Am Mittwoch, 10. Februar, wurden im Selmer Zentrum Bushaltestellen geräumt. Drei Tage nach dem Wintereinbruch. © Arndt Brede
Winterdienst

Straßen verschneit und vereist: Hat die Stadt Selm Schneefall unterschätzt?

Mit dem jüngsten heftigen Schneefall traten in Selm massive Probleme auf. Straßen waren nicht geräumt, verwandelten sich in Buckelpisten. Haben die Stadt und die Stadtwerke Fehler gemacht?

Was war das für ein heftiger Wintereinbruch. Die einen – Kinder zum Beispiel – freuten sich über die weiße Pracht, die anderen ärgerten sich. Meistens Anwohner von Straßen, die nicht geräumt worden waren. Und/oder Verkehrsteilnehmer, die über Straßen fahren mussten, die Buckelpisten glichen. Hätte das nicht verhindert werden können? Wir haben bei Stadtsprecher Malte Woesmann nachgefragt.

Nach dem Schneefall sind viele Straßen nicht geräumt worden. Was ist schief gelaufen? Und: Warum wurde nicht gestreut?

„Die Straßen sind entsprechend ihrer Priorität geräumt worden“, sagt Malte Woesmann. Aufgrund der anhaltenden Minusgrade habe die Stadt auf den Einsatz von Auftausalzen verzichtet. Daher seien die Straßen teilweise noch weiß gewesen. „Würde Salz großflächig zum Auftauen genutzt, würde die aufgetaute Schneedecke bei den Minusgraden wieder gefrieren und es würde sich eine spiegelglatte Eisschicht bilden.“ Lediglich an Gefahrenstellen wie Steigungen werden laut Stadt Auftaumittel genutzt. „Zusätzlich hätte der beim Streusalzeinsatz wegen der sibirischen Temperaturen zu erwartende regelmäßige Frost-, Tauwechsel zu zusätzlichen Schäden der Straßenoberflächen geführt.“

Aber es bildeten sich zum Teil große Eisplacken, über die die Fahrzeuge wie auf einer Buckelpiste fuhren.

„Dadurch war zwar der Fahrkomfort verschlechtert, allerdings aber auch das Geschwindigkeitsniveau nachhaltig reduziert“, erklärt der Stadtsprecher. Der Stadt seien keine witterungsbedingten Unfälle auf diesen Straßenabschnitten bekannt. Zudem dürften an Schneeschildern nur Gummilippen angebracht sein. „Sonst würde die Gefahr bestehen, dass die Straßen beschädigt würden und bei einer Kante könnte das Schild zerstört werden beziehungsweise das Fahrzeug abrupt abbremsen, so dass der Fahrer aus dem Sitz fliegen würde. Daher können die Räumschilde nur oberflächlich den Schnee zur Seite schieben.“

Ist die Wetterlage, die ja angekündigt war, unterschätzt worden in dem Sinn, dass nicht genügend Material und Personal vorhanden war?

Laut Stadtsprecher nicht. Für Situationen wie den jüngsten heftigen Schneefall gelte: „Zwei Teams mit je 18 Mitarbeitern und elf Fahrzeugen sind teilweise rund um die Uhr im Einsatz. Nach Bedarf wird aufgestockt – unter anderem für die Räumung von Bushaltestellen.“

Hätte sich die Stadt auch externe Unterstützung durch landwirtschaftliche Lohnbetriebe holen können?

„Externe Firmen waren beauftragt“, heißt es vom Stadtsprecher.

Was muss besser werden?

„Sämtliche Arbeitsprozesse unterliegen einer stetigen Überprüfung“, antwortet Malte Woesmann. „Dies wird nach Ende der Winterperiode auch mit der Durchführung des Winterdienstes geschehen, um eventuell Optimierungspotenzial zu finden.“

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Arndt Brede

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