Corona-Pandemie bremst Stadtradeln aus: Veranstaltung findet in Selm nicht statt

Kein Stadtradeln

Mit 6,47 Kilometer je Einwohner sind die Selmer 2019 zum dritten Mal Stadtradelmeister im Kreis Unna geworden. Genug Motivation für 2020 - aber das Stadtradeln gibt es dieses Jahr nicht.

Selm

, 26.03.2020, 09:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die beiden begeisterten Radfahrer Michael Reckers (l.) und Christian Jänsch bei einem Infotermin für Exkursionen und Studienfahrten. Im Alltag sitzt VHS-Chef Reckers häufig auf dem Fahrradsattel.

Die beiden begeisterten Radfahrer Michael Reckers (l.) und Christian Jänsch bei einem Infotermin für Exkursionen und Studienfahrten. Im Alltag sitzt VHS-Chef Reckers häufig auf dem Fahrradsattel. © Arndt Brede (A)

Die Rahmenbedingungen waren festgezurrt: Vom 17. Mai bis 6. Juni sollte in diesem Jahr das Stadtradeln in Selm Menschen zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad motivieren. Öffentlichkeitswirksam vorangehen sollte dabei VHS-Chef Michael Reckers. Ein begeisterter Radfahrer.

Der 64-Jährige tritt täglich in die Pedale. Den Weg ins Büro legt Reckers gleich zweimal täglich zurück. „Ich fahre zum Mittagessen nach Hause“. Auch für den Weg zu Besprechungen im Amtshaus nutzt Reckers das Fahrrad.

Auch im Urlaub kommt das Fahrrad zum Einsatz

Ein vorbildliches Verhalten, das auch danach nicht aufhört. „Ich versuche möglichst viele Wege auf lokaler Ebene mit dem Fahrrad zurückzulegen.“ Damit nicht genug. Auch bei Urlaubsfahrten etwa zur holländischen Küste nehmen die Eheleute das Fahrrad mit.

Bislang verzichtet Michael Reckers bei den vielen Wegen noch komplett auf eine Unterstützung durch einen Elektro-Motor. „Das will ich auch so lange wie möglich so beibehalten“, sagt der sportlich aktive VHS-Chef. Er wäre also der perfekte Radelstar für dieses Jahr gewesen. Und er hätte die Aufgabe auch „gerne übernommen.“

Michael Reckers wollte für den Umstieg im Alltag werben

Wenn es wegen der Corona-Krise nicht abgesagt worden wäre, hätte Reckers gerne diesen Aspekt in den Vordergrund gerückt. „Wenn viele ihre Wege auf lokaler Ebene mit dem Fahrrad erledigen würden, würde ein Großteil des täglichen Verkehrs zurückgeschraubt.

Aus seiner Sicht wäre ein Umstieg an vielen Stellen möglich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Menschen mit E-Bikes eine kräftige „Anschubhilfe“ bekommen. Der Umstieg auf das Fahrrad ist natürlich auch ohne den Wettbewerb möglich. Fällt aber vielleicht dem einen oder anderen Bürger schwerer.

Michael Reckers jedenfalls wird auch in Zukunft viele Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Auch für die Aufgabe des Radelstars in 2021 steht er zur Verfügung. Mit einer kleinen Einschränkung. Voraussichtlich Ende März 2021 geht der VHS-Chef in Pension.

Corona-Pandemie wirkt sich erheblich auf die VHS-Arbeit aus

Doch daran denkt Reckers derzeit nicht. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit der Volkshochschule sind gewaltig. „Ich hätte mir diese Dimensionen nicht vorstellen können“, räumt er ein. Die meisten Kurse sind unterbrochen - mit erheblichen Folgen für die Teilnehmer und insbesondere die Dozenten.

Doch in einigen Bereich (Schulabschluss, Integration) laufen die Kurse weiter. Nicht wie früher im Kursraum, sondern im Homeoffice. Michael Reckers und das Team haben hier innerhalb kürzester Zeit neue Strukturen aufgebaut, um den Teilnehmern einen Abschluss zu ermöglichen.

Lesen Sie jetzt