geeignet. Neben den notwendigen Sanitärräumen und Küche gäbe es auch gute Aufenthaltsmöglichkeiten. „Das Fahrzeug steht zwar draußen, aber das ist nicht weiter schlimm. Das gibt es andernorts auch“, ist Hertel zufrieden, zumal es sich nur um eine Interimslösung handelt, bis der Neubau an der Kreisstraße fertig gestellt ist.

Wagen aktuell nur zwölf Stunden in Selm im Einsatz

In den Nachtstunden soll der Wagen zur Zeit eigentlich unbesetzt am Standort in Bork bleiben, doch faktisch wird er aktuell zwischen 19 und 7 Uhr als Krankentransportwagen zur Abdeckung von Spitzen bei der Feuerwehr Lünen eingesetzt, erklärt Lünens Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Wann der Wagen wieder 24 Stunden in Selm eingesetzt wird, ist aktuell unklar.

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Dennoch: „Wir sind froh und dankbar, dass wir nun den nördlichen Bereich unserer Stadt so gut abdecken können“, sagt Thomas Orlowski, der auch dem DRK-Ortsverein Selm für die Räumlichkeiten dankt.

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