Streit in der UWG: Peter Sowislo verlässt die Wählergemeinschaft, behält aber sein Mandat

UWG Selm

Peter Sowislo ist nicht mehr Mitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Nach 30 Jahren hat er der drittstärksten Kraft im Selmer Rat den Rücken zugekehrt. Ganz gehen will er aber nicht.

Selm

, 07.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Sowislo, ein UWG-Urgestein, ist nach 30 Jahren aus der UWG Selm ausgetreten.

Peter Sowislo, ein UWG-Urgestein, ist nach 30 Jahren aus der UWG Selm ausgetreten. © Ruhr Nachrichten

Ein ungewohntes Bild: Peter Sowislo sitzt im Umweltausschuss (2.3.) im Feuerwehrhaus nicht zwischen den UWG-Mitgliedern, sondern etwas abgerückt neben ihnen. Daran werden sich politische Beobachter gewöhnen müssen. Der 65-Jährige gehört nicht mehr zur UWG-Fraktion.

„Ich möchte keine schmutzige Wäsche waschen“, sagt er auf Anfrage. Es habe „Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung“ gegeben. Die gibt sich ebenso wortkarg. Von einem „plötzlichen Entschluss“ schreiben Vorsitzender Hubert Seier und Fraktionschefin Maria Lipke in einer Erklärung. Und davon, dass sie sich „mehr Gesprächsbereitschaft seinerseits und das Mittragen wichtiger Entscheidungen“ gewünscht hätten.

In Selm hatte die UWG bei der Kommunalwahl 2014 19,2 Prozent der Stimmen erhalten. Sowislo hatte in seinem Wahlkreis rund ums Gasthaus Suer 24,3 Prozent erzielt: „Die Leute möchte ich nicht enttäuschen.“ Deshalb werde er bis zum Ende der Legislaturperiode als Fraktionsloser in den Gremien bleiben: eine Entscheidung, die Lipke und Seier „aus demokratischer Sicht fragwürdig“ finden.

„Ursprünglich wollte ich noch einmal antreten für die UWG“, sagt Sowislo. Ob der „Denkmalschützer der Stadt“, wie Bürgermeister Löhr ihn wegen seines Einsatzes für alte Gebäude wie der Lutherschule genannt hat, eine andere politische Heimat finden will, sei noch offen.

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