„Schiss um meinen Job“: Selmer fährt ohne Führerschein und wird erwischt

dzGerichtsverhandlung

Eine Polizei-Kontrolle in Lünen war aus Sicht der Polizei ein Volltreffer: Ein 31-jähriger Selmer hatte Drogen dabei, keinen Führerschein und ein Haftbefehl lag vor. Vor Gericht erklärt er sich.

von Sylvia Mönnig

Selm

, 21.11.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ohne Fahrererlaubnis unterwegs, dafür einen Drogenvorrat dabei. Für diese Vergehen musste sich nun ein Selmer vor dem Amtsgericht Lünen verantworten.

Am frühen Morgen des 12. Dezember 2019 war der Selmer mit seinem Fahrzeug in Lünen unterwegs – bis er auf der Bebelstraße auf die Polizei traf. Die Beamten stoppten ihn und landeten damit in jeder Hinsicht einen Volltreffer: Der Mann hätte gar nicht hinter dem Steuer sitzen dürfen, er befand sich unter dem Einfluss von Cannabis und Amphetamin, hatte geringe Mengen dieser Drogen auch dabei und wurde außerdem wegen einer unbezahlten Geldstrafe per Haftbefehl gesucht. Die Handschellen klickten.

„Ich hatte Schiss um meinen Job“

In der Verhandlung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Drogenbesitzes legte der 31-Jährige die Karten nun sofort auf den Tisch. „Die Scheiße habe ich gebaut. Das gebe ich zu. Was die Sache mit dem Führerschein betreffe, habe er seinem Chef einfach nicht sagen wollen, dass der weg gewesen sei. „Ich hatte Schiss um meinen Job“, erklärte er und betonte, dass er nun zu Fuß gehe.

Hinsichtlich der Drogen kommentierte der Selmer, der seine Arbeitsstelle gerade verloren hat, trocken: „Doof gelaufen. Das war auch dumm. Ich bin damit aber auch durch.“ Nach der Erfahrung habe er seinen Konsum umgehend eingestellt. Natürlich stimme er der außergerichtlichen Einziehung und Vernichtung des Stoffs zu. Überhaupt habe er sein Leben in der Zwischenzeit komplett geändert. „Das Ganze tut mir leid“, beteuerte er und versprach, künftig nicht mehr vor Gericht erscheinen zu müssen. „Das mit dem Haftbefehl hat mir gereicht.“

Sechs Monate Haft auf Bewährung

Der Richter ging letztlich von einem gewissen Aha-Effekt aus, nahm dem 31-Jährigen seine Reue und Schuldeinsicht ab, wertete zudem das Geständnis zugunsten des Selmers. Auf der anderen Seite standen allerdings sieben Vorstrafen – darunter auch einschlägige Vorverurteilungen. Und die mussten sich strafschärfend auswirken.

Der Richter wurde deutlich: „Es ist mal Zeit, Ihnen zu zeigen: So geht es nicht weiter.“ Dem Angeklagten müsse klar sein, dass er wieder ins Gefängnis gehe, wenn etwas Neues vorfalle. In diesem Fall beließ es das Gericht allerdings bei sechs Monaten Haft mit Bewährung, einem Jahr Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis und 80 Sozialstunden. Diese Sozialstunden, so erklärte der Richter umsichtig, könnten aber auch in eine Geldbuße umgewandelt werden, falls der Selmer in Kürze eine neue Arbeitsstelle finde und dann keine Zeit habe, sie abzuleisten.

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