Mitarbeiter João Ameixa hält die Stellung hinter der Theke. Auf Bestellung oder auch an Laufkundschaft gibt es zwischen 14 bis 20 Uhr Eis. Montags ist Ruhetag. © João Ameixa
Gastronomie

Selmer Eiscafé San Remo kämpft sich durch den Lockdown – Ausgang offen

Gerade wieder eröffnet, dann war der Lockdown. Das Eiscafé San Remo hat es in der Corona-Krise nicht leicht. Lange darf der Lockdown nicht mehr dauern, damit das Eiscafé überleben kann.

Die gute Nachricht zuerst: In der Selmer Innenstadt gibt es seit vergangenem Samstag wieder frisches Eis von der Diele. Schoko, Erdbeer, Amarena, Zitrone zum Mitnehmen und am liebsten nach telefonischer Vorbestellung. Auch direkter Thekenverkauf ist möglich; unter Corona-Auflagen darf sich derzeit aber nur ein Kunde im Laden aufhalten – und er darf das Eis auch nur mitnehmen. Außer montags ist die Eisdiele von 14 bis 20 Uhr geöffnet.

Wie lange die Eisdiele dieses Angebot aber so noch aufrechterhalten kann, ist ungewiss. „Wenn wir im März, zum Start der Eissaison, wieder ein paar Tische rausstellen können, dann bin ich zuversichtlich“, sagt João Ameixa, derzeit einziger Mitarbeiter, im Gespräch mit der Redaktion.

Keine Soforthilfen möglich

Wenn der Lockdown und mit ihm der reine Außer-Haus-Verkauf sich allerdings noch länger hinziehen sollten, sei die Zukunft der Eisdiele ziemlich ungewiss. Da die Familie Cortes das Café erst Anfang 2020 übernommen hat, stehen dem Betrieb keine Soforthilfen für November oder Dezember zu. Und weil die Hilfen auf dem Einkommen aus dem November/ Dezember 2019 basieren, stehen dem, der zu diesem Zeitpunkt nichts verdient hat, auch keine zu.

Aufgemacht haben die Cortes ihre Gastronomie jetzt zu dieser unwirtlichen, eigentlich eis-unfreundlichen Zeit im Januar, aus der Not heraus: „Wir hoffen ein bisschen Geld reinzubekommen“, sagt João Ameixa. Die Rechnungen für November, für Dezember und für Januar seien alle noch unbezahlt. „Und auch wenn wir jetzt geöffnet haben, werden wir die Kosten erst einmal nicht decken können“, so Ameixa.


„Nichts ist planbar“

Im Februar 2020 hatte San Remo den Betrieb mit den neuen Besitzern wiedereröffnet – um dann bereits anderthalb Monate später wie alle anderen, zeitweise zu schließen. Ab April lief dann der Außer-Haus-Verkauf, ab Ende Mai auch unter Corona-Schutzauflagen der Gastronomiebetrieb. Und es sei sehr gut gelaufen, so Ameixa. Die beliebtesten der 20 verschiedenen Eissorten im Angebot waren den Sommer über Schokolade, Vanille und Stracciatella. Jetzt im Winter seien eher nussige Sorten des selbstgemachten Eis` gefragt: Haselnuss oder Amarena.

Auch entwickeln die Eisdielenbetreiber immer wieder neue Kreationen – doch auch dafür fehle zur Zeit einfach das Geld. „Für den Fall, dass wir im März hoffentlich wieder richtig öffnen können, dann planen wir was“, stellt João Ameixa in Aussicht, der im Moment als Festangestellter alleine im Laden die Stellung hält. Auch für Aushilfskräfte fehle gerade das Geld.

Derweil könne man nur von heute auf morgen schauen, könne nichts planen und schon gar nichts kalkulieren. „Alles ist sehr schwierig“, bemerkt João Aneixa, „aber man muss ja tun, was man kann. Ich kann ja nicht einfach nur zu Hause sitzen.“

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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