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Selmer Pfadfinder sind sauer: Kisten und Spiele geklaut und zerstört

Jugendarbeit coronakonform gestalten: Das machen die Selmer Pfadfinder mit einer Art Schnitzeljagd. Aber: Immer wieder werden Spiele, zuletzt auch die große Schatztruhe, geklaut und zerstört.
Die große Schatztruhe haben die Pfadfinder für ihre Schnitzeljagd selbst gebaut. Sie wurde erst aus dem Wald entwendet und dann beschmutzt und zerstört. © Lena Eisenhauer

Pfadfinder lieben das Abenteuer vor der Haustür – in Zeiten von Corona ist das jedoch nicht so ganz einfach. Die Selmer Pfadfinder haben sich trotz Lockdown und Pandemie eine Aktion im Freien ausgedacht: einen Geocache. „Ein Geocache ist eine digitale Schnitzeljagd mit GPS-Koordinaten und Smartphone, bei der man Aufgaben erledigen und kleine Kisten mit Rätsel finden muss“, erklären sie.

Mit viel Liebe zum Detail und großem Engagement hat sich der Leiternachwuchs diese Schnitzeljagden ausgedacht. Aber: Schon nach kurzem hat sich „große Ernüchterung“ breit gemacht, wie Lena Eisenhauer, die Vorsitzende der Pfadfinder erklärt. „Mehrmals die Woche wurden Kisten/Spiele entwendet, die nachgebaut werden mussten, obwohl alle Kisten mit ,bitte liegen lassen‘ gekennzeichnet wurden“, erklären die Pfadfinder in einer Pressemitteilung. „Anfang Februar wurde dann noch die große Schatztruhe entwendet. Diese war im Zechenbusch gut versteckt und ebenfalls mit ,bitte liegen lassen‘ gekennzeichnet. Nach einiger Zeit wurde diese zerstört an einem anderen Ort aufgefunden. Das macht die Pfadfinder richtig sauer.“

In der Aktion stecken 100 Stunden Arbeit

Verständlich, weil in der Aktion auch sehr viel Arbeit steckt. Pfadfinderin Mia Rümenapp war zum Beispiel direkt Feuer und Flamme, als die Idee mit dem Geocache aufkam. „Ich habe mir gemeinsam mit den anderen Leitern die Geschichte zur Schatzsuche ausgedacht. Orientiert haben wir uns an dem Buch ,Fünf Freunde auf Schmugglerjagd‘ von Enid Blyton. Alleine das Aufschreiben einer spannenden Geschichte hat über 10 Stunden gedauert“, so Mia Rümenapp.

Felix Kalpein und Jonas Meurer haben ebenfalls die digitale Schnitzeljagd mit entwickelt und zählen so wie Mia zum Leiternachwuchs. Alle Stationen auf dem Weg zur finalen Schatztruhe mussten bestimmt und die GPS-Koordinaten eingemessen werden. Lina Rotte hat für die zehn Stationen passend zur Geschichte liebevoll Spiele entworfen und in wasserdichte Kisten gepackt. „Die große Schatztruhe zum Finale der Schnitzeljagd haben wir aus massivem Holz selbst gebaut“, so Jonas Meurer. Insgesamt stecken in dem gesamten Geocache über 100 Stunden Arbeit.

„Das sind doch wertlose Gegenstände“

Das Spielgebiet erstreckt sich zwischen dem Jugendheim FindUs an der Kreisstraße und dem Zechenbusch an der Werner Straße. Seit Anfang Januar haben sich über 30 Kinder und Familien auf den Weg gemacht, die Schnitzeljagd zu lösen. „Viele positive Rückmeldungen haben wir bekommen“, so die Pfadfinder.

Für den Vandalismus haben sie absolut kein Verständnis. „Das sind doch wertlose Gegenstände“, ärgert sich auch Pfadfinderin Lina Rotte.

Dennoch hat sich das Team vorgenommen, den Kopf nicht hängen zu lassen: „Trotz der negativen Erfahrungen, lassen wir uns von der Idee, Jugendarbeit coronakomform auch ohne Videokonferenzen anzubieten, nicht abhalten.“

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