Die SPD hofft, dass es perspektivisch weitere Möglichkeiten gibt, um den Schwerlast- und Pkw-Durchgangsverkehr aus der Stadt heraus zu halten. © Arndt Brede (Archiv)
Integriertes Mobilitätskonzept

SPD-Fraktion Selm: Mobilitätskonzept muss Perspektiven bis 2035 bieten

Die SPD-Fraktion rückt das Thema Mobilität in Selm in den Fokus. Und zwar mit einer Perspektive bis zum Jahr 2035. Der politische Vorstoß ist auf dem Weg.

Möglichst noch für die nächste Ratssitzung am 18. März soll ein Antrag zur Mobilität auf die Tagesordnung gesetzt werden. So wünscht es die SPD-Fraktion. Der Wortlaut des Antrags: „Die Verwaltung wird beauftragt, mit externer Unterstützung ein Integriertes Mobilitätskonzept mit einer Perspektive bis 2035 unter aktiver Einbindung der Bürger der Stadt Selm zu entwickeln. Zur Durchführung dieser Maßnahme ist ein politischer Beschluss notwendig, den wir seitens der SPD-Fraktion zu fassen vorschlagen.“

Nach wie vor stehe Selm vor großen Herausforderungen, sagt die SPD: Als Tor zwischen Münsterland und Metropole Ruhr sei die Stadt durchzogen von der B236 mit den Durchgangs- und Schwerlastverkehren. Sie wachse aber auch in den Wohnbaugebieten und Gewerbeerweiterungen und erlebe entsprechende Zunahmen im Verkehrsaufkommen.

Geschickte Einbindung in regionale Infrastruktur

„Die Ansiedlung eines Logistikers im Nordbereich der Stadt sorgt nicht nur für Arbeitsplätze und eine Intensivierung der Wirtschaftstätigkeit vor Ort, sondern wirft auch die Frage nach einer geschickten Einbindung in die regionale Mobilitätsinfrastruktur auf“, heißt es in der Begründung zum Antrag weiter. „Die Berufspendler von und auch nach Selm, aber auch durch Selm in die Nachbarkommunen, sind ein weiterer wichtiger Faktor. Selm ist über den privaten PKW-Verkehr, den Öffentlichen Personennahverkehr und den Schienenpersonennahverkehr mit der Region verbunden, PKW, ÖPNV, Fuß- und Fahrradwege sind wichtige Bausteine der innerstädtischen Mobilität.“

Durch die weiter zunehmenden verkehrlichen Belastungen, die Verpflichtung zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung sei die Entwicklung eines integrierten Mobilitätskonzeptes mit einem klaren Zeithorizont bis 2035 entscheidend.

Das „Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept“ schlage als ausgewählte Maßnahme mit der Priorität 1 die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes mit einem Zeitrahmen von 10 bis 15 Jahren vor, erklärt die SPD-Fraktion. Und: „Ziel sollte die Entwicklung einer integrierten Strategie und darauf aufbauend abgestimmter Maßnahmenempfehlungen sein, die alle Verkehrsträger umfasst. Dazu gehören die Planung eines möglichst reduzierten PKW-Verkehrs, ein attraktives ÖPNV-Angebot sowie ein qualitativ hochwertiges Fußwegenetz. Ein besonderer Fokus sollte in dem Konzept auf die Entwicklung von Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs gelegt werden. Bei der Erstellung sollten Aspekte des Städtebaus und die Stadtentwicklung sowie Umwelt und ihre Wechselbeziehungen berücksichtigt werden, um einen Beitrag zur lebenswerten Stadt Selm zu leisten. Ziel sollte die Vermeidung motorisierten Individualverkehrs und die Verlagerung auf die umweltfreundliche Nahmobilität sein.“

Innerstädtische Verkehrssituation neu bewerten

SPD-Ratsfraktionschef Hans-Jürgen Walter betont gegenüber der Redaktion: „Der SPD-Antrag integriertes Mobilitätskonzept bezieht sich auf das schon im Rat beschlossene Klimaschutzkonzept. Ein wesentlicher Punkt des Mobilitätskonzepts ist die Straßenverkehrssituation in unserer Stadt. Hier muss das Ziel sein, die innerstädtische Verkehrssituation im Sinne einer lebenswerten Stadt von Fachplanern neu zu bewerten. Auf Grund der enormen städtebaulichen Entwicklung in den letzten Jahren darf man die künftigen Verkehrssituationen nicht außer Acht lassen. Es muss gestattet sein, über Maßnahmen nachzudenken, die Durchgangsverkehre der Schwerlast- und Pkw-Verkehre aus dem Stadtkern zu nehmen, um Verkehrslärm und Abgase zu verringern. Ergänzend muss für den ÖPNV und die Radwege und Gehwege ein angepasstes Mobilitätskonzept erstellt werden.“

Die Redaktion hat die Stadtverwaltung nach dem Sachstand des Mobilitätskonzepts gefragt. Stadtsprecher Malte Woesmann hat uns darauf geantwortet: „Die Erstellung eines Integrierten Mobilitätskonzeptes war bereits geplant. Für die Erstellung des Mobilitätskonzeptes war ein Förderantrag gestellt worden, der in dieser Woche positiv beschieden wurde. Nun kann die Ausschreibung für die externe Vergabe eines Integrierten Mobilitätskonzeptes erfolgen, was zurzeit vorbereitet wird.“

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Arndt Brede

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