Selmer Feuerwehr zieht Lehren aus Flammeninferno in Notre Dame

dzBrandschutz

Angesichts der ausgebrannten Kathedrale Notre Dame stellt sich die bange Frage: Wie gut sind die heimischen Kirchen vor Feuer geschützt? Feuerwehrchef Isermann kennt die Schwachpunkte.

17.04.2019 / Lesedauer: 2 min

Als Thomas Isermann am Montag vor dem Fernseher sitzt und das Flammeninferno im Herzen von Paris sieht, muss er schlucken. „Das waren schon verheerende Bilder.“ Bilder, wie er sie selbst nie sehen möchte. Dafür trifft der Chef der Freiwilligen Wehr besondere Vorsorge.

Feuerwehrpläne von Kirchen fehlen

Anders als von Unternehmen in den Industriegebieten oder von anderen großen Gebäuden gebe es keine Feuerwehrpläne von den örtlichen Kirchen: also Baupläne, die der Wehr zur raschen Orientierung in einem Gebäude dienen und zur Beurteilung der Lage. Sie geben Aufschluss über Angriffswege, Brandschutz- und Löscheinrichtungen sowie besondere Gefahrenschwerpunkte. Solche Pläne sind für Kirchen nicht verpflichtend und stehen deshalb nicht zur Verfügung. Die Wehr macht sich also anders vertraut mit den historischen Gebäuden.

„Wir machen regelmäßig Übungen und Begehungen“, sagt er. Wo sind Hydranten? Welche Zufahrten und Wege gibt es, welche Türen? Diese Fragen könnten die Einsatzkräfte alle beantworten, wenn es um die Kirchen in Selm geht. Mit technischer Unterstützung etwa durch Sprinkleranlagen brauchen sie dort nicht zu rechnen. „Die gibt es nicht“, so Isermann.

Besondere Vorsorge bei Elektroanlagen

Die Kirchen sind - anders als noch vor einigen Jahren - außerhalb der Gottesdienste verschlossen. Schlüssel haben die Feuerwehrleute nicht. „Dann müssen wir im Notfall eben die Tür opfern“, sagt der katholische Pfarrer Claus Themann. Auch Isermann sieht darin kein großes Problem. Die hölzernen Dachkonstruktionen mit teilweise viele Jahrhunderte alten Balken seien da eine größere Herausforderung.

Wenn es da erst einmal lichterloh brenne, sei - wie in der Notre Dame - wenig zu machen. Das war schon 1490 nicht anders, als die Friedenskirche bis auf den Turm abbrannte. Die Gefahren haben sich aber geändert. Isermann hat am meisten Angst vor Kurzschlüssen. „Darum ist es wichtig, dass gerade in Kirchen die Elektroanlagen immer auf dem neuesten Stand sind.“

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