Der digitale Impfpass birgt viele Vorteile für Reisende - selbst für eine analoge Nutzung ohne Smartphone. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Selmer Apotheker: Digitaler Impfpass sollte bei keiner Reise fehlen

Der digitale Impfnachweis hat Vorteile - auch für die, die ohne Smartphone ins Ausland reisen. Beim Ausstellen gab es Startschwierigkeiten in den Apotheken. Wie läuft es jetzt in Selm?

„Die kostenlose Verteilung von FFP2-Masken war stressiger“, sagt Apothekerin Cornelia Meinhard auf die Frage, wie es aktuell mit der Ausstellung der digitalen Impfnachweise in den Selmer Apotheken läuft – und dabei gab es deutliche Startschwierigkeiten.

Nach Startschwierigkeiten alles „hintereinander weggearbeitet“

Seit Montag (14.6.) stellen rund 1500 von 1800 Apotheken in Westfalen-Lippe digitale Nachweise für die vollständige Corona-Schutzimpfung aus. Impflinge, die einen vollständigen Impfschutz vorweisen, können die Daten nun in der Corona-Warnapp oder der App Cov-Pass speichern.

Zu Beginn gab es allerdings NRW-weit Probleme, weil die Server überlastet waren. Auch in Selm mussten etliche Kunden ohne Impfzertifikat nach Hause geschickt werden.

„Am ersten Tag hatte es zwischendurch gehakt, am zweiten Tag lief so gut wie gar nichts“, schildert Cornelia Meinhard, Inhaberin der Apotheke am Sandforter Weg in Selm. Trotzdem hat das Apotheker-Team Personalausweis und Impfpass geprüft, Kopien angefertigt und die Zertifikate dann alle am Mittwoch „hintereinander weggearbeitet“, erzählt sie. Zunächst sei ungewiss gewesen, wann die Zertifikate und QR-Codes wieder ausgestellt werden können. Seit Mittwoch laufe aber alles gut. Die vertrösteten Kunden konnten ihre Dokumente schließlich abholen. Alle Betroffenen haben laut Apothekerin verständnisvoll reagiert.

Während nicht jeder Impfpass an der Grenze anerkannt wird, hat das Impfzertifikat Gültigkeit.
Während nicht jeder Impfpass an der Grenze anerkannt wird, hat das Impfzertifikat Gültigkeit. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Reise: Darum lohnt sich das Zertifikat auch für die „analoge“ Nutzung

„An sich dauert der Prozess fünf Minuten, wenn alles klappt“, sagt Torsten Heckenberg, Inhaber der Stephanus-Apotheke in Bork. Nach zwei Tagen seien auch bei ihm die Server-Probleme ausgeblieben. Einen regelrechten Ansturm hat Heckenberg nicht erlebt: „Manche kommen sofort nach der zweiten Impfung, andere erst 14 Tage danach, wenn der vollständige Impfschutz gilt.“

Gerade im Hinblick auf eine bevorstehende Reise lohne sich das Ausstellen des digitalen Impfnachweises, selbst wenn man es „analog“ als Ausdruck nutzen wolle und kein Smartphone besitzt, sagt der Apotheker. Denn nicht jeder Impfpass werde im Ausland anerkannt. Das in der Apotheke ausgestellte Zertifikat ist in ausgedruckter Form als Reisedokument gültig und sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache verfasst. Und weiter: „Auf rund 80 Prozent der Impfpässe ist nur der Rufname angegeben. An der Grenze könnte es Probleme geben, wenn die Namen auf Impfpass und Perso nicht übereinstimmen.“

In der Stephanus-Apotheke und in der Apotheke am Sandforter Weg werden die Zertifikate samt QR-Code parallel während Alltagsgeschäfts ausgestellt. Benötigt werden Personalausweis und der Impf-Nachweis. Ein Termin müsse dafür nicht vereinbart werden, unterstreicht Torsten Heckenberg.

Über die Autorin
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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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