Tafel in Selm: Große Resonanz am Tag der Wiederöffnung und ein Neuzugang

dzTafel-Ausgabestelle

Die Tafel-Ausgabestelle Selm hat nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Mit großer Resonanz. Und einen Neuzugang gab es auch.

Selm

, 08.06.2020, 09:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast alle Kunden haben das Angebot der Tafel-Ausgabestelle Selm wieder wahrgenommen und sind zur neu organisierten Ausgabe unter Corona-Bedingungen gekommen. Das berichtet Heike Hope, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Tafel-Ausgabestelle Selm. Am Freitag, 5. Juni, hatte die Ausgabestelle im evangelischen Gemeindezentrum Selm an der Teichstraße erstmals wieder Lebensmittel an Bedürftige ausgeben dürfen.

„Die drei Nachmittagsgruppen haben dafür auch den starken Regen in Kauf genommen“, sagt Heike Hoppe. Die Tafelkunden waren im Vorfeld infoirmiert worden, dass sie zu bestimmten Zeitfenstern kommen können. Sie stellten die Tafel-Mitarbeiter sicher, dass die Mindestabstände nach Coronaschutzverordnung eingehalten werden konnten. Heike Hoppe lobt dann auch die Kunden: „Wir mussten nur sehr selten an die Abstandsregelung erinnern, denn die Hygieneregelungen sind inzwischen im Alltag etabliert. Durch die Verkleinerung der Einkaufsgruppen gab es kaum Wartezeiten für die Kunden. Die Abläufe waren anders als früher, aber wir bekamen viele positive Rückmeldungen.“

Das Team der Selmer Tafel hatte die Lebensmitteltüten vorsortiert, so dass die Übergabe zügig laufen konnte.

Das Team der Selmer Tafel hatte die Lebensmitteltüten vorsortiert, so dass die Übergabe zügig laufen konnte. © Heike Hoppe, Tafel-Ausgabestelle

Für die Helfer habe das Vorpacken von Tüten die größte Umstellung dargestellt. Die Mitarbeiter hatten Lebensmittel nach frischen und haltbaren Levbensmittel unterschieden und jeweils in Tüten für die Kunden gepackt. Diese konnten sich die Tüten dann quasi kontaktlos am Eingang zur Ausgabestelle abholen.

„Zwischendurch hatten wir Sorge, dass Tüten stehen bleiben und wir wieder auspacken müssen - aber im Endspurt passte wieder alles“, berichtet Heike Hoppe. „Unsere Sorge, dass wir durch die Corona-Krise weniger Lebensmittel bekommen, hat sich nicht erfüllt. Es gab von der Unnaer Tafel die gewohnte Lebensmittel-Menge und großzügige Lebensmittel-Einkäufe von Privatpersonen. Dafür sind wir sehr dankbar. Dass wir Menschen mit leeren Taschen wegschicken müssten, wäre der schlimmste Fall für die Ehrenamtlichen.“

Neuer Gefrierschrank für funktionierende Kühlketten

Eine weitere Sorge ist das Team der Ehrenamtlichen auch los: Zeitgleich mit der Wiedereröffnung der Tafelausgabestelle in Selm konnten sich die Ehrenamtlichen über einen neuen Gefrierschrank freuen. „Insbesondere in den nun folgenden Sommermonaten ist diese Lagermöglichkeit für gespendete Tiefkühlprodukte dringend erforderlich, damit die Kühlkette erhalten bleiben kann“, führt Heike Hoppe aus.

Der 2. Vorsitzende der Hospizgruppe Selm, Dieter Niechcial, der auch gleichzeitig ehrenamtlicher Helfer der Tafel ist, hatte über die Hospizgruppe Kontakt mit dem Verein „Provinzialer in Westfalen-Lippe helfen“ in Münster.

Dieter Niechcial, Andrea Preuß und Heike Hoppe (v.l.) freuen sich über den neuen Kühlschrank.

Dieter Niechcial, Andrea Preuß und Heike Hoppe (v.l.) freuen sich über den neuen Kühlschrank. © Bernd Buchholz

Der Verein verfolge in seinem Geschäftsgebiet Westfalen-Lippe unter anderem das Ziel der „Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements von Bürgern vor Ort“ , berichtet Heike Hoppe.

Unbürokratisches Verfahren

Aus diesem bestehenden Kontakt habe die Tafel-Ausgabestelle Selm einen Antrag auf Finanzierung eines dringend benötigten neuen Gefrierschrankes gestellt. „In einem kurzen und unbürokratischen Verfahren stellten die ,Provinzialer‘ 750 Euro zur Finanzierung zur Verfügung und schon ist ,der Neue‘ im Einsatz und leistet pünktlich zur Neueröffnung wertvolle Dienste bei der Versorgung mit einwandfreien Lebensmitteln.“, erzählt Heike Hoppe. Sie unddas Team der Ehrenamtlichen haben sich bei den Provinzialern für die Unterstützung bedankt.

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