Zwei Schachteln teurer Schmerztabletten soll eine Frau aus Selm unterschlagen haben. © picture alliance/dpa
Drogensucht

Selmer Pflegekraft soll Schmerzmittel unterschlagen haben

Über ihren Job wollte sich eine 40-jährige Selmerin wohl Zugang zu Schmerzmitteln verschaffen, nach denen sie süchtig ist. Dafür musste sie sich jetzt vor Gericht verantworten.

Gelegenheit beim Schopf gepackt: Ein Rückfall in ihre Schmerzmittelabhängigkeit verleitete eine 40-Jährige aus Selm dazu, sich ihre „Droge“ über den Job zu verschaffen. Das brachte sie nun auf die Anklagebank. Der Vorwurf: Unterschlagung.

Nach einer Abstinenzphase kehrte der Drang zurück. Oxycodon, ein starkes Schmerzmittel mit hohem Suchtpotential, bestimmte ihr Leben und in der Situation griff die Frau, die im Pflegebereich tätig ist, zu. Sie holte zwei Schachteln des Medikaments im Wert von 860 Euro aus einer Apotheke ab, übergab sie jedoch nicht, sondern nutzte sie für eigene Zwecke.

„Das war sehr, sehr dumm“

Verlegen und beschämt stellte sich die 40-Jährige nun ihrem Verfahren vor dem Amtsgericht Lünen. „Was soll ich sagen? Das ist so richtig“, kommentierte sie die Anklageschrift. „Ich war süchtig“, erklärte sie und verwies auf den Rückfall. Mittlerweile habe sie aber eine Entgiftung gemacht und habe die Zusage für eine Therapie. Für ihre Tat fand sie deutliche Worte: „Das war sehr, sehr dumm. Mir tut das wirklich leid.“

Geständnis, Reue und ihre Bemühungen, die Sucht dauerhaft zu überwinden, standen am Ende mehreren Vorstrafen und laufender Bewährung zur Tatzeit gegenüber. Sie erhielt eine Chance – jedoch vermutlich die letzte: acht Monate Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbuße.

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