Öffnen unter hohen Auflagen: Am Freitag, 14.5., könnte es in Selm soweit sein. © Günther Goldstein

Selmer Einzelhändler stehen in den Startlöchern für Öffnung

Noch fehlt die Freigabe des Landes. Aber es kann sich nur noch um wenige Tage handeln, bis der Selmer Einzelhandel unter Auflagen wieder öffnen darf. Die Händler sind in freudiger Erwartung.

Am Dienstag, 11. Mai, stehen mehrere Dinge fest: Kitas dürfen ab Mittwoch in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren, Schulen ab Montag, 17. Mai, in den Wechselunterricht. Was aber den Einzelhandel betrifft, gibt es noch keine endgültige Gewissheit. „Lockerungen für den Einzelhandel treten ab einer stabilen Inzidenz (fünf Werktage in Folge) von unter 150 nach Feststellung des Landes in Kraft. Heute ist der Kreis Unna den vierten Werktag in Folge unter dieser Marke“, erklärte Kreis-Pressesprecher Max Rolke am Dienstag. Fehlt also nur noch ein Tag, damit der Einzelhandel wieder zu dem Click & Meet-Modell zurückkehren darf: einkaufen vor Ort, aber mit Termin, negativem Schnelltest und maximal einer Person auf 40 Quadratmeter.

Landesregierung manchmal etwas träge

Ob am Freitag (14.5.), dem ersten möglichen Folgetag, der Selmer Einzelhandel auf das Modell umsteigen darf, steht noch nicht fest. Denn noch fehlt die Allgemeinverfügung, also die Freigabe des Landes. „Und gerade wenn Feiertage dazwischen sind, ist das Land manchmal etwas träge“, weiß Rolke. Er geht aber davon aus, dass es dann spätestens am Montag (17.5.) soweit ist.

Die Selmer Kaufleute sind jedenfalls in freudiger Erwartung, denn es sei der erste Schritt zurück zur Normalität. „Alle stehen in den Startlöchern und scharren mit den Hufen“, beobachtet Thomas Kaim, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft der Stadt Selm. „Alle warten dringend darauf, wieder etwas verkaufen zu können, da hängen Existenzen dran.“ Gleichzeitig lobt er die Selmer Einzelhändler für ihre Kreativität während der Schließungen und die Bereitschaft neue, insbesondere digitale Wege zu gehen.


Deutliche Erleichterung

Auch Elisabeth Sandmann, Sprecherin für die Einzelhändler in der Altstadt und Inhaberin des Spielzeuggeschäfts „Spielen und Träumen“, sagt: „Wir alle freuen uns natürlich auf diesen Schritt und haben immer die Zahlen verfolgt.“ Sie gehe Woche für Woche und Schritt für Schritt durch die Pandemie. „Wir leben jetzt damit, womit wir leben müssen, und stellen uns immer darauf ein“, sagt sie. Auch während der noch aktuellen „Click & Collect“- Phase seien sie und ihre Einzelhändler-Kollegen immer für Kunden ansprechbar gewesen. Diese erste Lockerung verspreche aber eine deutliche Erleichterung.

Kein großer Andrang mit Test

Auch Gabriele Redemann, Inhaberin von PeGa Moden sagt: „Natürlich freuen wir uns, dass wir wieder öffnen dürfen. Die vergangenen Wochen waren nicht schön.“ Mehr noch freut sie sich allerdings darauf, wenn noch weiter gelockert wird. „Die Kunden kamen ganz klar weniger, als es anfing mit den Terminen und Tests. Wobei die Terminvergabe nicht das Problem ist, eher der Test.“ Solange Kunden nur mit negativem Corona-Tests in den Laden dürfen, rechne sie nicht mit großem Andrang.Und für Christian Kokesch, Inhaber der Marktbuchhandlung, spielt dieser nächste Öffnungsschritt keine große Rolle. Die Buchhandlungen durften schon in den vergangenen Wochen unabhängig von der Inzidenz mit Termin und begrenzt auf einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche öffnen. Letztlich hatte die Marktbuchhandlung in den vergangenen Wochen die Öffnungsmöglichkeit aus Angst um die eigene Gesundheit aber kaum genutzt – vor allem in den Tagen der Spitzenwerte nicht. In Hinblick auf die kommende Zeit sagt Kokesch: „Wir werden je nach Nachfrage flexibel reagieren“, darin sei man ja schon geübt.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier